Warnung vor coinmyf (coinmyf.com): Diese Plattform ist ein klarer Betrug

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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coinmyf (coinmyf.com) ist keine legitime Krypto-Börse: sie führt Nutzer systematisch in betrügerische Geschäfte. Wir zeigen Ihnen, warum Sie sofort Abstand nehmen sollten.

Screenshot der Webseite Coinmyf (coinmyf.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite coinmyf.com

Warum coinmyf.com unseriös ist

coinmyf (coinmyf.com) lässt auf den ersten Blick viele typische Anzeichen eines Betrugs erkennen. Erstens gibt die Website keinerlei Handelsregisternummer oder Lizenznummer an: ein Muss für jede regulierte Börse. Ebenso fehlt jegliche Angabe zu einer Aufsichtsbehörde, was bedeutet, dass die Betreiber keine staatliche Genehmigung besitzen. Darüber hinaus bietet die Plattform keine Kontaktadresse, weder per E-Mail noch telefonisch, und die Angabe einer physischen Adresse fehlt komplett. Ohne diese Grundlagen kann ein seriöser Broker nicht betrieben werden, denn sie sind die Basis für rechtliche Verantwortung und Rückverfolgbarkeit.

Zweitens fehlt jegliche Form von Zahlungsoptionen. Die Marketingdaten zeigen ein leeres Array von Zahlungsmethoden, was bedeutet, dass keine gängigen Banküberweisungen, Kreditkarten oder sogar Kryptowährungen als Einzahlungsmittel akzeptiert werden. In einer echten Krypto-Börse sind solche Informationen zentral, weil sie die Legitimität und die Fähigkeit zur Transaktionsabwicklung belegen. Ohne sie ist jeder Versuch, Geld einzuzahlen oder abzuheben, ein rein hypothetisches Konzept.

Drittens gibt es keine Hinweise auf Aufsichtsbehörden, keine Registrierungsnummer und keine Lizenzinformationen. Ohne diese Angaben kann die Plattform nicht als reguliert gelten, was ein entscheidendes Warnsignal ist. Darüber hinaus fehlen alle Trust-Signals: keine Testimonials, keine Auszeichnungen, keine Trustpilot-URL und keine klaren Angaben zu Erfahrung oder Erfolgsquote. Solche Lücken sind bei seriösen Anbietern selten und deuten stark auf einen betrügerischen Hintergrund hin.

Schließlich sind die angebotenen Dienstleistungen extrem eingeschränkt. coinmyf (coinmyf.com) listet lediglich „Krypto-Handel“ als Service, ohne zusätzliche Funktionen wie Margin-Trading, Futures oder stabile Krypto-Wallets. Das Fehlen von Vielfalt und die fehlende Transparenz in Bezug auf die Handelsinfrastruktur (z. B. keine Angabe von Orderbuch, Matching-Engine oder Sicherheitsmaßnahmen) verstärken die Skepsis. Zusammengefasst zeigen die Daten, dass coinmyf (coinmyf.com) sämtliche grundlegenden Merkmale einer legitimen Börse vermissen lässt, was die Plattform eindeutig als betrügerisch einstufen lässt.

Wie der Betrug bei coinmyf.com abläuft

Schritt 1: Erstkontakt und Lockangebot

Die meisten Opfer werden durch gezielte Werbung auf Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok auf coinmyf aufmerksam gemacht. Die Anzeigen versprechen schnelle Gewinne, häufig mit fiktiven „Erfolgsquoten“ und nutzen dabei Bilder von vermeintlichen Influencern oder angeblichen „Erfolgreichen Tradern“. In den meisten Fällen erfolgt der erste Kontakt per E-Mail oder direkt über ein Kontaktformular: aber die Website bietet kein funktionierendes Formular. Stattdessen wird die Nutzerin aufgefordert, eine kleine Einzahlung (oft 250 €) vorzunehmen, um ein „Demokonto“ zu aktivieren. Diese niedrige Summe dient dazu, die Hemmschwelle zu senken und das Vertrauen zu gewinnen. Sobald die Einzahlung erfolgt, wird die Plattform den Nutzer mit glänzenden Grafiken und simulierten Gewinnzahlen begrüßen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung erfolgt ist, zeigt die Web-App von coinmyf (coinmyf.com) sofort hohe Gewinnzahlen: beispielsweise „Aus 250 € wurden 800 € in zwei Wochen generiert“. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echte Börsenaktivität, sondern durch ein internes Softwaresystem, das fiktive Gewinne einträgt. Es gibt keinerlei Nachweis, dass Aufträge an einen regulierten Exchange gesendet werden, noch existieren echte Orderbücher. Die Plattform nutzt lediglich statische Grafiken, die den Eindruck von Profit erwecken. Das Ziel ist, Vertrauen aufzubauen und die Illusion einer profitablen Handelsplattform zu verstärken.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach dem ersten Erfolg wird dem Nutzer ein persönlicher „Berater“ zugeordnet: meist ein Chat-Bot oder ein angeblicher Account-Manager. Über Wochen oder Monate hinweg wird die Beziehung gepflegt, indem „exklusive“ Boni, garantierte Renditen oder VIP-Konten versprochen werden. Es entstehen häufig Angebote mit angeblichem Hebel (z. B. 1 : 500) und „Insider-Tipps“, die angeblich zu höheren Gewinnen führen. Diese Technik nutzt das Prinzip der sozialen Bestätigung: Fiktive Mit-Anleger-Stories werden veröffentlicht, und der Nutzer wird durch Zeitlimits (z. B. „Nur heute“) zum sofortigen Handeln gedrängt. In vielen Fällen fordern die Betreiber weitere Einzahlungen in Höhe von 5 000 € bis 50 000 €. Einige Opfer geben sogar mehr als 500 000 € ab, weil sie überzeugt sind, dass die Plattform zuverlässig ist.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald der Nutzer seine „Gewinne“ auszahlen möchte, tauchen plötzlich Forderungen nach Gebühren auf. Typische Fake-Gebühren sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu seinem ursprünglichen Kapital das Geld, das er zu zahlen vorgibt, und erhält trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig „Experten“ auf: angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die mit ihrer eigenen Wallet-Wiederherstellungs-Software auftreten. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In der Regel handelt es sich um dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Sie verkaufen die Opferdaten weiter und nutzen die angebliche Expertise als Tarnung. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Das Netzwerk hinter coinmyf

coinmyf ist Teil eines Netzwerks von 32 ähnlichen Plattformen, die dieselben verdächtigen Muster aufweisen. Viele dieser Seiten teilen dieselbe Domain-Struktur, nutzen identische Logos und präsentieren angeblich die gleichen Erfolgszahlen. Die Betreiber scheinen zentral organisiert zu sein, was auf ein umfassendes betrügerisches System hindeutet. Wenn Sie auf eine dieser Seiten stoßen, sollten Sie sofort prüfen, ob sie ähnliche Mängel aufweist: keine Lizenz, keine Handelsregisternummer, keine Kontaktinformationen, fehlende Zahlungsoptionen und fiktive Gewinne. Sobald Sie solche Anzeichen erkennen, sollten Sie Abstand nehmen und Ihre Investition nicht weiter riskieren.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen tätigen. Jede neue Einzahlung erhöht das Risiko, dass Ihr Kapital vollständig verloren geht.
  2. Belege und Transaktionsnachweise sichern. Screenshot von Kontobewegungen, E-Mails und alle Kommunikationen mit der Plattform sollten gespeichert werden, da sie als Beweismaterial dienen können.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse. Informieren Sie diese über die verdächtigen Aktivitäten und fordern Sie eine Sperrung des Kontos, falls möglich.
  4. Reichen Sie eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle ein. Ihre Meldung unterstützt die Ermittlungen und kann anderen potenziellen Opfern helfen.
  5. Ignorieren Sie alle „Recovery-Scam“-Angebote. Seriöse Anwälte oder Behörden werden Sie niemals per WhatsApp kontaktieren und verlangen Vorauszahlungen. Vertrauen Sie nicht auf diese Versprechen.

Halten Sie Ihre Investitionen sicher: melden Sie verdächtige Plattformen sofort und schützen Sie Ihr Geld.

Das Netzwerk hinter coinmyf

coinmyf ist Teil eines Netzwerks von 32 ähnlichen Plattformen, die dieselben verdächtigen Muster zeigen. Viele dieser Seiten nutzen die gleiche Domain-Struktur, ähnliche Logos und dieselben angeblichen „Erfolgszahlen“, was auf eine zentrale Hinterbarrenschaft hindeutet.

und 26 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei coinmyf.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei coinmyf.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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