Warnung vor coint (coint.pub): Ist die Plattform ein Betrugsrisiko?
coint.pub ist kein seriöser Krypto-Exchange, sondern ein klassischer Betrug. Schnell, viel Geld, keine Auszahlungen: das ist das Muster.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum coint.pub unseriös ist
coint.pub präsentiert sich als „Krypto-Exchange“ mit sofortiger Einzahlung und Auszahlung, doch die Fakten sprechen laut und eindeutig dagegen. Erstens fehlt jede Form von Registrierung: keine Handelsregisternummer, keine angaben zu Aufsichtsbehörde oder Lizenznummer. Auf der Website findet sich weder eine gültige Lizenz noch ein Hinweis auf eine regulatorische Genehmigung. Ohne solche Transparenz ist jede Anstellung als seriöser Broker ausgeschlossen. Zweitens: die Plattform verlangt keine Überprüfung der Identität. In seriösen Exchanges ist ein KYC-Prozess: Know-Your-Customer: zwingend erforderlich, um Geldwäsche zu verhindern. coint.pub bietet keine Möglichkeit, ein verifiziertes Konto zu eröffnen; stattdessen wird der Nutzer sofort in ein nicht verifiziertes System geführt. Drittens: die angebotenen Leistungen: Krypto-Handel, Sofort-Einzahlung, Sofort-Abhebung: werden ohne jegliche technische Erklärung präsentiert. Es gibt keine Hinweise auf Backend-Server, keine API-Dokumentation, keine Sicherheitszertifikate. Viertens: die Plattform nutzt ausschließlich Kryptomünzen als Zahlungsmittel, ohne alternative Optionen wie Banküberweisungen oder Kreditkarten. Das ist ein klares Warnsignal, denn seriöse Börsen bieten mehrere Einzahlungswege an, um die Liquidität zu erhöhen und die Nutzerbasis zu erweitern. Schließlich: die Marketing-Aussagen sind leer. Es gibt weder Erfolgsgeschichten noch Kundenbewertungen, noch ein Mindestdepot. Ohne solche Anhaltspunkte kann der Nutzer nicht prüfen, ob die behaupteten Renditen realistisch sind. Zusammen ergeben diese Inkonsistenzen ein starkes Indiz dafür, dass coint.pub kein regulierter Broker ist, sondern ein betrügerisches System.
Wie der Betrug bei coint.pub abläuft
Schritt 1: Erste Kontaktaufnahme und Lockangebot
coint.pub beginnt seine Masche mit gezielter Werbung. In sozialen Netzwerken erscheinen Posts, die angeblich von „professionellen“ Anlageberatern stammen. Oft sind das gefälschte Profile, die von bekannten Influencern oder Schein-Promis stammen, um Glaubwürdigkeit zu erwecken. Auch Telegram-Gruppen mit „Trading-Gurus“ locken mit scheinbaren Insider-Informationen. Der erste Kontakt ist meist ein kurzer, lockerer Chat, in dem der potenzielle Nutzer aufgefordert wird, eine geringe Einzahlung zu tätigen: typischerweise 250 € oder weniger. Die Plattform verspricht sofortige Erträge, um das Vertrauen zu gewinnen und die Hemmschwelle zu senken. Der Nutzer wird über ein kurzes Video oder ein animiertes Tutorial geführt, das die einfache Handhabung demonstriert. Dabei werden technische Details bewusst ausgelassen, um die Komplexität zu verschleiern. Diese Phase ist entscheidend: sobald der Nutzer Geld eingezahlt hat, wird er als „Kunde“ betrachtet, obwohl das Konto noch nicht verifiziert ist.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung beginnt coint.pub, die angeblichen Gewinne zu generieren. In der Web-App werden fiktive Transaktionen angezeigt, die den Eindruck erwecken, dass das eingesetzte Kapital in wenigen Tagen vervielfacht wurde. Diese Zahlen stammen nicht aus echten Marktbewegungen, sondern aus einer internen Datenbank, die von der Plattform manipuliert wird. Es gibt keine echten Aufträge, keine Orderbuch-Daten, keine Verbindung zu einer regulierten Börse. Stattdessen werden die Konten des Nutzers mit „Test-Trades“ gefüllt, die die Plattform selbst kreiert. Der Nutzer sieht, wie sein Saldo steigt, und glaubt, dass sein Kapital tatsächlich an Wert gewinnt. Dieses Phänomen, das als „Simulations-Gewinn“ bezeichnet wird, ist ein klassisches Mittel, um Vertrauen zu schaffen und den Nutzer zu ermutigen, mehr Geld einzuzahlen.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Sobald der Nutzer die erste Manipulationsphase überlebt hat, beginnt die eigentliche Verdopplungsphase. Ein persönlicher „Account-Manager“ tritt in Kontakt. Durch regelmäßige Nachrichten, E-Mails oder Chat-Bots wird dem Nutzer das Gefühl vermittelt, dass er ein „VIP“ ist. Der Manager verspricht Hebel-Bonuses, garantierte Renditen, Zugang zu exklusiven IPOs und „Insider-Tipps“. Gleichzeitig wird der Nutzer unter Druck gesetzt: „Nur noch heute“, „nur noch 10 Plätze verfügbar“, „dies ist die letzte Chance“. Diese Taktiken erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass der Nutzer weitere Einzahlungen tätigt: oft im Bereich von 5 000 € bis 50 000 € und sogar mehr. Das System nutzt psychologische Prinzipien wie Verknappung, soziale Bestätigung und das Gefühl von Exklusivität. Durch diese Mechanik wird das Risiko des Betrugs minimiert, da der Betrüger immer mehr Geld von denselben Opfern sammelt.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn der Nutzer endlich sein Geld zurückhaben möchte, taucht die eigentliche Geld-abzugsphase auf. Die Plattform fordert plötzlich verschiedene Gebühren an. Hier sind typische Fake-Gebühren, die bei coint.pub auftauchen können:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams, bei der die Opfer ihr gesamtes Kapital: und oft noch mehr: verlieren.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen oft „Dritte“ auf, die vorgaukeln, die Verluste rückgängig machen zu können. Diese Personen geben sich als Anwälte, Behördenmitarbeiter oder Kryptoforscher aus. Sie behaupten, mit speziellen Software-Tools oder exklusiven Kontakten das Geld zurückzugewinnen. Dabei fordern sie Vorauszahlungen für angebliche „Reparatur- und Transaktions-Fees“, „Übersetzungskosten“ oder „Server-Zugriff“. Hinter diesen Versprechen stecken in der Regel dieselben Täter, die das ursprüngliche System betrieben. Die Opfer werden durch die Angst, noch mehr Geld zu verlieren, in die Falle gelockt. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Ignorieren Sie solche Kontakte und behalten Sie Ihre Kontaktdaten nicht offen.
Das Netzwerk hinter coint.pub
coint.pub ist nicht allein im Betrug. Das Netzwerk um die Plattform umfasst 56 weitere Websites, die dieselben betrügerischen Mechanismen nutzen. Diese Plattformen teilen sich oft denselben Betreiber, dieselbe technische Infrastruktur und die gleiche Brand-Identity-Strategie. Sie wechseln regelmäßig ihre Domainnamen, um Strafverfolgungsbehörden zu umgehen, und nutzen oft gefälschte Zertifikate und DNS-Einträge. Durch diese Verbindungen entsteht ein geschlossenes Ökosystem, in dem Gelder schnell zwischen den Plattformen verschoben werden können, ohne dass die Nutzer dies bemerken. Die Verbindungen lassen sich leicht durch IP-Analyse, Domain-Registrierung und SSL-Zertifikate nachverfolgen. Wer coint.pub nutzt, betreibt damit gleichzeitig ein Netzwerk von 56 anderen betrügerischen Seiten, die gemeinsam die Gewinne maximieren und die Verluste verbergen.
Was Betroffene jetzt tun sollten
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Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie erkennen, dass die Plattform manipuliert ist, stoppen Sie sofort jede weitere Einzahlung. Jede weitere Zahlung erhöht das Risiko, Ihr Geld zu verlieren.
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Beweise sichern. Speichern Sie alle E-Mails, Chat-Protokolle, Transaktionsbestätigungen und Screenshots. Diese können als Beweismaterial dienen, falls Sie die Polizei oder andere Behörden einschalten.
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Bank und Krypto-Börse benachrichtigen. Informieren Sie Ihre Bank oder die Krypto-Börse, bei der Sie Ihr Konto eröffnet haben, über mögliche betrügerische Aktivitäten. Bitten Sie um Sperrung der Konten, falls Sie dort ebenfalls Gelder haben.
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Polizeiliche Anzeige erstatten. Kontaktieren Sie das nächste Polizeidienststelle oder die Online-Meldeplattform der Polizei. Erstatten Sie eine Anzeige unter Angabe aller relevanten Details und Beweismaterialien.
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Scam-Warnungen verbreiten. Teilen Sie Ihre Erfahrung in Online-Foren, sozialen Netzwerken und bei Krypto-Community-Gruppen. Je mehr Menschen von den Taktiken erfahren, desto weniger Opfer werden es geben.
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Vermeiden Sie „Recovery-Scam-Ansätze“. Lassen Sie sich von Personen, die angeblich Ihr Geld zurückholen wollen, nicht überzeugen. Legen Sie keine Vorauszahlungen für angebliche „Reparatur-Kosten“ an.
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Kontrollieren Sie Ihre Wallets. Prüfen Sie, ob Ihr Geld in einer externen Wallet ist, und ändern Sie dort Ihre Zugangsdaten. Falls Sie über eine zentrale Krypto-Exchange gelagert haben, sichern Sie sich die Kontoinformationen und ändern Sie Passwörter.
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Suchen Sie rechtlichen Rat. Ein Anwalt mit Erfahrung im Internet-Recht und bei Betrugsfällen kann Ihnen helfen, Ihre Rechte durchzusetzen und mögliche Schadensersatzforderungen zu prüfen.
Schlusswort
coint.pub ist keine legitime Handelsplattform, sondern ein gut organisiertes Betrugsnetzwerk. Sie müssen nicht warten, bis ein Betrug Sie betrifft: handeln Sie jetzt, wenn Sie verdächtige Aktivitäten bemerken. Schützen Sie Ihr Geld, informieren Sie andere und unterstützen Sie die Behörden bei der Verfolgung dieser Täter. Jeder Schritt zählt, wenn es darum geht, die Ausbreitung solcher Scams zu stoppen.
Das Netzwerk hinter coint.pub
coint.pub ist Teil eines Netzwerks von 56 anderen Plattformen, die dieselben Betreiber, dieselbe technische Infrastruktur und häufig dieselben betrügerischen Abläufe teilen.

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Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei coint.pub gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.