Warnung vor cryptorxindex (cryptorxindex.info): Betrugsfall

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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cryptorxindex (cryptorxindex.info) ist ein betrügerisches Trading-Plattform. Die Betreiber verbergen sich hinter einem fehlerhaften Webauftritt und verfallen keine regulatorischen Vorgaben. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 25. Juni 2026 ausdrücklich vor Cryptorxindex unter dem Titel „cryptorxindex(.)info: Bafin warnt vor der Website“. Die vollständige BaFin-Warnung zu Cryptorxindex steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Cryptorxindex (cryptorxindex.info)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite cryptorxindex.info

Warum cryptorxindex.info unseriös ist

cryptorxindex.info präsentiert sich als Krypto-Trading-Plattform, ein Handelskonto und ein Mentoring-Programm. Die Website bietet keine Angaben zu einer Handelsregisternummer, keine Lizenzbehörde und keine Kontaktdaten. Diese Lücken sind sofortig verdächtig. In der Finanzwelt ist die Angabe einer gültigen Lizenz zwingend erforderlich, um als seriöser Broker anerkannt zu werden. Ohne diese Angaben können Kunden nicht auf die Rechtsgültigkeit des Geschäftsmodells vertrauen.

Des Weiteren sind die Zahlungsoptionen nicht definiert. Die Plattform listet keine Zahlungsmethoden auf, obwohl sie eine Mindestanzahlung von 250 € fordert. Das Fehlen konkreter Zahlungswege deutet auf einen Mangel an Transparenz hin. Die Angabe „Krypto-Trading“ allein reicht nicht aus; ein seriöser Broker muss klare Transaktionsprotokolle und Nachweise für die Abwicklung von Trades bereitstellen.

Ein weiteres Warnsignal ist die fehlende Garantie von Erfolgen. Obwohl die Plattform keine garantierten Renditen verspricht, erzeugt sie durch die Marketingkampagne eine künstliche Dringlichkeit. Die Formulierung „creates_urgency“ im Datensatz zeigt, dass die Betreiber auf schnelle Entscheidungen abzielen. Diese Strategie ist typisch bei Betrugsplattformen, die ihre Opfer emotional unter Druck setzen, bevor sie sich auf ein hohes Risiko einlassen.

Zusammengefasst: cryptorxindex.info weist mehrere zentrale Mängel auf: fehlende regulatorische Nachweise, unklare Zahlungsmethoden, fehlende Kontaktdaten und manipulative Marketingtechniken. Diese Faktoren deuten eindeutig auf eine unseriöse und potenziell betrügerische Plattform hin.

Wie der Betrug bei cryptorxindex.info abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

cryptorxindex.info nutzt gezielte Werbeanzeigen auf sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook und TikTok. Diese Anzeigen zeigen angebliche „Erfolgsgeschichten“ von angeblichen Investoren, die schnelle Gewinne erzielt haben. Die ersten Kontaktpunkte sind meist über Telegram-Gruppen oder WhatsApp-Chatbots, die als „Anlageberater“ auftreten. Sie fordern potenzielle Opfer auf, eine erste Einzahlung von 250 € zu tätigen. Dieser Betrag ist bewusst niedrig gewählt, um die Hemmschwelle zu senken. Durch das Lockangebot werden die Opfer in die Plattform eingeführt und das Vertrauen aufgebaut.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Plattform dem Nutzer scheinbar hohe Gewinne. Auf dem Dashboard von cryptorxindex.info wird angezeigt, dass 250 € in zwei Wochen 800 € wert sind. Diese Zahlen stammen aus einem internen Simulationsalgorithmus, der keine echten Marktbewegungen abbildet. Es gibt keine Verbindung zu einer regulierten Börse; die Trades sind nur in einer Web-App simuliert. Das Ziel ist, das Vertrauen zu festigen, indem scheinbare Renditen erzeugt werden.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Die Plattform baut eine persönliche Beziehung über einen „Account Manager“ auf. Dieser kommuniziert regelmäßig über Messenger-Apps und verspricht exklusive Boni, wie z. B. einen Hebel von 1:500 und garantierte Profite. Durch Zeitlimits („Nur heute“) und die Darstellung fiktiver Erfolgsstorys wird der Eindruck erweckt, dass weitere Einzahlungen unvermeidlich sind. Typische Betrugsbeträge reichen von 5.000 bis 50.000 €. Manche Opfer investieren sogar über 500.000 €, weil sie glauben, dass sie an einem exklusiven Markt teilnehmen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Nutzer nun seine Gewinne auszahlen möchte, werden plötzlich mehrere Gebühren in Rechnung gestellt. Die Plattform fordert die folgenden fiktiven Kosten:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem Verlust des Geldes melden sich häufig „Anwälte“, „Behörden“ oder „Krypto-Forensiker“ über WhatsApp oder Telegram. Sie behaupten, das Geld zurückzuholen und verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Angebote sind reine Weiterverkaufstaktiken; die Täter behalten die Daten und die Kontrolle über die Wallets. Ein echter Anwalt oder eine offizielle Behörde wird niemals unaufgefordert per Messenger Kontakt aufnehmen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko, dass Sie das gesamte Kapital verlieren.
  2. Alle Belege sichern. Speichern Sie E-Mails, SMS-Nachrichten, Screenshots der Plattform und Zahlungsnachweise. Diese Unterlagen sind wichtig für mögliche Ermittlungen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Krypto-Börse, auf der die Einzahlung erfolgt ist. Informieren Sie sie über den Vorfall und fordern Sie eine Rückbuchung an.
  4. Melden Sie den Vorfall bei der Polizei oder der Bundeskriminalamt. Nutzen Sie das Online-Formular oder rufen Sie die Hotline an, um eine Strafanzeige zu erstatten.
  5. Ignorieren Sie sämtliche „Recovery-Scam“-Angebote. Seien Sie wachsam gegenüber jedem, der verlangt, dass Sie Geld im Voraus zahlen, um Ihr Geld zurückzuholen.

Schluss

cryptorxindex (cryptorxindex.info) ist ein klarer Betrug. Die Plattform nutzt manipulative Techniken, um Vertrauen zu erlangen, und verlangt anschließend unfaire Gebühren. Handeln Sie jetzt, um weitere Verluste zu verhindern.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei cryptorxindex.info gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

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Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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