Warnung vor Ziraat Money (de-ziraatmoney.org): Erfahrungen zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Ziraat Money (de-ziraatmoney.org) ist keine regulierte Investmentplattform. Die Betreiber haben gezielt Anleger betrogen und veräußern ihre Dienste als „Privatkredit“ und „Geschäftskredit“. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 13. Mai 2026 ausdrücklich vor De Ziraatmoney unter dem Titel „Ziraat Money: Bafin warnt vor Angeboten auf der Website de-ziraatmoney(.)org“. Die vollständige BaFin-Warnung zu De Ziraatmoney steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite De Ziraatmoney (de-ziraatmoney.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite de-ziraatmoney.org

Warum de-ziraatmoney.org unseriös ist

Ziraat Money präsentiert sich als Plattform für Privat- und Geschäftskredite. Die wichtigsten Unstimmigkeiten sind:

  1. Fehlende Registernummer: Auf der Seite taucht keine Handelsregisternummer oder Aufsichtsbehörde auf. In Deutschland ist die Angabe einer Handelsregisternummer Pflicht für Unternehmen, die Finanzdienstleistungen anbieten.
  2. Keine Lizenz: Es wird keine Lizenznummer oder Aufsichtsbehörde genannt. Eine regulierte Kreditvergabe erfordert in der Regel eine Genehmigung von BaFin oder einer ähnlichen Behörde.
  3. Unklare Adressangaben: Die Adresse Myliusstrasse 14, 60323 Frankfurt, Deutschland ist auf der Website vermerkt, aber im Handelsregister ist der Name Ziraat Money dort nicht registriert. Das lässt vermuten, dass die Adresse nur als Marketinginstrument dient.
  4. Hohe Mindestdeposition: Die Website verlangt mindestens 5.000 € per SEPA-Überweisung oder SEPA-Lastschrift. Für eine Kreditplattform sind solche hohen Mindestbeträge ungewöhnlich, besonders wenn keine Prüfung der Bonität erfolgt.
  5. Fehlende Erfolgsberichte: Es gibt keine belegbaren Renditen oder Erfolgsgeschichten. Stattdessen wird lediglich auf die „Privatkredit“- und „Geschäftskredit“-Dienstleistung verwiesen, ohne konkrete Beispiele.
  6. Ungeprüfte Zahlungsmodalitäten: Die Plattform akzeptiert ausschließlich SEPA-Überweisungen und Lastschriften. Für eine legitime Kreditplattform wären zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen wie Zwei-Faktor-Authentifizierung oder eine Kreditwürdigkeitsprüfung nötig.

Diese Inkonsistenzen sind für ein seriöses Finanzunternehmen nicht akzeptabel. Sie deuten stark auf einen betrügerischen Hintergrund hin.

Angegebene Adresse von Ziraat Money

Die Website gibt an, dass der Sitz bei Myliusstrasse 14, 60323 Frankfurt, Deutschland liegt. In öffentlichen Handelsregisterdaten ist der Name Ziraat Money dort jedoch nicht verzeichnet. Es ist fraglich, ob dort tatsächlich ein Geschäftsbetrieb existiert.

Der angegebene Standort in Deutschland entspricht ein Gebäude (Nutzung in OSM nicht klassifiziert), was eine Bürotätigkeit nicht ausschließt, sie aber auch nicht bestätigt.

Die infrastrukturelle Spurensuche fördert einen Widerspruch zutage. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in Deutschland. Diese Konstellation ist klassisch für Operationen, die in einem Land ihren Ruf aufbauen und in einem anderen ihre technischen Spuren verwischen.

Adresse
Deutschland
Server-Standort
unbekannt
Hosting-Land
USA

Wie der Betrug bei de-ziraatmoney.org abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Potenzielle Opfer werden durch gezielte Online-Werbung auf sozialen Medien erreicht. In den Anzeigen wird ein hoher Kreditbetrag mit niedriger Zinsrate versprochen. Die erste Einzahlung wird bewusst niedrig gehalten, typischerweise um 250 € oder 500 € über SEPA. Ziel ist, die psychologische Hemmschwelle zu senken und Vertrauen aufzubauen. Oft erfolgt die Kontaktaufnahme per E-Mail oder Direktnachricht, in der ein vermeintlicher „Berater“ die Gelegenheit erläutert.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Web-App von de-ziraatmoney.org angebliche „Gewinne“. Die Zahlen sind reine Simulationen, die in der Software generiert werden, ohne dass echte Kredittransaktionen stattfinden. Es wird behauptet, dass der Kreditbetrag sofort mit Zinsen multipliziert wird, doch die Plattform leitet keine Daten an Banken oder Kreditinstitute weiter. Anleger sehen lediglich hübsche Zahlen, die das Vertrauen vertiefen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein „Account-Manager“ baut über Wochen hinweg eine Beziehung auf. Er verspricht exklusive „VIP-Konten“, höhere Kreditzinsen und Zugang zu vermeintlichen Sonderkonditionen. Durch Zeitlimits („Nur heute“), künstliche Verknappung und Social-Proof-Strategien: etwa gefälschte Erfolgsgeschichten von „anderen Kunden“: wird der Anleger zum weiteren Einzahlen animiert. Die Betrugsmasche reicht oft bis zu 50.000 € oder mehr. Jede weitere Einzahlung wird als „Investition in höhere Renditen“ dargestellt.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Anleger seine Gelder zurückfordern möchte, werden plötzlich Gebühren eingeführt. Diese Forderungen sind gefälscht und dienen ausschließlich der Erhöhung der Betrugsprofitmarge.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde niemals Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.

Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu seinem ursprünglichen Einsatz und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen oft „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf. Sie bieten an, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In der Regel steckt hinter diesen Anbietern dieselbe Gruppe, die die ursprüngliche Plattform betreibt. Sie verkaufen die Daten der Opfer weiter. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Stoppen Sie jegliche Transaktionen mit de-ziraatmoney.org.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Screenshots, Überweisungsbestätigungen und Kontoauszüge. Diese Dokumente sind entscheidend für eine spätere Anzeige.
  3. Bank/Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie Ihre Bank, um die Kontobewegungen zu überwachen und ggf. eine Sperre zu erwirken.
  4. Polizei oder Staatsanwaltschaft einschalten: Reichen Sie Strafanzeige ein. Da Sie über 500 Anlagebetrugsfälle verfolgt haben, ist die Polizei bestens mit solchen Fällen vertraut.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Vermeiden Sie jede weitere Kontaktaufnahme von angeblichen „Rechtsanwälten“ oder „Behörden“. Legitime Stellen setzen sich nicht per WhatsApp mit Ihnen in Verbindung.

Abschließende Empfehlung

Ziraat Money (de-ziraatmoney.org) ist eindeutig ein Betrugsunternehmen. Die fehlenden Registernummern, fehlende Lizenzen und die manipulierten Gewinnangaben sind klare Warnsignale. Handeln Sie sofort, sichern Sie Ihre Beweise und melden Sie den Betrug den zuständigen Behörden. Nur so können Sie Ihre finanziellen Verluste begrenzen und andere vor weiteren Schädigungen schützen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei de-ziraatmoney.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei de-ziraatmoney.org
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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