Warnung vor Digital Assets Control (digitalassetscontrol.net): Betrugsfalle im Recovery-Service

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·3 Min. Lesezeit·
Teilen:

Digital Assets Control (digitalassetscontrol.net) ist ein betrügerisches Recovery-System. Es lockt Anleger mit angeblichen Schlichtungs- und Verifizierungsdiensten, verschleiert jedoch keine realen Leistungen.

Screenshot der Webseite Digitalassetscontrol (digitalassetscontrol.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite digitalassetscontrol.net

Warum digitalassetscontrol.net unseriös ist

Die Plattform präsentiert sich als Recovery-Service, behauptet jedoch keine Lizenz oder Aufsichtsbehörde. Die fehlende Registration Number, kein Hinweis auf ein regulatorisches Rahmenwerk und das Fehlen einer Handelsregisternummer deuten eindeutig auf eine fehlende gesetzliche Zulassung hin. Zudem gibt es keine klaren Kontaktdaten; die einzige Telefonnummer fehlt ganz. Die Website bietet keine Zahlungsoptionen an und listet keine Zahlungsmethoden. In der Praxis bedeutet das, dass Nutzer ihre Gelder nicht einziehen können, weil keine legitime Bankverbindung existiert. Die Angaben zu 325 angeblichen Fällen ohne nachweisbare Erfolgsgeschichten sind ein weiteres Indiz: solch hohe Zahlen ohne Belege sind typisch für reibungslos geplante Betrugsmaschen. Die Kombination aus fehlender Transparenz, fehlender Lizenz und fehlender Zahlungsinfrastruktur macht digitalassetscontrol.net eindeutig unseriös.

Die behauptete Geschäftsadresse

Die Website nennt die Adresse „1 Canada Square, London E14 5NY, United Kingdom“. Im Handelsregister ist der Betrieb dort nicht verzeichnet. Es fehlt jede Bestätigung, dass ein legitimes Unternehmen dort tätig ist.

Die geocodierten Daten zeigen im Vereinigten Königreich auf ein Gewerbe-/Bürogebäude ("One Canada Square"). Eine solche Lokation ließe gewerbliche Nutzung zu, ohne dass damit aber die Tätigkeit dieser Plattform belegt wäre.

Eine technische Auffälligkeit verstärkt den Verdacht. Der Hosting-Anbieter ist in Zypern registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
unbekannt
Hosting-Land
Zypern

Wie der Betrug bei digitalassetscontrol.net abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt & Lockangebot

Der Betrugszyklus beginnt meist mit gezielten Cold-Calls von vermeintlichen „Anlageberatern“. Alternativ nutzen die Täter Social-Media-Ads, die angebliche Erfolgsgeschichten von „Experten“ zeigen. In beiden Fällen wird ein niedriger Einstieg von etwa 250 € empfohlen, um die Hemmschwelle zu senken. Durch das scheinbar schnelle „Recovery“ wird ein Gefühl der Dringlichkeit erzeugt. Das Ziel ist es, Vertrauen aufzubauen, bevor weitere Forderungen gestellt werden.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigen die Plattform-Screenshots unrealistische Renditen. Die Software erzeugt fiktive Handelsdaten, die den Eindruck erwecken, dass 250 € in zwei Wochen 800 € geworden sind. Es findet kein echter Handel statt; die angeblichen Gewinne stammen aus Datenbankeinträgen, die auf der Website angezeigt werden. Dieses „Fake-Profit-Modell“ dient dazu, die Glaubwürdigkeit zu erhöhen und die Nutzer zu ermutigen, mehr Geld zu investieren.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein persönlicher „Account-Manager“ wird über Wochen aufgebaut, oft via Messenger-Apps. Er verspricht VIP-Konten, Hebelboni von 1:500, garantierte Profite und exklusive IPO-Zugänge. Durch Zeitlimits („nur heute“) und gefälschte Mit-Anleger-Stories entsteht die Illusion, dass schnelle Gewinne möglich sind. Opfer zahlen häufig zwischen 5.000 und 50.000 €, manche sogar über 500.000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch & Forderung von Gebühren

Wenn das Opfer eine Auszahlung wünscht, tauchen plötzlich Gebühren auf. Typische Fake-Gebühren: Transaktionsgebühr, Steuervorauszahlung ans Finanzamt, Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“, KYC-Verifizierungsgebühr, Konto-Aktivierungsgebühr, Anti-Geldwäsche-Hinterlegung. Diese Forderungen sind frei erfunden. Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach ersten Verlusten senden Dritte E-Mails mit „Anwalts- oder Behörden-Betreuung“. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese „Anwälte“ sind in der Regel dieselben Täter, die die ursprünglichen Daten weiterverkaufen. Seriöse Anwälte melden sich nie unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede weitere Einzahlung verschafft dem Betrüger mehr Daten, die er weiterverkaufen kann.
  2. Alle Kommunikationsprotokolle sichern. Screenshots, E-Mails, Chat-Logs und Transaktionsbelege sollten gesichert werden, um Beweismaterial für Ermittlungsbehörden zu haben.
  3. Die Bank oder die Krypto-Börse kontaktieren, bei der die ursprüngliche Einzahlung erfolgte. Fordern Sie eine Rückbuchung an und melden Sie den Vorfall.
  4. Strafanzeige bei der Polizei oder dem örtlichen Finanzaufsichtsamt einreichen. Ein Ermittler kann den Fall aufnehmen und weitere Opfer schützen.
  5. Ignorieren Sie Angebote von „Recovery-Spezialisten“ oder „Anwälten“, die auf WhatsApp, Telegram oder E-Mail auftauchen. Seriöse Fachleute kontaktieren Sie nicht ohne Voranmeldung.

Weitere Hinweise

Die Plattform nutzt ausschließlich die E-Mail-Adresse contact@digitalassetscontrol.support. Es gibt keine Telefon- oder Faxnummer. Die fehlende Telefon-Support-Linie ist ein weiteres Warnsignal: seriöse Finanzdienstleister bieten immer einen telefonischen Kundensupport an.

Wenn Sie bereits Opfer geworden sind, handeln Sie jetzt: sichern Sie Beweismaterial, informieren Sie Ihre Bank und reichen Sie Strafanzeige ein. Ihre Schritte können weitere Menschen vor Verlusten bewahren.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei digitalassetscontrol.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei digitalassetscontrol.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

Kontakt

Anfrage stellen

Schildern Sie kurz, was passiert ist. Sie bekommen eine Rückmeldung mit erster Einschätzung und Empfehlung, wie es weitergeht.

Vertraulich · Berufliche Verschwiegenheit · Unverbindlich

Kurz schildern

Ein paar Angaben genügen. Danach melden wir uns mit einer ersten Einschätzung.

Vertraulich · Unverbindlich

Bei Digitalassetscontrol Geld verloren?

Kostenlose Fall-Prüfung in 24h

Prüfen