ematoos.space (ematoos.space) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·3 Min. Lesezeit·
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Sie haben sich für ematoos.space angemeldet und jetzt ist Ihnen klar, dass Sie Opfer eines Betrugs geworden sind. Die Plattform bietet angeblich Krypto-Mining und Liquidity Node Services an, doch alle Indizien deuten auf eine unseriöse Operation hin.

Screenshot der Webseite Ematoos (ematoos.space)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite ematoos.space

Über Anton Haverkamp

In meiner fünfjährigen Laufbahn bei der Polizei war ich stets für die Aufklärung komplexer Finanzdelikte zuständig. Anschließend wechselte ich in eine Spezialeinheit der Finanzermittlungen, wo ich mehr als 500 Fälle von Anlagebetrug und Geldwäsche in der Blockchain verfolgt habe. Diese Erfahrung bildet die Grundlage meiner Analyse zu ematoos.space.

Warum ematoos.space unseriös ist

Die Plattform präsentiert sich als Krypto-Exchange, jedoch fehlen sämtliche rechtlichen Kennzeichen: keine Handelsregisternummer, keine Angabe einer Aufsichtsbehörde und keine Lizenznummer. Das einzige, was öffentlich sichtbar ist, sind die angebotenen Zahlungsarten: TRC20, ERC20 und USDT. Die Website ist ausschließlich in chinesischer Sprache verfügbar, was den Eindruck erweckt, dass die Zielgruppe außerhalb Chinas liegt, während die Server in den USA registriert sind.

Ein weiteres klares Warnsignal ist die Versprechen von Renditen von 1 % bis 4,5 % ohne jegliche Quellenangabe. Die Plattform nutzt keine unabhängigen Audits und keine transparente Dokumentation der Mining-Pools oder Liquidity Nodes. Der gesamte Inhalt ist stark standardisiert, ohne individuelle Kundenbetreuung.

Zusammenfassend zeigen die fehlenden regulatorischen Informationen, die einseitige Sprachwahl, die unklare Herkunft der Server und die unrealistischen Renditeversprechen, dass ematoos.space keine seriöse Plattform darstellt.

Wie der Betrug bei ematoos.space abläuft

Schritt 1: Der erste Kontakt und das lockende Angebot

Zuerst werden potenzielle Opfer durch gezielte Social-Media-Ads angesprochen, die scheinbar professionelle Trading-Videos mit hohen Gewinnen zeigen. In der Regel ist die erste Einzahlung minimal, oft um die 250 € oder weniger, um die Hemmschwelle zu senken. Der Kunde erhält dann eine kurze Einführung in die angebliche Mining-Technologie und einen Link zum Download einer Wallet, die angeblich die Gewinne automatisch anzeigt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung nutzt die Plattform eine Web-App, die simulierte Gewinnzahlen anzeigt. Diese Zahlen sind reine Datenbank-Einträge, die von einem zentralen Server erzeugt werden. Es findet kein echter Handel statt; die angeblichen Gewinne resultieren lediglich aus vordefinierten Algorithmen. Der Kunde sieht in wenigen Tagen angeblich mehrere hundert Euro, was das Vertrauen in die Plattform stärkt.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Um die Gewinne zu erhöhen, wird dem Kunden ein „VIP-Status“ angeboten. In der Regel wird ein Hebel von 1:500 versprochen, sowie angebliche exklusive Zugangsmöglichkeiten zu neuen Krypto-Projekten. Der Account-Manager nutzt psychologische Druckmittel: zeitlich begrenzte Angebote, gefälschte Erfahrungsberichte von „anderen Anlegern“ und ein Gefühl der Exklusivität. Die meisten Opfer zahlen zwischen 5 000 € und 50 000 €, manche sogar mehr, um ihre Position zu festigen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und gefälschte Gebühren

Sobald ein Kunde den Wunsch äußert, seine Gewinne auszahlen zu lassen, erscheint plötzlich ein neues System von Gebühren.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach ersten Verlusten treten häufig Dritte auf den Plan: angebliche Anwälte, „Krypto-Forensiker“ oder sogar ausländische Polizeibehörden. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Versprechen stecken in der Regel dieselben Täter, die die Daten der Opfer weiterverkaufen. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Überweisung erhöht das Risiko, mehr Geld zu verlieren.
  2. Alle Belege und Kommunikationen sichern: Screenshots, E-Mails, Chat-Nachrichten und Transaktionsnachweise sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Kryptowährungsbörse: Melden Sie die verdächtigen Transaktionen und fordern Sie eine Sperrung der betreffenden Konten.
  4. Erstatten Sie Strafanzeige: Wenden Sie sich an die örtliche Polizeidienststelle oder an die Finanzbehörde. Ihre Erfahrungen und Beweise helfen, weitere Opfer zu verhindern.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scams: Wer Ihnen verspricht, das Geld zurückzuholen, ist höchstwahrscheinlich Teil des ursprünglichen Betrugs.

Abschließende Worte

Sie haben bereits einen großen Schritt gemacht, indem Sie die Betrugsmasche erkannt haben. Nutzen Sie die hier aufgezeigten Maßnahmen, um Ihre Situation zu stabilisieren und weitere Schäden zu verhindern.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei ematoos.space gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei ematoos.space
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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