Fund Ourselves Ltd (fundourselves.uk): Ist die Plattform seriös oder betrügerisch?
Sie haben bereits ein Konto bei Fund Ourselves Ltd eröffnet und befürchten, dass Ihre Einzahlungen nicht sicher sind. Die Plattform hat sich als unseriös erwiesen, und die Anzeichen für einen Betrug sind eindeutig. Auch die Financial Conduct Authority (FCA) warnt ausdrücklich vor Fundourselves unter dem Titel „fundourselves.uk (Clone of FCA authorised firm) (new)“. Die vollständige FCA-Warnung zu Fundourselves steht auf der offiziellen Seite der FCA zur Verfügung.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum fundourselves.uk unseriös ist
Die Analyse der öffentlich verfügbaren Informationen offenbart mehrere Inkonsistenzen, die auf eine betrügerische Absicht hindeuten. Erstens gibt es keine verlässliche Angabe einer Handelsregisternummer, obwohl die Plattform vorgibt, im Namen einer regulierten Behörde zu operieren. Die Angabe einer Lizenznummer 729238 unter dem Namen der Financial Conduct Authority (FCA) ist ohne Bestätigung der Behörde nicht verlässlich. Zweitens fehlt jegliche Kontaktmöglichkeit: weder eine E-Mail noch eine Telefonnummer sind hinterlegt, was die Erreichbarkeit und Nachvollziehbarkeit stark einschränkt. Drittens nutzt die Plattform ausschließlich die Dienstleistung „Kurzfristige Kredite“ und „Sofortkredite“ ohne weitere Transparenz über die Konditionen oder die Art der Rückzahlung. Schließlich erzeugt die Website ein Gefühl der Dringlichkeit, indem sie auf unrealistische Geschwindigkeit und sofortige Auszahlungsmöglichkeiten hinweist, ohne dass klare rechtliche Rahmenbedingungen oder Gebührenstrukturen angegeben werden. Diese Kombination aus fehlender Transparenz, unbestätigten Lizenzangaben und erzwungener Dringlichkeit ist ein klassisches Merkmal betrügerischer Finanzplattformen.
Angegebene Adresse von Fund Ourselves Ltd
Die Plattform gibt an, ihren Sitz in Unit 1d, 36 Woodstock Grove, London W12 8LE zu haben. In Handelsregistern und öffentlich zugänglichen Verzeichnissen lässt sich jedoch keine Firma mit dieser Adresse verifizieren. Das Fehlen eines registrierten Unternehmensstandorts sowie das Fehlen eines Handelsregisternumbers auf der Website lassen Zweifel an der Rechtsgültigkeit des Unternehmens aufkommen.
Der angegebene Standort im Vereinigten Königreich entspricht ein Gebäude (Nutzung in OSM nicht klassifiziert) ("Woodstock Studios"), was eine Bürotätigkeit nicht ausschließt, sie aber auch nicht bestätigt.
Eine technische Auffälligkeit verstärkt den Verdacht. Der Hosting-Anbieter ist in der Ukraine registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Solche Diskrepanzen sind ein typisches Merkmal betrügerischer Plattformen, die hinter ausländischer Hosting-Infrastruktur eine seriöse Adresse vortäuschen.
- Adresse
- Vereinigtes Königreich
- Server-Standort
- unbekannt
- Hosting-Land
- Ukraine
Wie der Betrug bei fundourselves.uk abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot
Fund Ourselves Ltd nutzt gezielte Online-Kampagnen auf Social-Media-Plattformen, um potenzielle Opfer anzusprechen. Durch gefälschte Testimonials von Personen wie „Daniel R.“, „Lisa M.“ und „Tom K.“ werden vermeintliche Erfolgsgeschichten präsentiert, die von der Plattform als „Kundenstimmen“ beworben werden. In der Regel erfolgt die Erstansprache per E-Mail, WhatsApp oder Telegram, wobei der Betroffene zunächst mit einer Einladung zu einem kostenlosen Beratungsgespräch konfrontiert wird. Der Fokus liegt dabei auf dem Versprechen von „sofortigen Krediten“ mit niedriger Mindesteinzahlung: meist um die 250 €: um die Hemmschwelle zu senken und das Vertrauen zu gewinnen. Sobald die erste Einzahlung erfolgt ist, wird der Nutzer in ein Dashboard geführt, das vorab definierte Renditen anzeigt, ohne dass tatsächliche Markttransaktionen stattfinden.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung werden dem Betroffenen fiktive Gewinne präsentiert, die innerhalb kurzer Zeiträume angeblich realisiert wurden. Die Plattform nutzt ein Dashboard, das angebliche „Kurse“ und „Gewinne“ in Echtzeit anzeigt. Diese Zahlen sind jedoch rein simuliert; es gibt keine Verbindung zu echten Börsen oder Finanzmärkten. Der Nutzer sieht, wie aus seiner geringen Einzahlung von 250 € in zwei Wochen angeblich 800 € werden. Durch die wiederholte Darstellung dieser „Erfolge“ wird das Vertrauen vertieft und die Illusion eines stabilen Geschäftsmodells geschaffen.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
In der folgenden Phase baut ein angeblicher „Account-Manager“ eine Beziehung zum Betroffenen auf. Durch regelmäßige Nachrichten werden dem Nutzer exklusive Angebote wie „VIP-Konten“, Hebelboni von 1:500, garantierte Profite oder angebliche Insider-Tipps präsentiert. Diese Angebote enthalten oft Zeitlimits und Verknappungsargumente („nur heute“, „nur wenige Plätze verfügbar“). Die Plattform nutzt Social-Proof-Techniken, indem sie weitere fiktive Erfolgsgeschichten von „anderen Kunden“ hervorhebt. Oft wird der Nutzer dazu aufgefordert, weitere Beträge in Höhe von 5 000 € bis 50 000 € zu überweisen: und gelegentlich sogar mehr als 500 000 €. Diese Phase dient dazu, die Summe zu erhöhen, bevor die Auszahlung überhaupt möglich ist.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Sobald ein Betroffener seine Gewinne oder das ursprüngliche Kapital auszahlen möchte, stellt die Plattform plötzlich eine Reihe von Gebühren vor. Typische Fake-Gebühren, die häufig genannt werden, sind:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tritt häufig ein Dritter auf, der vorgibt, das Geld zurückzuholen. Anwalts- oder Polizeibeamte, „Krypto-Forensiker“ oder „Behördenmitarbeiter“ bieten Hilfe an, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In der Regel sind diese Personen Teil des ursprünglichen Betrugsnetzwerks. Ihre Aufgabe ist es, weitere Opfer zu rekrutieren und die gesammelten Daten zu monetarisieren. Seriöse Anwälte und Behörden melden sich niemals per WhatsApp oder Telegram unaufgefordert an. Jeder Versuch, zusätzliche Gebühren zu erheben, ist ein weiteres Zeichen der Betrugsmasche.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht Ihre Risiken.
- Sammeln Sie Beweise: Screenshots von Kontobewegungen, E-Mails, Chat-Protokollen und die genaue Adresse der Plattform.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Zahlungsanbieter: Informieren Sie sie über die verdächtigen Transaktionen und fordern Sie die Rückabwicklung ein.
- Reichen Sie eine Strafanzeige bei der Polizei ein: Nutzen Sie Ihre lokalen Behörden oder die Polizeidienststelle für Finanzbetrug.
- Ignorieren Sie Recovery-Scam-Angebote: Jede Forderung nach Vorab-Gebühren oder „Dienstleistungen“ ist ein weiterer Betrugsversuch.
- Informieren Sie sich über rechtliche Schritte: Sie haben das Recht, Ihr Geld zurückzufordern und Schadensersatz zu beantragen.
- Melden Sie die Plattform bei der Financial Conduct Authority: Auch wenn die Angabe unbestätigt ist, kann die FCA die Plattform untersuchen.
- Vermeiden Sie weitere Kontaktaufnahmen mit der Plattform: Löschen Sie alle Konten und blockieren Sie die E-Mails und Telefonnummern.
- Nutzen Sie Verbraucherportale: Teilen Sie Ihre Erfahrungen, um andere zu warnen.
- Suchen Sie professionelle Hilfe: Ein Fachanwalt für Finanzrecht kann Ihnen bei der Durchsetzung Ihrer Rechte assistieren. Die Kombination dieser Maßnahmen erhöht Ihre Chancen, das verlorene Geld zurückzufordern und weitere Opfer zu schützen.
Abschließender Hinweis
Wenn Sie bereits Opfer von Fund Ourselves Ltd geworden sind, handeln Sie jetzt. Verzögern Sie nicht, da jede weitere Verzögerung die Chancen auf eine Rückerstattung mindert. Ihre Sicherheit und Ihre Rechte stehen an erster Stelle: nutzen Sie alle verfügbaren Mittel, um sich zu schützen und Gerechtigkeit zu erlangen.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei fundourselves.uk gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.