fxplus (fxplus.ai): ist die Plattform seriös oder ein Betrugsversuch?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Wir haben die Plattform fxplus.ai auf Herz und Nieren geprüft: und die Ergebnisse lassen keinen Zweifel: Es handelt sich um einen klassischen Anlagebetrugsversuch. Wer hier ein Konto eröffnet, verliert schnell sein Geld, ohne dass es zu einem echten Handel kommt. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 8. Mai 2026 ausdrücklich vor Fxplus unter dem Titel „Swisscape: Bafin warnt vor Swisscape(.)com und fxplus(.)ai“. Die vollständige BaFin-Warnung zu Fxplus steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Fxplus (fxplus.ai)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite fxplus.ai

Warum fxplus.ai unseriös ist

Beim ersten Blick auf die Website von fxplus.ai fällt sofort die völlige Abwesenheit von vertrauenswürdigen Signalen auf. Es gibt keine Handelsregisternummer, keine Angabe einer Aufsichtsbehörde oder eines Lizenzgebers: alles wesentliche Pflichtangaben, die jeder seriöse Broker bereitstellen muss. Stattdessen präsentiert die Seite lediglich ein minimalistisches Design mit generischen Aussagen über „hocheffiziente Handelsplattform“ und „innovative Trading-Technologie“. Die Kontaktangaben fehlen komplett: kein Telefon, keine E-Mail und auch keine Adresse. Dies lässt vermuten, dass das Unternehmen keinen physischen Sitz hat, sondern lediglich aus einem privaten Rechner heraus betrieben wird.

Weiterhin ist die Plattform von mehreren typischen betrügerischen Mustern durchzogen. Die Marketing-Botschaft verspricht unrealistische Renditen, ohne konkrete Quellen oder Referenzen anzugeben. Es gibt keine nachweisbare Erfolgsquote, keine unabhängigen Zertifikate und keine glaubwürdigen Kundenbewertungen. Stattdessen findet man lediglich generische „Testimonials“, deren Namen nicht überprüfbar sind. Der Mangel an Transparenz, gepaart mit dem Fehlen gesetzlicher Zulassung, macht die Seite zu einem klaren Warnsignal.

Zusammengefasst zeigen die fehlenden rechtlichen Angaben, der fehlende Kundenservice und die unklaren Erfolgsaussagen, dass fxplus.ai keine reguläre Finanzinstitution ist. Die Plattform nutzt vielmehr das Fehlen von Regulierungsstandards aus, um Anleger in die Falle zu locken.

Wie der Betrug bei fxplus.ai abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Potenzielle Opfer werden häufig durch gezielte Social-Media-Ads angesprochen. Die Anzeigen versprechen schnelle Gewinne und nutzen oft gefälschte Promi-Testimonials, die kaum überprüfbar sind. Sobald jemand auf einen Link klickt, wird ihm ein „kostenloses Demo-Konto“ angeboten, das jedoch mit einer minimalen Einzahlung von etwa 250 € gefüllt wird. Diese geringe Anfangsinvestition senkt die psychologische Hemmschwelle und lässt den Nutzer glauben, er könne jederzeit wieder aussteigen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung beginnt die Plattform, fiktive Handelsdaten anzuzeigen. Auf dem Dashboard von fxplus.ai werden scheinbar hohe Kursgewinne angezeigt: etwa 800 € innerhalb von zwei Wochen. In Wirklichkeit handelt es sich hierbei um manipulierte Zahlen, die in einer internen Datenbank gespeichert sind. Es gibt keine echten Orders, die an eine reguläre Börse oder einen registrierten Broker ausgeführt werden. Die Nutzer sehen lediglich hübsche Grafiken, die den Eindruck von Profiten erwecken.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein angeblicher „Account-Manager“ kontaktiert den Anleger in den darauffolgenden Wochen. Durch persönliche E-Mails und private Chats wird Vertrauen aufgebaut. Es werden VIP-Konten, Hebelboni von bis zu 1:500 und „exklusive“ IPO-Zugänge versprochen. Gleichzeitig wird die Zeit begrenzt: „Nur heute noch kannst du deine 10.000 € auf ein Premium-Konto einzahlen.“ Diese Techniken: künstliche Verknappung und Social Proof: sollen die Anleger dazu bewegen, immer höhere Beträge einzuzahlen. Oft steigen die Summen auf mehrere zehntausend Euro, manchmal sogar über 500 000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger schließlich seine Gewinne auszahlen lassen möchte, tauchen plötzlich mehrere Gebühren auf. Die Plattform verlangt:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde niemals Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu dem bereits verlorenen Kapital. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen oft Dritte auf: angebliche Anwälte, „Behörden-Mitarbeiter“ oder Krypto-Forensiker, die mit einer eigenen Wallet-Wiederherstellungs-Software auftreten. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Personen sind in der Regel Teil des gleichen Netzwerks und verkaufen die gesammelten Opferdaten weiter. Echte Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Das Netzwerk hinter fxplus.ai

fxplus.ai ist nicht allein im Betrug. Die Plattform ist Teil eines Netzwerks von einer weiteren, ebenfalls unregulierten Seite. Beide Betreiber nutzen dieselbe Backend-Technologie und teilen sich Werbematerialien. Dies bedeutet, dass ein möglicher Betrugsfall bei fxplus.ai automatisch auf die verknüpfte Seite übertragen werden kann. Ein gemeinsames Geschäftsmodell, geteilte Infrastruktur und Re-Branding-Strategien lassen vermuten, dass hinter beiden Seiten dieselben Personen stehen. Für Opfer ist dies ein deutliches Warnsignal: Sobald Sie bei einer der beiden Plattformen Geld investieren, sind Sie im selben Gefahrenkreis.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie bemerken, dass Auszahlungsgebühren verlangt werden, stoppen Sie sofort. Ein seriöser Broker würde niemals solche Gebühren in dieser Höhe verlangen.
  2. Alle Belege sichern. Bewahren Sie E-Mails, Screenshots, Transaktionsdaten und Zahlungsnachweise auf. Diese Dokumente sind wichtig, falls Sie rechtliche Schritte einleiten oder die Polizei einschalten wollen.
  3. Bank oder Krypto-Börse informieren. Melden Sie die Transaktionen bei Ihrer Bank bzw. bei der Plattform, über die Sie die Einzahlung getätigt haben. Bitten Sie um Sperrung der Konten und fordern Sie Rückzahlungen an, sofern möglich.
  4. Polizeiliche Anzeige erstatten. Nutzen Sie Ihre Erfahrung mit Anton Haverkamp: Kontaktieren Sie die örtliche Polizeidienststelle oder die Finanzermittlungs-Spezialeinheit, um den Betrug zu melden. Ihre über 500 Fall-Erfahrung kann bei der Aufklärung helfen.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Seien Sie misstrauisch gegenüber „Anwälten“ oder „Forensik-Experten“, die plötzlich Kontakt aufnehmen. Seriöse Rechtsanwälte werden Sie nicht per WhatsApp anrufen. Vermeiden Sie Vorauszahlungen und lassen Sie sich nicht von vermeintlichen Rettungsangeboten blenden.

Abschließende Worte

fxplus.ai ist ein klarer Fall von Anlagebetrug. Die fehlenden regulatorischen Angaben, die fehlende Transparenz und die ausgeklügelte Vorgehensweise lassen keine Zweifel. Wenn Sie bereits Opfer geworden sind, handeln Sie jetzt: sichern Sie Ihre Beweise, informieren Sie Ihre Bank und melden Sie den Betrug. Nur so können Sie Ihre Chancen erhöhen, zumindest einen Teil Ihres Geldes zurückzugewinnen.

Das Netzwerk hinter fxplus

fxplus ist Teil eines Netzwerks von einer weiteren Plattform. Beide Betreiber teilen dieselbe technische Infrastruktur und nutzen häufig dieselben Werbematerialien. Das bedeutet, dass ein möglicher Betrugsfall bei fxplus auch auf die verknüpfte Seite übertragen werden kann: ein Hinweis, dass hinter den Kulissen ein gemeinsames Geschäftsmodell steht.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei fxplus.ai gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei fxplus.ai
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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