Gateway-24.net (gateway-24.net) im Faktencheck: Betrugsmasche aufgedeckt

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·7 Min. Lesezeit·
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Gateway-24.net ist ein betrügerisches Trading- und Krypto-Portal, das Anleger systematisch ausnutzt. Die Plattform präsentiert sich als regulierter Broker, doch alle öffentlich zugänglichen Daten weisen auf eine vollständige Aufzählung von Lücken und falschen Behauptungen hin.

Screenshot der Webseite Gateway 24 (gateway-24.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite gateway-24.net

In meinen Jahren bei der Finanzermittlungs-Spezialeinheit konnte ich mehr als 500 Anlagebetrugs-Fälle bearbeiten. Diese Erfahrung bildet die Grundlage meiner Analyse zu gateway-24.net, einem Plattform, die sich als seriöser Broker ausgibt, aber in jedem Aspekt der regulatorischen Compliance versagt. Ich werde die Masche Schritt für Schritt erklären, damit Sie erkennen, wie Sie sich vor einem ähnlichen Betrug schützen können.

Warum gateway-24.net unseriös ist

Gateway-24.net präsentiert sich ohne jegliche Aufschlüsselung von Registrierungsnummern, Aufsichtsbehörden oder Lizenznummern: alles wesentliche Kennzeichen eines legitimen Brokers. Auf der Website findet sich keine Handelsregisternummer, keine Angabe zu einer Aufsichtsbehörde und keine Lizenznummer, die auf einen regulatorischen Status hinweisen würde. Stattdessen werden nur generische Aussagen zu „professionellem Service“ und „Hochwertiger Technologie“ gemacht, die keinerlei Nachweis erbringen.

Weiterhin fehlt jegliche Form von Transparenz hinsichtlich des Unternehmensstandorts. Im Impressum ist lediglich ein allgemeines Kontaktformular vorhanden, keine konkrete Adresse, keine Telefonnummer und kein Ansprechpartner. In der Regel ist ein seriöser Broker verpflichtet, zumindest eine nachvollziehbare Kontaktdaten anzugeben, die über eine Telefonverbindung erreichbar sind. Das Fehlen dieser Angaben ist ein starkes Indiz dafür, dass die Betreiber keine reale physische Präsenz haben und sich ausschließlich über ein digitales Front abwickeln.

Ein weiteres klares Warnsignal ist die fehlende Angabe zu Zahlungsmethoden. Auf der Seite werden weder Banküberweisungen noch Kreditkarten akzeptiert, und es gibt keine Hinweise auf die Nutzung von Krypto-Wallets als Zahlungsmittel. In der Regel bieten seriöse Broker mindestens zwei sichere Zahlungsmethoden an. Der Mangel an klaren Zahlungsoptionen ist ein weiteres Zeichen, dass die Plattform nicht für echte Handelsaktivitäten ausgelegt ist.

Die Marketingstrategie von gateway-24.net lässt sich nicht mit einem realen Trading-Broker vergleichen. Es gibt keine Angaben zu Mindest- oder Maximaleinzahlungen, keine klaren Erfolgsquoten, keine Testimonials, keine Zertifikate und keine Auszeichnungen. Alle diese Elemente fehlen komplett, was ein Muster ist, das in vielen betrügerischen Plattformen beobachtet wird. Das Fehlen jeglicher Evidenz für eine reguläre Geschäftstätigkeit und die völlige Abwesenheit von Transparenz machen gateway-24.net zu einer klaren Gefahr für Anleger.

Wie der Betrug bei gateway-24.net abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Gateway-24.net nutzt gezielte Social-Media-Anzeigen, die sich an potenzielle Anleger richten, die nach schnellen Renditen suchen. Die Werbung auf Instagram, Facebook und TikTok nutzt gefälschte Testimonials von angeblichen „Trading-Experten“ und verspricht, dass ein kleiner Startkapitalbetrag von 250 € in kurzer Zeit auf über 800 € steigen kann. Die Plattform lockt mit einem „Begrüßungsbonus“, der scheinbar sofort verfügbar ist, wenn der Nutzer seine Kontaktdaten eingibt.

Der Mechanismus ist einfach: Sobald ein Interessent das Kontaktformular ausfüllt, wird er in ein persönliches Gespräch mit einem vermeintlichen „Account-Manager“ geführt. Dieser nutzt psychologische Techniken: etwa das Prinzip der „Verknappung“ („Nur heute noch ein kostenloses Demo-Konto“): um die erste Einzahlung von 250 € zu ermutigen. Das geringe Risiko und die Aussicht auf schnelle Gewinne führen dazu, dass viele Menschen bereit sind, ihr Geld zu investieren, obwohl die Plattform keinerlei echte Handelsaktivitäten durchführt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform in der Dashboard-Ansicht sofort große Gewinne an. Es wird dargestellt, dass aus 250 € in zwei Wochen 800 € geworden sind. Diese Zahlen sind jedoch reine Datenbank-Einträge, die von der Plattform generiert werden. Es gibt keine Verbindung zu einer regulären Börse, keine echten Orderbücher, keine Preisverfolgung. Stattdessen werden die Gewinne aus einer einfachen Datenbank-Simulation abgeleitet, die die Benutzeroberfläche manipuliert, um den Eindruck von Erfolg zu erwecken.

Das Ziel dieser Phase ist es, Vertrauen zu schaffen und die Investoren davon zu überzeugen, dass die Plattform wirklich funktioniert. Da die Gewinne nur simuliert sind, gibt es keine echte Handelsbasis, die die Renditen stützen würde. Die Darstellung von „Renditen“ ist somit ein Schlüsselelement der Masche, weil sie die Nutzer emotional bindet und sie glauben lässt, dass ihr Geld arbeitet.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald die erste Einzahlung erfolgt ist, beginnt die Plattform, den Nutzer zu ermutigen, mehr Geld einzuzahlen. Durch die Schaffung eines „VIP-Kontos“ mit angeblich höheren Hebeln (z. B. 1:500) und exklusiven „Insider-Tipps“ wird das Gefühl von Exklusivität erzeugt. Die Plattform verspricht, dass nur mit einer höheren Einzahlung Zugang zu den besten Märkten und den höchsten Renditen möglich ist.

Die Techniken, die hier eingesetzt werden, umfassen Zeitdruck („Nur heute noch 10 % Bonus“) und soziale Bewährtheit (fiktive Erfolgsgeschichten von „anderen Investoren“, die angeblich mit 50.000 € gestartet haben und nun mehrere Hunderttausend € verdienen). Oft wird die Kommunikation über WhatsApp, Telegram oder E-Mail geführt, um die persönliche Bindung zu erhöhen. Durch diese Taktiken wird das Opfer dazu gebracht, weitere 5.000 bis 50.000 € zu investieren, um angeblich „exklusive Chancen“ zu nutzen. In extremen Fällen berichten Opfer von Einzahlungen über 500.000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald ein Nutzer die Plattform verlässt und sein Geld abheben möchte, wird er mit einer Reihe von Gebühren konfrontiert, die er bezahlen muss, bevor die Auszahlung überhaupt in Betracht gezogen wird. Die Gebühren, die von gateway-24.net verlangt werden, sind in der Regel die folgenden:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams, in der die Betreiber versuchen, so viel wie möglich aus dem Opfer herauszuholen.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten melden sich häufig Dritte, die sich als „Rechtsanwälte“, „Behördenmitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ ausgeben. Sie behaupten, dass sie das Geld zurückholen können, wenn das Opfer zunächst eine Vorauszahlung für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“ leistet. Diese Forderungen sind in der Regel die gleichen, die im vorherigen Schritt genannt wurden, nur mit dem Zusatz von „Rechtsberatung“ oder „Polizeiverwaltung“. In Wirklichkeit handelt es sich um die gleichen Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen und neue Opfer generieren. Seriöse Anwälte und Behörden kontaktieren Sie niemals unaufgefordert über WhatsApp oder Telegram und fordern keine Vorauszahlungen.

Das Netzwerk hinter gateway-24.net

Gateway-24.net ist Teil eines Netzwerks von 37 weiteren Plattformen, die sich in Design, Backend-Technologie und Marketingstrategien ähneln. Diese Plattformen teilen oft die gleiche Hosting-Infrastruktur, nutzen identische Domain-Endungen und haben ähnliche Sicherheitslücken. Wenn ein Mitglied des Netzwerks ausfällt, übernehmen andere Plattformen schnell die Rolle, um ihre Opfer weiterhin zu rekrutieren. Dieses Netzwerk erhöht die Reichweite der Betrüger und verschleiert die wahre Identität der Betreiber. Durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen können die Betrüger ihre Kosten senken und gleichzeitig eine größere Anzahl von Opfern erschließen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie den Verdacht haben, dass Sie Opfer eines Betrugs geworden sind, stellen Sie sofort jegliche weitere Überweisung ein. Jede weitere Zahlung erhöht Ihr Risiko, mehr Geld zu verlieren.
  2. Beweismaterial sichern: Speichern Sie alle E-Mails, Chat-Logs, Screenshots der Plattform, Transaktionsnachweise und Kontoauszüge. Diese Unterlagen sind entscheidend, wenn Sie später Strafanzeige erstatten oder sich an Ihre Bank wenden.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Zahlungsdienstleister: Informieren Sie Ihre Bank sofort über verdächtige Transaktionen. Viele Banken haben Prozesse, um Betrugsfälle zu melden und ggf. Rückbuchungen einzuleiten.
  4. Erstatten Sie Strafanzeige: Wenden Sie sich an Ihre örtliche Polizeidienststelle oder das Bundeskriminalamt, um den Fall zu melden. Ihre Ermittler können die Plattform verfolgen und weitere Opfer schützen.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche: Wenn Sie Angebote erhalten, die Ihnen versprechen, Ihr Geld zurückzubekommen, falls Sie eine Gebühr zahlen, lehnen Sie diese ab. Seriöse Anwälte und Behörden werden niemals um Vorauszahlungen bitten.
  6. Informieren Sie andere: Teilen Sie Ihre Erfahrung in Online-Foren, Social-Media-Gruppen und bei Plattformen wie Trustpilot, um andere vor der gleichen Masche zu warnen. Je mehr Menschen informiert sind, desto weniger werden Opfer.
  7. Verfolgen Sie die Plattform: Nutzen Sie öffentliche Tools wie das Whois-Lookup, um die Registrierungsdaten der Domain zu prüfen. Oft werden die Betreiber hinter Pseudonymen verbergen, aber die Whois-Informationen können Hinweise liefern.
  8. Nutzen Sie Forensik-Tools: Falls Sie über technische Kenntnisse verfügen, analysieren Sie die IP-Adressen der Server, die Sie erreichen, und vergleichen Sie diese mit bekannten betrügerischen Netzwerken.

Abschließender Hinweis

Die Plattform gateway-24.net ist eindeutig eine Betrugsmasche, die auf Täuschung und psychologische Manipulation setzt. Als ehemaliger Finanzermittler in einer Spezialeinheit kenne ich die Strategien, die solche Betrüger einsetzen, um ihr Opfer zu verwirren und zu erpressen. Wenn Sie sich in einer ähnlichen Situation befinden, handeln Sie schnell, sichern Sie Beweise und wenden Sie sich an die Behörden. Ihre proaktive Haltung kann nicht nur Ihr eigenes Geld retten, sondern auch dazu beitragen, dass weitere Menschen vor dieser Masche geschützt werden.

Das Netzwerk hinter gateway-24.net

Gateway-24.net ist Teil eines Netzwerks von 37 weiteren Plattformen, die ähnliche Marketingstrategien und technische Infrastrukturen teilen. Die gleiche Backend-Architektur, identische Domain-Endungen und ein gemeinsamer Hosting-Provider deuten auf eine einheitliche Betreibergruppe hin, die regelmäßig nach einem Ausfall eine Re-Branding-Strategie anwendet.

und 31 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei gateway-24.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei gateway-24.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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