Globalforexinitiatives.live: Was steckt hinter der angeblichen Plattform?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Globalforexinitiatives.live präsentiert sich als internationale Investmentplattform, doch die vorliegenden Beweise zeigen eindeutig, dass es sich um einen betrügerischen Betreiber handelt.

Screenshot der Webseite Globalforexinitiatives (globalforexinitiatives.live)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite globalforexinitiatives.live

Warum globalforexinitiatives.live unseriös ist

Die öffentlich zugänglichen Daten zeigen mehrere gravierende Inkonsistenzen. Erstens fehlt die Angabe einer Registrierungsnummer sowie einer Aufsichtsbehörde, die für ein seriöses Finanzinstitut unverzichtbar sind. Zweitens gibt die Plattform an, dass sie Forex-Trading, Krypto-Investment und Hedge-Funds anbietet, jedoch ist die angebliche Adresse lediglich als „Australia“ angegeben, ohne konkrete Firmensitzdetails. Drittens wird ein Mindestdepot von 100 € gefordert, während gleichzeitig ein Versprechen von 12 % nach 24 Stunden gemacht wird: ein unrealistisch hohes Renditeversprechen ohne belegbare Basis. Viertens deuten die Marketingtexte auf emotionalen Druck hin („Sie haben…“) und behaupten garantierte Renditen, obwohl keine verifizierbaren Quellen oder Referenzen vorliegen. Diese Diskrepanzen sind typische Kennzeichen betrügerischer Plattformen, die darauf abzielen, Vertrauen durch übertriebene Versprechen und fehlende Transparenz zu gewinnen.

Die behauptete Geschäftsadresse

Der Anbieter gibt die Adresse „Australia“ an. Auf der Website ist jedoch keine detaillierte Firmennummer oder Handelsregisternummer hinterlegt, sodass keine eindeutige Zuordnung in australischen Registern möglich ist. Es ist fraglich, ob ein tatsächliches Unternehmen unter dieser Adresse registriert ist.

Die hinterlegten Geokoordinaten zeigen in Australien auf ein Ort ("Australien"), was die Behauptung eines seriösen Geschäftssitzes substanziell entkräftet.

Gleich zwei Brüche zwischen behauptetem Sitz und technischer Realität fallen auf. Der Server steht in den USA, die behauptete Firmenadresse aber in Australien. Der Hosting-Anbieter ist in Zypern registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in Australien. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.

Adresse
Australien
Server-Standort
USA
Hosting-Land
Zypern

Wie der Betrug abläuft

Schritt 1: Erstkontakt und Lockangebot

Die ersten Berichte über Globalforexinitiatives.live zeigen, dass potenzielle Anleger über soziale Medien, insbesondere über gefälschte Instagram- und Facebook-Ads, angesprochen werden. Diese Anzeigen nutzen oft ansprechende Grafiken und kurze Texte, in denen 12 % Rendite in 24 Stunden versprochen werden. Der Kontakt erfolgt häufig über Messaging-Apps wie Telegram, wo angebliche „Anlageberater“ persönliche Nachrichten senden und einen Link zu einer gefälschten, aber professionell aussehenden Website bereitstellen. Der erste Einzahlungsbetrag wird bewusst niedrig gehalten, meist um 100 € oder 250 €, um die Hemmschwelle zu senken und das Vertrauen zu stärken.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung erfolgt, öffnet sich dem Nutzer ein Dashboard, das scheinbare Gewinne in Echtzeit anzeigt. Die Software generiert zufällige Gewinnzahlen, die auf dem Bildschirm erscheinen, ohne dass tatsächlich Aufträge an Börsen ausgeführt werden. Die Darstellung von „800 €“ aus einer Einzahlung von 250 € innerhalb von zwei Wochen ist ein klarer Hinweis darauf, dass die Gewinne künstlich erzeugt werden. Die Plattform nutzt diese visuellen Beweise, um den Eindruck eines erfolgreichen Handels zu erwecken, und bietet keine Möglichkeit, echte Handelsaktivitäten einzusehen oder zu verifizieren.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach mehreren Wochen der scheinbaren Gewinne wird der „Berater“ über private Nachrichten oder E-Mails in den Kontakt treten. Er verspricht exklusive Vorteile wie hohe Hebel (bis zu 1:500), VIP-Konten, garantierte Profite und Zugang zu angeblich privilegierten IPO-Chancen. Diese Versprechen werden durch gefälschte Erfolgsgeschichten von „anderen“ Anlegern untermauert. Durch Zeitdruck-Taktiken („Nur heute verfügbar“) und künstliche Verknappung wird die Opferin oder der Opfer dazu gebracht, weitere Beträge zwischen 5 000 und 50 000 € einzuzahlen. In seltenen Fällen werden sogar Beträge von über 500 000 € verlangt, wenn die Opfer bereits ein starkes Vertrauen aufgebaut haben.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun eine Auszahlung verlangt, wird er plötzlich mit einer Vielzahl von angeblichen Gebühren konfrontiert. Typische Gebühren, die in solchen Fällen gefordert werden, sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert auch dieses zusätzliche Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach der ersten Zahlung der Gebühren melden sich häufig angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die versprechen, das Geld zurückzuholen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Reparatur- und Analyse-Kosten“, „Übersetzungs­gebühren“ oder „Server-Zugriffe“. In Wirklichkeit handeln sie mit den bereits gestohlenen Kundendaten weiter und verkaufen diese an weitere Betrugsakteure. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren ihre Mandanten niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram, und diese Art von „Recovery-Scam“ ist ein klassisches Kennzeichen von Betrugsnetzwerken.

Globalforexinitiatives.live ist Teil eines Netzwerks von 44 weiteren Plattformen. Diese Verbindungen lassen sich durch gemeinsame Domain-Strukturen, ähnliche Marketingtexte und identische Zahlungs-Interfaces nachweisen. Das Netzwerk nutzt die gleiche Infrastruktur, um die Betrugsmasche zu skalieren und die Opferzahlen zu erhöhen. Das bedeutet, dass bei einem Ausfall einer Seite häufig andere Plattformen übernehmen und die Opfer erneut ansprechen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede weitere Investition erhöht das Risiko, vollständig zu verlieren.
  2. Alle Beweismittel sichern: E-Mails, Chat-Verläufe, Plattform-Screenshots, Kontoauszüge und die angeforderte Zahlungs-URL.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Zahlungsanbieter, um die Transaktionen zu markieren und ggf. einen Rückgriff einzuleiten.
  4. Reichen Sie Strafanzeige bei der örtlichen Polizei oder dem Landeskriminalamt ein. Geben Sie alle gesammelten Beweismittel an.
  5. Ignorieren Sie „Recovery-Scam“-Angebote. Seriöse Anwälte werden nicht per WhatsApp unaufgefordert kontaktieren und fordern keine Vorauszahlungen.

Das Netzwerk hinter Globalforexinitiatives.live

Die Plattform steht in technischer Verbindung zu 44 weiteren Seiten, die ähnliche Strukturen und Marketingbotschaften aufweisen. Das deutet stark auf ein gemeinsames Netzwerk von Betrugsplattformen hin, bei denen die Betreiber die gleiche Infrastruktur nutzen.

und 38 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei globalforexinitiatives.live gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei globalforexinitiatives.live
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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