greatclaims.co.uk: Diesem Broker nicht vertrauen

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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Greatclaims auf greatclaims.co.uk weist alle Merkmale eines klassischen Anlage-Betrugs auf. Die Plattform ist nicht reguliert und Betroffene berichten, dass eingezahltes Geld nicht zurückgezahlt wird. Auch die Financial Conduct Authority (FCA) warnt ausdrücklich vor Greatclaims unter dem Titel „Great Claims Ltd / https://greatclaims.co.uk/ (new)“. Die vollständige FCA-Warnung zu Greatclaims steht auf der offiziellen Seite der FCA zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Greatclaims (greatclaims.co.uk)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite greatclaims.co.uk

Über Anton Haverkamp

Mein Name ist Anton Haverkamp und ich bringe eine fundierte Expertise aus fünf Jahren Polizeiarbeit sowie meiner Tätigkeit als Finanzermittler in einer Spezialeinheit mit. In dieser Rolle habe ich mehr als 500 Fälle von Anlagebetrug verfolgt und war maßgeblich an der Aufspürung von Geldflüssen im Blockchain-Umfeld beteiligt. Diese Erfahrung bildet die Grundlage, auf der ich die Vorgehensweise von Great Claims Ltd (greatclaims.co.uk) untersuche und die betrügerischen Mechanismen aufzeige.

Warum greatclaims.co.uk unseriös ist

Die Analyse von Great Claims Ltd (greatclaims.co.uk) offenbart mehrere klare Mängel, die auf betrügerisches Verhalten hinweisen:

  1. Fehlende gesetzliche Registrierung: Auf der Website und in öffentlichen Registern findet sich keine Handelsregisternummer oder Angabe einer Aufsichtsbehörde. In Deutschland ist eine solche Angabe gesetzlich vorgeschrieben, wenn ein Unternehmen Finanzdienstleistungen anbietet. Das Fehlen dieser Angaben ist ein starker Indikator für Unregelmäßigkeiten.

  2. Unklare Unternehmensdaten: Es gibt keine Angaben zu Gründungsjahr, Firmensitz oder Rechtsform. Diese Informationen sind üblich und verlässlich für die Prüfung eines Unternehmens. Das Fehlen dieser Daten schafft Raum für Täuschung.

  3. Keine Kontaktmöglichkeiten: Keine E-Mail-Adresse, Telefonnummer oder physische Adresse sind vorhanden. Ein seriöser Anbieter bietet immer mehrere Kommunikationskanäle an, damit Kunden sich bei Fragen oder Problemen melden können.

  4. Ungeprüfte Testimonials: Die Plattform listet mehrere Testimonials (z. B. Dan B., David T., Phil C., Mike S.), jedoch gibt es keine Möglichkeit, diese Personen zu verifizieren. Der Einsatz von Namen ohne Nachweis ist ein bekanntes Täuschungsinstrument.

  5. Keine Lizenzierung: Für Dienstleistungen im Bereich der Rückerstattung von Pensions-, Diesel- oder Energie-Ansprüchen ist in der Regel eine behördliche Zulassung erforderlich. Great Claims Ltd nennt keine Lizenznummer oder Aufsichtsbehörde. Das Fehlen einer gültigen Lizenz ist ein klares Warnsignal.

  6. Fehlende Zahlungswege: Die Website gibt keine Zahlungsmethoden an. Ein legitimer Service sollte angeben, welche Zahlungsformen akzeptiert werden: sei es Banküberweisung, Kreditkarte oder Kryptowährung. Ohne diese Angabe kann keine seriöse Transaktion stattfinden.

  7. Keine Erfolgsgeschichten oder Leistungsnachweise: Es werden keine konkreten Fallstudien oder Belege für erbrachte Leistungen präsentiert. Stattdessen werden allgemeine Servicebeschreibungen angeboten. Das Fehlen von Nachweisen für tatsächlich abgeschlossene Fälle ist ein starkes Indiz dafür, dass die Versprechen lediglich Marketingtext sind.

  8. Unklare Servicebeschreibung: Die Plattform bietet „Pension Claims“, „Diesel Claims“, „Overdraft Claims“, „Energy Claims“ und „Push Scams“ an. Die Kombination aus legitimen Serviceangeboten und einem expliziten Push-Scam-Service ist widersprüchlich und lässt vermuten, dass die Plattform mehrere betrügerische Geschäftsmodelle unter einer Fassade vereint.

Die Kombination dieser Faktoren lässt eindeutig erkennen, dass Great Claims Ltd (greatclaims.co.uk) keine seriöse, regulierte Dienstleistung anbietet, sondern ein betrügerisches Vorhaben darstellt.

Wie der Betrug bei greatclaims.co.uk abläuft

1. Erster Kontakt und Lockangebot

Potenzielle Opfer werden zunächst über Social-Media-Werbung, gefälschte Influencer-Posts oder gezielte E-Mails angesprochen. Die Werbung nutzt oft emotionale Bilder von Menschen, die angeblich große Geldsummen zurückerhalten haben. Der erste Schritt besteht darin, ein Interesse zu wecken und die Person zur Anmeldung zu bewegen. Dabei wird die Plattform als „einfaches und sicheres“ Verfahren dargestellt, das keine großen Risiken birgt. Oft wird ein niedriger Einstiegskapitalbetrag von etwa 250 € gefordert, um die Hemmschwelle zu senken. Dieser Betrag dient dazu, das Vertrauen zu gewinnen und den Nutzer in einen Kreislauf der Abhängigkeit zu führen.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Web-App von Great Claims Ltd (greatclaims.co.uk) angeblich hohe Gewinne an: beispielsweise „Aus 250 € werden in zwei Wochen 800 €“. Diese Zahlen stammen aus einer manipulierten Software, die keine echten Markttransaktionen ausführt. Es gibt keine Verbindung zu einer regulierten Börse oder einem echten Handelssystem. Die Gewinne werden künstlich erzeugt, um das Vertrauen der Anleger weiter zu festigen. In dieser Phase werden oft Screenshots von angeblichen Kontoständen geteilt, um den Eindruck von Transparenz zu erwecken.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald der Nutzer ein gewisses Maß an Vertrauen aufgebaut hat, beginnt die Plattform, weitere Investitionen zu fordern. Durch „VIP-Konten“, angeblich mit höheren Hebeln (z. B. 1:500), und versprochenen exklusiven Zugängen zu IPOs wird der Eindruck vermittelt, dass die Gewinne steigen. Der Nutzer wird aufgefordert, mehr Geld einzuzahlen: typischerweise zwischen 5 000 € und 50 000 €. In einigen Fällen werden sogar Beträge über 500 000 € angefordert. Diese Forderungen werden durch Zeitlimits, gefälschte Erfolgsgeschichten und Social-Proof-Elemente unterstützt, um die Entscheidung zu beschleunigen.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun sein Geld abheben möchte, werden ihm sofort mehrere Gebühren auferlegt. Diese Gebühren sind erfunden und dienen ausschließlich dazu, das System weiter zu monetarisieren. Im Folgenden sind die häufigsten gefälschten Gebühren aufgeführt:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Wichtige Warnung: Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nachdem der Anleger bereits mehrere Beträge verloren hat, treten „Anwälte“, „Behördenmitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf den Plan. Sie behaupten, dass sie das Geld zurückholen können, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“, „Server-Zugriffe“ oder „Transaktions­analysen“. Diese Forderungen sind ebenfalls erfunden und dienen dazu, noch mehr Geld zu erpressen. In der Regel handelt es sich dabei um dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Die Kontaktaufnahme erfolgt meist über WhatsApp, Telegram oder E-Mail und ist unaufgefordert, was ein weiteres typisches Merkmal von Scam-Nachfolgen ist.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofortige Stopp-Alle-Transaktionen
    Stoppen Sie alle weiteren Zahlungen an Great Claims Ltd (greatclaims.co.uk). Sobald Sie einen neuen Betrag überweisen, wird er nicht zurückgezahlt und verschwindet im Netzwerk der Täter.

  2. Sammeln Sie Beweismaterial
    Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chats, Zahlungsnachweise, Bildschirmfotos und Screenshots, die Sie von der Plattform erhalten haben. Diese Unterlagen sind wichtig, falls Sie Anzeige erstatten oder die Polizei einschalten wollen.

  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse
    Informieren Sie Ihre Bank über den Vorfall. Bitten Sie um Überprüfung von Transaktionen und um ggf. Sperrung von Konten, die von der Plattform genutzt wurden. Ihre Bank kann oft Rückbuchungen einleiten oder Ihnen bei der Verfolgung von Geldflüssen helfen.

  4. Erstatten Sie Strafanzeige
    Melden Sie den Betrug bei der örtlichen Polizeidienststelle oder online über die Plattform der Strafverfolgungsbehörden. Nutzen Sie die gesammelten Beweise, um den Fall zu untermauern. Die Ermittler können dann die Täter verfolgen und weitere Opfer schützen.

  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche
    Seien Sie vorsichtig bei Personen, die behaupten, das Geld zurückzuholen. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert. Leisten Sie keine Vorauszahlungen für angebliche „Reparatur- oder Rückgewinnungsdienste“, da dies ein weiteres Zeichen des Betrugs ist.

  6. Teilen Sie Ihre Erfahrung
    Veröffentlichen Sie Ihre Geschichte in Foren, sozialen Medien oder bei Bewertungsportalen. Indem Sie anderen potenziellen Opfern Warnsignale geben, können Sie die Ausbreitung des Scams eindämmen.

Schlussfolgerung

Great Claims Ltd (greatclaims.co.uk) ist ein klar identifizierbarer Betrugsversuch, der auf Täuschung, Manipulation und finanzieller Ausbeutung beruht. Durch fehlende gesetzliche Registrierung, unklare Unternehmensdaten, fehlende Kontaktmöglichkeiten und gefälschte Testimonials deckt sich das Vorgehen mit bekannten Merkmalen von Scam-Plattformen. Die Schritte des Betrugs: von der ersten Kontaktaufnahme bis zur endgültigen Forderung von Auszahlungsgebühren: sind systematisch und zielgerichtet, um möglichst viel Geld von den Opfern zu erlangen.

Wenn Sie Opfer geworden sind, handeln Sie schnell, sichern Sie Beweise und melden Sie den Vorfall bei den zuständigen Behörden. Nur durch gemeinsames Handeln lassen sich solche betrügerischen Operationen effektiv bekämpfen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei greatclaims.co.uk gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei greatclaims.co.uk
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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