HIVE-TRADE.LTD LIMITED (hive-trade.ltd): Betrugsmasche aufgedeckt

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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HIVE-TRADE.LTD LIMITED (hive-trade.ltd) ist ein betrügerisches Anlageunternehmen. Die Plattform lockt Anleger mit falschen Versprechen und verschleiert ihre wahre Natur.

Screenshot der Webseite Hive Trade (hive-trade.ltd)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite hive-trade.ltd

Warum hive-trade.ltd unseriös ist

Die Plattform behauptet, von der Financial Conduct Authority (FCA) reguliert zu sein. Jedoch fehlt die Angabe einer gültigen Lizenznummer: ein Muss für jede FCA-registrierte Firma. Die Registrierungsnummer 11124600 erscheint lediglich in den Unternehmensangaben, ohne weitere Bestätigung durch die FCA.
Zudem ist die Kontakttelefonnummer nicht angegeben, sondern lediglich ein E-Mail-Kontakt. Seriöse Broker stellen immer ein telefonisches Support-Team bereit, um Fragen in Echtzeit zu beantworten.
Die Website bietet mehr als 200 Sprachen an, jedoch ist kein klarer Hinweis auf einen realen Kundenservice vorhanden. Die Vielfalt der Sprachen dient lediglich dem Eindruck, dass die Plattform global agiert.
Es gibt keine Angaben zu realen Handelskonten oder zu einer zugrundeliegenden Börse. Stattdessen werden ausschließlich generische Begriffe wie „Forex-Trading“ und „Krypto-Investment“ aufgeführt, ohne dass ein konkreter Handelspartner genannt wird.
Schließlich fehlen sämtliche Zertifikate oder Auszeichnungen, die ein seriöser Broker vorweisen würde. Die fehlenden Nachweise und die Unstimmigkeiten in den Registrierungsdetails sind klare Indizien dafür, dass hive-trade.ltd keine legitime Finanzdienstleisterin ist.

Angegebene Adresse von HIVE-TRADE.LTD LIMITED

Die Plattform gibt die Adresse 61 Bradford Street, Walsall, England, WS1 3QD, United Kingdom an. In den Handelsregistern ist die Firma jedoch nicht unter dieser Adresse registriert. Dies deutet darauf hin, dass die Adresse lediglich als Tarnung dient und keine reale Geschäftstätigkeit vorliegt.

Am angeblichen Standort im Vereinigten Königreich steht in Wirklichkeit ein Straßenpunkt ohne adressiertes Gebäude ("Bradford Street"). Für die Tätigkeit als Online-Broker ist diese Lokation offensichtlich ungeeignet.

Auffällig ist insbesondere ein deutlicher Bruch in der Infrastruktur. Der Hosting-Anbieter ist in Indien registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Solche Diskrepanzen sind ein typisches Merkmal betrügerischer Plattformen, die hinter ausländischer Hosting-Infrastruktur eine seriöse Adresse vortäuschen.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
unbekannt
Hosting-Land
Indien

Wie der Betrug bei hive-trade.ltd abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Potenzielle Opfer werden zunächst über Social-Media-Ads und gefälschte Influencer-Posts auf die Plattform aufmerksam gemacht. Die Werbekampagnen nutzen oft ansprechende Bilder und kurze, einprägsame Slogans, die unrealistische Renditen versprechen.
Ein „Anlageberater“ kontaktiert dann das Opfer per Direktnachricht und bietet eine niedrige Einstiegs­einzahlung von etwa 250 € an. Diese geringe Summe soll das Vertrauen stärken und die Hemmschwelle senken, damit das Opfer später mehr Geld einzahlt.
Der Kontakt ist immer persönlich, über Messaging-Apps oder per E-Mail, wodurch der Eindruck entsteht, ein individueller Service sei verfügbar.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Web-App von hive-trade.ltd angebliche Gewinne an. In wenigen Tagen werden „800 €“ aus 250 € angezeigt. Diese Zahlen entstehen nicht durch echten Handel, sondern werden von einer Software simuliert, die die Kontobewegungen manipuliert.
Das System erstellt künstliche Transaktionshistorien, die den Eindruck erwecken, dass echte Aufträge an Börsen ausgeführt wurden. Die Anleger sehen keine echten Orderbücher oder Transaktionsnachweise, sondern lediglich hübsche Diagramme.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein sogenannter „Account-Manager“ baut über Wochen eine Beziehung auf. Durch regelmäßige Nachrichten und angebliche Erfolgsgeschichten von „anderen Anlegern“ wird das Opfer dazu verleitet, weitere Summen einzuzahlen.
Versprechen von „VIP-Konten“, Hebelboni bis zu 1:500, garantierten Profiten und exklusiven IPO-Zugängen werden verwendet, um die Angst vor verpassten Chancen zu schüren. Der Manager betont häufig, dass diese Angebote zeitlich begrenzt seien, was die Dringlichkeit erhöht.
Die Summe, die in dieser Phase verlangt wird, kann von 5.000 € bis zu 50.000 € reichen. Manche Opfer geben sogar über 500.000 € ab, weil sie glauben, ihr Geld sei sicher in einem regulierten System.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn das Opfer nun seine Gewinne auszahlen möchte, wird plötzlich eine Reihe von Gebühren verlangt.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
    Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
    Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich das Geld, das er einzahlen ließ, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Dies ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten treten häufig Dritte auf den Plan: angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ mit eigenen Wallet-Wiederherstellungs-Software.
Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“.
Diese Gestalten sind in der Regel die gleichen Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben, und verkaufen die Opferdaten weiter.
Reale Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie die ersten Aufforderungen zur Auszahlung erhalten, stoppen Sie alle Transaktionen.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Nachrichten, Screenshots und Kontoauszüge. Diese Dokumente sind entscheidend für Ermittlungen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Börse: Informieren Sie sie über die verdächtigen Transaktionen und fordern Sie eine Sperrung des Kontos.
  4. Reichen Sie Strafanzeige ein: Gehen Sie zur örtlichen Polizeidienststelle oder zur Staatsanwaltschaft, um die Ermittlungen zu unterstützen.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche: Jede Forderung, die Vorauszahlungen verlangt, ist ein weiterer Betrugsversuch. Schließen Sie den Kontakt ab.

Wenn Sie Opfer geworden sind, handeln Sie schnell. Die gesammelten Beweismaterialien können den Ermittlern helfen, die Täter zu finden und weitere Menschen vor ähnlichen Betrugsmethoden zu schützen.

Zögern Sie nicht, sich an die zuständigen Behörden zu wenden und Ihre Rechte geltend zu machen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei hive-trade.ltd gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei hive-trade.ltd
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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