Monitrex (hr-monitrex.com) im Faktencheck: Ist die Plattform ein Betrug?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Monitrex, ein angebliches Trading-Portal, präsentiert sich als Krypto- und Forex-Anbieter, doch die hinterlegten Daten deuten eindeutig auf betrügerische Absichten hin.

Screenshot der Webseite Hr Monitrex (hr-monitrex.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite hr-monitrex.com

Warum hr-monitrex.com unseriös ist

Die ersten Anzeichen für Unregelmäßigkeiten zeigen sich bereits in der öffentlichen Präsenz der Plattform. Monitrex gibt keinen Handelsregisternummer oder eine Aufsichtsbehörde an, was bei jedem seriösen Broker zwingend erforderlich ist. Die Seite listet keine Kontakt-E-Mail, sondern lediglich einen internationalen Vorwahlcode „+385“, ohne weitere Details. Das Fehlen einer physischen Adresse oder eines registrierten Firmennamens ist ein starkes Warnsignal.

Weiterhin bietet Monitrex drei Trading-Dienstleistungen an: Krypto-Trading, Forex-Trading und den Handel mit Aktien („Trgovanje dionicama“). Diese Vielfalt klingt zunächst plausibel, doch die Plattform bietet keinerlei Transparenz hinsichtlich der zugrundeliegenden Handelsplattformen oder der Ausführung von Orders. Die Website nennt keine Handelsplattform oder Brokerpartner, sondern präsentiert lediglich eine selbstgebaute Web-App, die Gewinnzahlen simuliert.

Ein besonders alarmierender Aspekt ist die Werbetexte. Die Seite verspricht „975 € DNEVNO“ (täglich), was ohne jegliche Basis an Renditeversprechen ein klarer Hinweis auf unrealistische Gewinne ist. Zusätzlich nutzt Monitrex zahlreiche Testimonials, deren Namen auf der Website ohne weitere Identifikationsdaten auftauchen. Diese Namen werden in der Regel von der Plattform selbst generiert oder von Dritten übernommen, ohne dass die Personen tatsächlich existieren.

Die Sprache der Website ist aggressiv und drängt auf sofortiges Handeln: „Jetzt handeln, bevor die Chance verschwindet!“. Solche Aufrufe erzeugen Dringlichkeit und setzen emotionale Hebel, ein klassisches Element von Betrugsversuchen. Zudem gibt es keine klaren Angaben zu Zahlungsmethoden; die Liste der akzeptierten Zahlungsarten bleibt leer, während die Plattform gleichzeitig Krypto-Zahlungen als Option anbietet. Krypto-Zahlungen sind bei Betrugsoperationen üblich, weil sie schwer zurückverfolgbar sind.

Wie der Betrug bei hr-monitrex.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Der Einstieg in die Betrugsmasche beginnt meist mit gezielten Marketingmaßnahmen. Monitrex nutzt Social-Media-Kanäle wie Instagram und TikTok, um potenzielle Kunden zu erreichen. Dort werden gefälschte Testimonials von „promi-Investoren“ gezeigt, die angeblich enorme Gewinne erzielen. Die Plattform bietet zudem ein „Erst­einzahlungspaket“ an, bei dem die Anleger zunächst 250 € einzahlen, um ein Gefühl von Erfolg zu simulieren. Diese niedrige Einstiegshürde dient dazu, das Vertrauen zu gewinnen und die Hemmschwelle für weitere Investitionen zu senken.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung erscheint in der Dashboard-Ansicht von Monitrex ein simuliertes Handels-Interface. Dort werden sofort hohe Gewinne angezeigt: zum Beispiel 800 € innerhalb von zwei Wochen aus einer ursprünglichen Einzahlung von 250 €. Diese Zahlen entstehen ausschließlich in der internen Datenbank der Plattform und haben keine Verbindung zu realen Börsen- oder De-Fi-Transaktionen. Der Nutzer sieht, dass die „Order-Ergebnisse“ automatisch steigen, was den Eindruck erweckt, dass der Handel tatsächlich funktioniert.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

In dieser Phase wird ein persönlicher „Account-Manager“ zugewiesen, der dem Kunden per Messenger oder E-Mail regelmäßige Updates liefert. Der Manager hebt „VIP-Status“, Hebel-Boni von 1:500 und angeblich exklusive IPO-Zugänge hervor. Durch die Schaffung von Verknappung („nur noch 10 Plätze verfügbar“) und Social-Proof („Hier sehen Sie, wie andere Anleger 50.000 € profitieren“) wird der Kunde dazu gedrängt, weitere Mittel einzuzahlen. Oft liegen die Summen zwischen 5.000 € und 50.000 €; in manchen Fällen werden sogar Beträge von über 500.000 € verlangt, wenn das Vertrauen stark wächst.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald ein Anleger versucht, seine Gewinne abzuheben, wird ihm ein komplexes Gebührenmodell präsentiert. Folgende Fake-Gebühren werden häufig genannt:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu dem bereits gezahlten Betrag noch mehr Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf, die sich als Anwälte, Krypto-Forensiker oder sogar ausländische Polizeibehörden darstellen. Sie behaupten, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In der Regel handelt es sich dabei um die gleichen Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Diese Nachfolge-Scams sind ein klassischer „Recovery-Fraud“, der versucht, das Vertrauen der Opfer zu nutzen, um weitere Geldabflüsse zu erzwingen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung ist ein Risiko, das die bereits verlorenen Mittel nur verschärft. Stoppen Sie den Transfer und prüfen Sie, ob Sie noch offene Transaktionen haben, die Sie rückgängig machen können.

  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Screenshots der Plattform, Kontoauszüge und Nachrichten. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten oder den Fall an die Finanzaufsicht melden.

  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank oder die Krypto-Börse, bei der Sie die Einzahlungen vorgenommen haben. Bitten Sie um Sperrung des Kontos und um Rückverfolgung der Transaktionen. Banken haben ein Recht, verdächtige Aktivitäten zu prüfen und ggf. zu blockieren.

  4. Strafanzeige erstatten: Wenden Sie sich an die örtliche Polizeidienststelle oder die Finanzaufsichtsbehörde (z. B. FINMA oder BaFin). Ein formeller Bericht trägt dazu bei, dass die Ermittler die Täter verfolgen können. Je mehr Beweise Sie vorlegen, desto stärker ist die Grundlage für eine Untersuchung.

  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Wenn Ihnen jemand anruft und behauptet, Ihr Geld könne zurückgeholt werden, lehnen Sie das Angebot ab. Seriöse Anwälte oder Behörden werden sich nicht über private Kommunikationskanäle melden. Schließen Sie jegliche weitere Kommunikation mit diesen Personen und blockieren Sie die Nummer.

Fazit

Monitrex (hr-monitrex.com) präsentiert sich als Krypto- und Forex-Trading-Anbieter, doch die fehlenden rechtlichen Angaben, die unrealistischen Gewinnversprechen und die aggressiven Verkaufstaktiken zeigen eindeutig, dass es sich um eine betrügerische Plattform handelt. Wenn Sie bereits involviert sind, handeln Sie rasch, sichern Sie Ihre Beweise und melden Sie den Vorfall. Nur so können Sie Ihre Chancen erhöhen, das verlorene Geld zurückzuerlangen und weitere Opfer zu verhindern.

Das Netzwerk hinter hr-monitrex.com

Monitrex ist Teil eines Netzwerks von 87 Plattformen, die häufig die gleichen Betreiber, dieselbe Infrastruktur und ähnliche Werbemaßnahmen teilen. Solche Zusammenhänge deuten auf ein organisiertes Betrugsnetzwerk hin, in dem Plattformen nach dem Ausfall einer wiederholt umbenannt werden.

und 81 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei hr-monitrex.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei hr-monitrex.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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