IBO International (ibointernational.com): Ein Betrug, der Anleger in die Tiefe zieht

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Sie haben sich auf der Website von IBO International angemeldet, ein scheinbar glänzendes Trading-Angebot entdeckt und erste Einzahlungen getätigt: und plötzlich sehen Sie, wie Ihr Geld verschwindet. IBO International ist keine seriöse Plattform, sondern ein ausgeklügeltes Betrugsnetzwerk.

Screenshot der Webseite Ibointernational (ibointernational.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite ibointernational.com

Wer ist hinter dem Betrug? Anton Haverkamp erzählt

In meinen Jahren bei der Finanzermittlungs-Spezialeinheit habe ich mehr als 500 Fälle von Anlagebetrug untersucht. Ich habe verfolgte Betrüger, deren Geld in der Blockchain verschwindet, und kenne die Tricks, mit denen sie ihr Opfer manipulieren. Diese Erfahrung macht mich zu Ihrem Ansprechpartner, wenn Sie herausfinden wollen, was hinter IBO International steckt und wie Sie sich davor schützen.

Warum ibointernational.com unseriös ist

IBO International präsentiert sich als multifunktionales Trading-Portal mit Angeboten in Forex, Kryptowährungen, Commodities, Edelmetallen, Indizes und Aktien. Doch bei genauerer Betrachtung fehlen sämtliche regulatorische Kennzeichen: keine Handelsregisternummer, kein Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde und keine Lizenznummer. Die Plattform ist in mehreren Sprachen: hr, nl, en, de: erreichbar, doch die Betreiber nennen keinerlei rechtliche Grundlage. Die fehlende Transparenz und die offensichtliche Diskrepanz zwischen der angegebenen Adresse und dem tatsächlichen Sitz lassen vermuten, dass es sich um ein geschichtetes Betrugssystem handelt. Die Plattform nutzt keine nachvollziehbaren Konten oder Börsen, sondern eine selbstgebaute Web-Applikation, die Gewinne simuliert und so das Vertrauen der Anleger gewinnt.

Wo IBO International angeblich sitzt

Die Adresse lautet: 20 Fenchurch Street, London EC3M 3BY. Auf der Handelsregisterseite ist dort jedoch kein Unternehmen mit diesem Namen verzeichnet. Das deutet stark darauf hin, dass die Adresse lediglich als Pseudonym dient und keine tatsächliche Geschäftsführung dort tätig ist.

Unter der angegebenen Anschrift im Vereinigten Königreich ist tatsächlich ein gastronomischer Betrieb ("Skygarden - Darwin Brasserie") verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.

Auffällig sind zwei klare Diskrepanzen. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Die Telefon-Vorwahl gehört zu Österreich, die Adresse aber zu Vereinigtes Königreich. Diese Konstellation ist klassisch für Operationen, die in einem Land ihren Ruf aufbauen und in einem anderen ihre technischen Spuren verwischen.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
unbekannt
Telefon-Vorwahl
Österreich

Mangelnde Transparenz und fehlende Lizenz

Ein seriöser Broker gibt stets klar an, unter welcher Aufsichtsbehörde er lizenziert ist. Auf der Website von IBO International finden Sie weder einen Hinweis auf die zuständige Behörde noch eine Lizenznummer. Auch der Impressum-Check zeigt keine registrierte Firma im Handelsregister. Das Fehlen dieser grundlegenden Angaben ist ein starkes Warnsignal. In der Vergangenheit haben Ermittlungsbehörden immer wieder festgestellt, dass Betrüger solche Lücken absichtlich nutzen, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen und regulatorische Kontrollen zu umgehen.

Warnsignale auf der Website

Neben der fehlenden Lizenz gibt es weitere Anzeichen, die auf eine betrügerische Absicht hindeuten. Die Plattform bietet keine klaren Informationen zu den Mindest- oder Maximaleinzahlungen, keine Angaben zu Rückzahlungsmodalitäten und keine Kundenbewertungen oder Erfahrungsberichte von unabhängigen Quellen. Die Testimonials: Edward S., Michael D., Thea J.: sind unverifiziert, und es gibt keine Möglichkeit, ihre Identität oder ihre Gewinne zu überprüfen. Diese fehlende Verifizierbarkeit ist ein typisches Merkmal von Phishing- und Scam-Plattformen, die versuchen, ihr Publikum mit scheinbar glaubwürdigen Erfolgsgeschichten zu manipulieren.

Wie der Betrug bei ibointernational.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

IBO International nutzt gezielte Marketingkampagnen auf Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok. Dort werden vermeintliche „Anlageberater“ und „Trading-Gurus“ präsentiert, die mit kurzen Videos und gefälschten Erfolgsgeschichten locken. Oft beginnen die Kontakte mit einem kostenlosen Webinar oder einem „Kostenlosen Demo-Konto“, bei dem die ersten Einzahlungen bewusst niedrig gehalten werden: typischerweise rund 250 €: um die Hemmschwelle zu senken. Der Auftritt wirkt professionell, doch die Hintergründe bleiben im Dunkeln: keine echte Bankverbindung, keine regulierte Kontoverwaltung.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die ersten 250 € eingezahlt sind, zeigt die Plattform sofort einen dramatischen Anstieg des Kontostands. „Aus 250 € werden in zwei Wochen 800 €“, so die Darstellung. Diese Zahlen entstehen jedoch ausschließlich in einer selbstgebauten Software, die keine echten Handelsaufträge ausführt. Es werden keine Aufträge an regulierte Börsen gesendet, sondern lediglich simulierte Gewinne angezeigt. Der Zweck ist klar: das Vertrauen zu stärken und die Anleger dazu zu bringen, mehr Geld einzuzahlen, indem sie glauben, sie hätten ein zuverlässiges System gefunden.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

In den darauffolgenden Wochen wird ein persönlicher „Berater“ oder „Account-Manager“ zugeordnet, der den Anleger kontinuierlich über Chat- oder E-Mail-Kanäle anspricht. Dem wird ein „VIP-Konto“ versprochen, mit Hebelboni von bis zu 1:500, „garantierten“ Profiten und exklusivem Zugang zu IPOs. Durch Zeitlimits wie „Nur heute“, künstliche Verknappung und gefälschte Mit-Anleger-Storys wird der Druck erhöht. Oft zahlt der Anleger weitere 5.000 bis 50.000 €: in manchen Fällen sogar über 500.000 €: und hofft auf die Versprechen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun seine Gewinne auszahlen lassen will, werden plötzlich Gebühren in Rechnung gestellt. Diese Forderungen sind die zentrale Melkphase des Scams. Zu den typischen Fake-Gebühren gehören:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real; wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf, die sich als Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ ausgeben. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Serverzugriffe“. Diese „Hilfe“ ist in der Regel ein weiteres Abzocke-Element. Die Täter verkaufen die Daten der Opfer weiter oder nutzen sie für weitere Betrugsversuche. Seriöse Anwälte und Behörden kontaktieren Sie niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Stoppen Sie sofort alle Transaktionen mit IBO International, um weitere Verluste zu verhindern.
  2. Belege sichern: Speichern Sie E-Mails, Screenshots und Bankauszüge. Diese Dokumente sind wichtig, um Ihren Fall später nachzuweisen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank: Informieren Sie Ihre Bank über den Vorfall und fordern Sie ggf. eine Rückbuchung der verdächtigen Zahlungen.
  4. Rechtliche Schritte einleiten: Melden Sie den Betrug bei der örtlichen Polizeidienststelle oder der Finanzaufsicht. Geben Sie alle gesammelten Beweise weiter.
  5. Ignorieren Sie „Recovery-Scams“: Vermeiden Sie es, weitere Vorauszahlungen zu leisten. Echte Anwälte und Behörden bieten solche Dienste nicht per WhatsApp an.

Abschließende Worte

Sie haben bereits ein Opfer des Betrugs geworden: aber das Ende muss nicht sein. Mit den richtigen Schritten und der Unterstützung von Ermittlern wie mir, Anton Haverkamp, können Sie Ihre Verluste begrenzen und andere vor dem gleichen Schicksal schützen. Bleiben Sie wachsam, überprüfen Sie jede Plattform sorgfältig und zögern Sie nicht, Hilfe zu suchen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei ibointernational.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei ibointernational.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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