EldertonCapital (intervafx.com): ein gefährliches Finanztrick-Imperium

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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EldertonCapital, die sich als Forex- und Krypto-Broker präsentiert, ist ein klarer Fall von Betrug. Die Plattform lockt Anleger mit verführerischen Versprechen, führt sie aber in ein Netz aus Täuschung und finanziellen Verlusten.

Screenshot der Webseite Intervafx (intervafx.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite intervafx.com

Über Anton Haverkamp

Mein Name ist Anton Haverkamp. Vor fünf Jahren verließ ich die Polizei, nachdem ich in einer Spezialeinheit für Finanzermittlungen tätig war. In dieser Zeit verfolgte ich mehr als 500 Fälle von Anlagebetrug und war maßgeblich an der Verfolgung von Blockchain-Geldern beteiligt. Diese Erfahrungen haben mich gelehrt, wie Betrüger ihre Operationen aufbauen und welche Anzeichen ein Warnsignal sein können. In diesem Artikel werde ich meine Untersuchungen zu EldertonCapital zusammenfassen und erklären, warum Sie als Anleger vorsichtig sein sollten.

Warum EldertonCapital unseriös ist

Die ersten Anzeichen für Unregelmäßigkeiten bei EldertonCapital sind bereits in den Grundlagen zu erkennen. Die Website bietet keine Handelsregisternummer, keine Lizenzangaben und keine Verbindung zu einer anerkannten Aufsichtsbehörde. Das Unternehmen wurde erst im Jahr 2019 gegründet, hat jedoch keine öffentlichen Dokumente, die eine Registrierung in einem Handelsregister belegen. Diese fehlenden Angaben sind ein starkes Indiz dafür, dass die Plattform nicht den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Weiterhin ist die Kontaktinformation stark limitiert. Nur eine E-Mail-Adresse (support@intervafx.com) wird bereitgestellt, ein Telefonkontakt fehlt komplett. Solche Einschränkungen sind typisch für betrügerische Plattformen, die es vermeiden wollen, persönlich erreichbar zu sein. Ohne klare Ansprechpartner können Anleger keine rechtlichen Schritte einleiten oder sich an eine Aufsichtsbehörde wenden.

Ein weiteres Problem ist die fehlende Transparenz bei den angebotenen Dienstleistungen. Obwohl die Plattform „Forex-Trading“, „Krypto-Investment“, „CFD“ und „Metall-Handel“ behauptet anzubieten, gibt es keinerlei Details zu den Handelsplattformen, zu den zugrunde liegenden Märkten oder zu den genauen Handelsinstrumenten. Das Fehlen einer klaren Produktbeschreibung lässt vermuten, dass die angeblichen Handelsaktivitäten nicht existieren, sondern lediglich als Vorwand dienen, um Geld zu sammeln.

Schließlich gibt die Website keine Hinweise auf Zertifizierungen, Auszeichnungen oder positive Bewertungen auf Plattformen wie Trustpilot. In der Finanzbranche sind solche Vertrauenssignale wichtig, da sie eine externe Bestätigung für die Seriosität eines Unternehmens darstellen. Das Fehlen solcher Signale verstärkt die Verdachtsmomente.

Wie der Betrug bei EldertonCapital abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

EldertonCapital nutzt moderne Marketingstrategien, um potenzielle Anleger zu erreichen. Durch gezielte Werbeanzeigen auf sozialen Medien: insbesondere Instagram, Facebook und TikTok: präsentiert sich die Plattform als „schnelle und sichere Möglichkeit“, um in Forex und Kryptowährungen zu investieren. Die Anzeigen versprechen attraktive Renditen, ohne konkrete Zahlen zu nennen, und nutzen dabei oft emotional aufgeladene Bildsprache. In vielen Fällen werden gefälschte Testimonials von vermeintlichen „Erfolgreichen Tradern“ eingeblendet, die angeblich ihr Vermögen in wenigen Wochen verdoppelt haben.

Der erste Schritt ist meist ein Kontaktformular oder ein Link zu einer Landingpage, die den Besucher auffordert, ein kleines Konto zu eröffnen. Die Plattform verlangt keine umfangreichen Unterlagen, sondern nur einen Namen und eine E-Mail-Adresse. Diese lockende Einfachheit ist ein bewusster Versuch, den Nutzer zu beruhigen und ihn dazu zu bringen, die erste Einzahlung vorzunehmen. Oft wird empfohlen, nur einen kleinen Betrag einzuzahlen: etwa 250 Euro: um den Prozess zu testen. Diese geringe Einstiegshürde senkt die psychologische Hemmschwelle und lässt den Nutzer glauben, dass er nur ein „Sicherheitsrisiko“ eingeht.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung erfolgt ist, wird dem Nutzer auf der Plattform ein Dashboard präsentiert, das unrealistische Gewinne anzeigt. Die Software simuliert Trades, die angeblich in kurzer Zeit große Gewinne erzielt haben. Diese „Gewinne“ entstehen jedoch nicht durch echte Marktbewegungen, sondern sind in der internen Datenbank vorprogrammiert. Es gibt keine nachweisbaren Aufträge auf realen Börsen, keine Transaktionshistorie, die von einer Drittstelle verifiziert werden könnte.

Der Zweck dieser Darstellung ist es, Vertrauen aufzubauen. Der Nutzer sieht, dass seine Investition wächst, und fühlt sich ermutigt, weiter zu investieren. Die Plattform nutzt dabei psychologische Prinzipien wie „Foot-in-the-Door“-Effekt: Durch die Bestätigung eines kleinen Gewinns wird der Nutzer dazu verleitet, mehr Geld einzuzahlen, weil er glaubt, dass das System zuverlässig funktioniert.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach dem ersten Erfolg werden Nutzer regelmäßig mit personalisierten Nachrichten kontaktiert. Ein angeblicher „Account-Manager“ oder „Broker-Berater“ bietet VIP-Konten, Hebelboni von 1:500, garantierte Profite und exklusiven Zugang zu IPOs an. Diese Versprechen sind jedoch völlig unrealistisch, da die Plattform keine echten Marktpositionen hält. Stattdessen handelt es sich um reine Marketingtaktik, um das Vertrauen zu festigen.

Die Plattform nutzt häufig zeitlich begrenzte Angebote und schafft künstliche Verknappung, indem sie beispielsweise sagt: „Dieses Angebot gilt nur noch heute.“ Durch den sozialen Druck und das Gefühl, etwas verpassen zu könnten, wird der Nutzer dazu gebracht, weitere Einzahlungen in Höhe von 5.000 bis 50.000 Euro oder sogar mehr zu tätigen. In vielen Fällen zahlen die Opfer bis zu 500.000 Euro, weil sie glauben, dass ihr Geld sicher und profitabel ist.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Nutzer nun seine Gewinne oder das ursprünglich investierte Kapital auszahlen möchte, trifft er auf eine völlig andere Realität. Die Plattform verlangt plötzlich eine Reihe von Gebühren, die auf den ersten Blick plausibel klingen, aber in Wirklichkeit frei erfunden sind. Zu diesen Gebühren gehören:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.

Die angeblichen Gewinne existieren nicht. Sobald ein Nutzer versucht, Geld abzuheben, bleibt das Konto blockiert, und die geforderten Gebühren werden nicht zurückerstattet. Dieser Schritt ist die letzte Melkphase des Betrugs, bei der die Opfer ihr Geld und zusätzlich die geforderten Gebühren verlieren.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach der ersten Phase des Betrugs treten häufig Dritte auf den Plan. Sie präsentieren sich als „Anwälte“, „Behördenmitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“, die angeblich das verlorene Geld zurückholen können. Diese Personen bieten „Vergleichsverfahren“ an und fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Oft sind es dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betreiben, nur unter einem anderen Namen. Sie verkaufen die Opferdaten weiter oder nutzen sie, um weitere Betrugsoperationen zu starten.

Ein seriöser Anwalt oder eine offizielle Behörde würde niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram Kontakt aufnehmen und sofort Vorauszahlungen verlangen. Dieses Vorgehen ist ein weiteres Warnsignal, dass die angeblichen „Wiederherstellungsdienste“ ebenfalls betrügerisch sind.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofortige Unterbrechung aller Zahlungen: Unterlassen Sie jegliche weitere Einzahlung oder Überweisung an EldertonCapital. Jede zusätzliche Zahlung erhöht Ihr Risiko, mehr Geld zu verlieren.

  2. Sichern Sie alle Beweise: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Bildschirmfotos, Transaktionsnachweise und die Kontaktdaten der Plattform. Diese Unterlagen sind entscheidend, wenn Sie eine Anzeige erstatten oder rechtliche Schritte einleiten.

  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: Informieren Sie Ihre Bank oder die Börse, auf der Sie Gelder hinterlegt haben. Fragen Sie, ob es möglich ist, die Transaktionen zurückzuverfolgen oder die Konten zu sperren.

  4. Reichen Sie Strafanzeige bei der Polizei ein: Wenden Sie sich an Ihre örtliche Polizeidienststelle und beantragen Sie eine Anzeige wegen Betrugs. Ihre Unterlagen und Beweise werden bei der Ermittlungsarbeit helfen.

  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche: Jede Forderung nach Vorauszahlung oder zusätzlichen Gebühren ist ein klarer Hinweis auf einen weiteren Betrug. Beantworten Sie keine Nachrichten von angeblichen „Reparaturdiensten“ oder „Anwälten“ und geben Sie keine persönlichen Daten preis.

  6. Informieren Sie sich über weitere Plattformen: Da EldertonCapital Teil eines Netzwerks von 16 betrügerischen Seiten ist, sollten Sie prüfen, ob Sie mit anderen Plattformen in Kontakt gekommen sind. Nutzen Sie Online-Foren, Social-Media-Gruppen oder spezialisierte Webseiten, um Informationen auszutauschen und weitere Opfer zu warnen.

Abschließende Worte

Die Geschichte von EldertonCapital zeigt, wie vorsichtig man im digitalen Finanzmarkt sein muss. Meine Erfahrung als Finanzermittler hat mir gezeigt, dass Betrüger ihre Operationen immer raffinierter gestalten. Doch wenn Sie aufmerksam sind, die Warnsignale erkennen und die oben genannten Schritte befolgen, können Sie Ihre finanziellen Interessen schützen und dazu beitragen, weitere Opfer zu verhindern.

Das Netzwerk hinter EldertonCapital

EldertonCapital ist Teil eines Netzwerks von 16 Plattformen, die ähnliche Praktiken teilen und häufig unter wechselnden Namen auftreten.

und 10 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei intervafx.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

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Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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