Ist MIRRI GROUP (joinmirrigroup.com) ein Betrugsrisiko?
MIRRI GROUP, bekannt als joinmirrigroup.com, ist ein klar identifizierter Betrugsfall. Die Plattform lockt mit angeblich lukrativen Trading-Angeboten, liefert jedoch keinerlei echte Handelsplattform, sondern eine gefälschte Simulation, um Investoren zu täuschen.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum joinmirrigroup.com unseriös ist
Die erste Anzeichen, dass joinmirrigroup.com kein seriöser Broker ist, liegen in der fehlenden Transparenz und den Widersprüchen in den veröffentlichten Informationen. Auf der Website gibt es keinerlei Hinweis auf eine Handelsregisternummer oder eine Lizenzbehörde. Eine lizensierte Brokerplattform müsste nach deutschem Recht und EU-Richtlinien einen Nachweis über die Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) oder eine entsprechende europäische Aufsichtsbehörde vorweisen. Das Fehlen dieser Angaben ist bereits ein starkes Warnsignal.
Des Weiteren ist die Adresse, über die ein Kontakt hergestellt werden kann, nicht angegeben. Ohne eine reale Geschäftsadresse lässt sich die Haftbarkeit des Unternehmens nicht prüfen, und es ist nicht möglich, die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu kontrollieren. In der Regel veröffentlichen seriöse Broker ihre Geschäftssitzadresse öffentlich, damit Anleger einen physischen Ansprechpartner haben.
Ein weiteres Inkonsistenzmerkmal ist die fehlende Angabe zu einem Aufsichts- oder Lizenzstatus. Bei joinmirrigroup.com wird weder ein Lizenznummer noch die zuständige Behörde genannt. Das ist besonders auffällig, weil die Plattform in mehreren Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch und Italienisch: kommuniziert und damit ein internationales Publikum ansprechen will. Ein internationaler Broker müsste nachweisen, dass er die jeweiligen nationalen Regulierungsanforderungen erfüllt, was hier nicht der Fall ist.
Schließlich gibt es auf der Seite keine verifizierbaren Kundenreferenzen oder Erfolgsgeschichten. Die Angabe von „40+ INTERNATIONAL AWARDS“ ist unbestätigt und liefert keine konkreten Belege. Diese Kombination aus fehlender rechtlicher Nachweisführung, fehlender Adresse und fehlenden Kundenfeedbacks lässt eindeutig vermuten, dass joinmirrigroup.com keine regulierte Finanzinstitution ist, sondern ein reiner Betrug.
Wie der Betrug bei joinmirrigroup.com abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Die meisten Opfer werden zunächst über Social-Media-Werbung oder Online-Foren auf joinmirrigroup.com aufmerksam. Werbeanzeigen auf Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok nutzen häufig gefälschte Testimonials von angeblichen „Trading-Gurus“. Oft wird ein scheinbar hoher Gewinnversprechen präsentiert, das im ersten Blick verlockend wirkt. Zusätzlich nutzen Betrüger Telegram-Gruppen, um potenzielle Kunden zu erreichen und ihnen ein „exklusives Angebot“ zu unterbreiten.
Das Lockangebot ist bewusst niedrig gehalten. Die Plattform verlangt oft nur eine Anzahlung von 50 €: ein Betrag, der für den meisten Anleger unbedeutend erscheint. Durch diesen kleinen finanziellen Einstieg werden die Opfer psychologisch an die Plattform gebunden, während sie gleichzeitig die Illusion gewinnen, bereits in ein lukratives Investment eingestiegen zu sein.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform auf ihrer Webseite sofort große Gewinne an. Die Nutzer sehen, wie aus 50 € in wenigen Tagen angeblich 200 € werden. Dabei handelt es sich ausschließlich um simulierte Zahlen, die von einer Software erzeugt werden, die keine echte Verbindung zu einer Börse hat. Es gibt keine echten Orders, die an einen regulierten Markt ausgelagert werden. Stattdessen handelt es sich um ein visuelles „Lügen-Tool“, das den Eindruck erweckt, dass das Investment erfolgreich ist.
Die Illusion der Gewinne wird durch zusätzliche „Live“-Charts unterstützt, die die Kursentwicklung nachbilden, jedoch keine echte Datenquelle nutzen. Diese Manipulation dient dem Zweck, das Vertrauen des Opfers zu gewinnen und es für weitere Investitionen zu locken.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Nachdem das Vertrauen aufgebaut ist, beginnt die Plattform, den Anleger zu ermutigen, weitere Summen einzuzahlen. Ein „Account-Manager“: meist ein Skript oder ein wenig ausgebildetes Personal: spricht mit dem Nutzer und verspricht exklusive VIP-Konten, Hebelboni von 1:500 und garantierte Profite. Diese Versprechen sind jedoch vollständig erfunden. Sie werden oft durch Zeitlimits und künstliche Verknappung verstärkt: „Nur noch heute!“ oder „Nur noch wenige Plätze!“. Auch soziale Beweise werden verwendet, indem gefälschte Mit-Anleger-Storys präsentiert werden, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen.
Durch diese Taktiken werden die Opfer dazu gebracht, Beträge von 5.000 € bis hin zu 50.000 € oder sogar mehr einzuzahlen. Die Plattform nutzt dabei die Tatsache aus, dass die meisten Anleger nicht die notwendigen Kenntnisse haben, um die Risiken solcher hochgehebelt Trades zu erkennen.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn ein Opfer nun seine Gewinne oder das ursprüngliche Kapital zurückziehen möchte, präsentiert die Plattform plötzlich unerwartete Gebühren. Diese Forderungen umfassen:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert auch dieses zusätzliche Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach dem ersten Verlust melden sich häufig angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die versprechen, das Geld zurückzuholen. Sie bieten „Vergleichsverfahren“, „Reparatursoftware“ oder „Wiederherstellungs-Wallets“ an. Diese Dritten fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter all diesen Versprechen steckt in der Regel dieselbe Gruppe, die die ursprüngliche Plattform betrieben hat, die Opferdaten weiterverkauft und neue Opfer erschließt.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede zusätzliche Transaktion erhöht das Risiko, weitere Beträge zu verlieren.
- Alle Belege, Screenshots und E-Mails sichern. Diese Unterlagen sind entscheidend, falls Sie später die Plattform melden oder rechtliche Schritte einleiten.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Plattform, von der Sie die Zahlung getätigt haben, und fordern Sie die Rückbuchung des Betrags. Erklären Sie, dass es sich um einen Betrugsfall handelt.
- Melden Sie den Vorfall bei der Verbraucherzentrale, der Bundesnetzagentur oder der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht. Je früher Sie dies tun, desto besser.
- Ignorieren Sie Angebote von „Wiederherstellungsfirmen“ oder „Anwälten“, die Sie um Vorauszahlungen bitten. Seriöse Anwälte kontaktieren Sie nicht per WhatsApp oder Telegram und fordern keine Vorabgebühren.
Durch diese Schritte können Sie Ihre Verluste begrenzen und gleichzeitig dazu beitragen, weitere Menschen vor ähnlichen Betrügereien zu schützen.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei joinmirrigroup.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.