Warnung vor Jorvenaq Ulmirex (jorvenaqulmirex-ai.com): Betrug im Kryptotrading

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Jorvenaq Ulmirex (jorvenaqulmirex-ai.com) ist ein betrügerisches Kryptotrading-Unternehmen, das Anleger mit falschen Renditeversprechen lockt und anschließend Gebühren für die Auszahlung verlangt.

Screenshot der Webseite Jorvenaqulmirex Ai (jorvenaqulmirex-ai.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite jorvenaqulmirex-ai.com

Warum jorvenaqulmirex-ai.com unseriös ist

Die Plattform präsentiert sich als „trading_platform“ mit Angeboten in Krypto- und Aktien-Trading sowie Marktanalysen. Auf der Website fehlen sämtliche Registernummern und Aufsichtsbehörden, die bei seriösen Brokern zwingend vorhanden sind. Der einzige Kontaktweg ist die Telefonnummer +47, ohne weitere Identifikationsdaten. Das fehlende Impressum und die fehlenden Lizenzangaben deuten stark auf ein fehlendes regulatorisches Fundament hin.

Zudem werden unrealistische Renditen in der Marketing-Sprache versprochen: „FÅ DAGLIGE MULIGHETER PÅ OVER 10500 KR DAGLIG“. Solche Aussagen ohne nachweisbare Quellen sind ein klarer Hinweis auf Täuschung. Die Plattform listet keine Zahlungsmethoden auf und bietet lediglich einen „App Bonus“. Die fehlenden Zahlungsoptionen deuten darauf hin, dass keine echten Transaktionen stattfinden. Schließlich gibt es 11 angebliche Testimonials, deren Namen zwar real klingen, aber keine nachvollziehbare Verifizierung ermöglichen. Diese Kombination aus fehlenden rechtlichen Rahmenbedingungen, überhöhten Versprechen und unklaren Kontaktdaten macht die Plattform eindeutig unseriös.

Wie der Betrug bei jorvenaqulmirex-ai.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Potenzielle Opfer werden meist über Social-Media-Ads oder gezielte Cold-Calls von angeblichen „Anlageberatern“ angesprochen. Die Werbung nutzt stark emotionale Sprache, um sofortige Aufmerksamkeit zu erregen: „Investieren Sie jetzt und sichern Sie sich täglich über 10 500 Kr.“ Der erste Geldfluss ist bewusst niedrig (oft nur wenige hundert Euro), um die Hemmschwelle zu senken. Durch die Nutzung der Telefonnummer +47 wird der Eindruck einer legitimen lokalen Präsenz vermittelt, obwohl keine Adresse oder Unternehmensregister vorhanden sind.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform in der Web-App scheinbar hohe Gewinne an. Die Zahlen werden in Echtzeit generiert und basieren nicht auf echten Börsenorders. Stattdessen werden Platzhalterwerte in die Benutzeroberfläche geladen, um Vertrauen aufzubauen. Der Anleger sieht „Aus 250 € werden in zwei Wochen 800 €“: ein klares Signal, dass das System keine realen Handelsaktivitäten ausführt.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Der „Berater“ (oft ein automatisierter Chatbot) baut eine Beziehung auf und verspricht exklusive Vorteile: „VIP-Konto, Hebel-Bonus 1:500, garantierte Profite“. Durch Zeitlimits („Nur heute“) und künstliche Verknappung wird der Druck erhöht. Anleger zahlen danach häufig zwischen 5 000 € und 50 000 €, manchmal sogar bis zu 500 000 €: alles, um die Plattform mit Kapital zu versorgen, während keine echten Trades stattfinden.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald der Anleger seine Gewinne auszahlen lassen will, werden plötzlich mehrere Gebühren verlangt. Folgende Gebühren werden aufgeführt, ohne konkrete Beträge anzugeben:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Der angebliche Gewinn existiert nicht real; wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten melden sich häufig Dritte: angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ mit eigener Wallet-Wiederherstellungssoftware. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter dieser Maske stecken meist dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Das Netzwerk hinter jorvenaqulmirex-ai.com

Die Plattform ist Teil eines Netzwerks von 87 ähnlichen Seiten, die dieselben Betreiber und technische Infrastruktur teilen. Diese gemeinsame Basis ermöglicht es den Tätern, ihr System schnell zu replizieren und unter neuen Namen zu präsentieren. Das Netzwerk nutzt oft die gleiche Domain-Hosting-Infrastruktur und die gleichen Zahlungs-Gateways, wodurch die Nachverfolgung erschwert wird. Opfer, die von einer dieser Seiten betroffen sind, haben häufig dieselben Muster von fehlender Lizenz, unrealistischen Renditen und gefälschten Testimonials.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weitere Zahlung leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko des Verlustes des gesamten Kapitals.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Bildschirmfotos und Transaktionsnachweise. Diese dienen später als Beweismaterial.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: Informieren Sie sie über den Vorfall und fordern Sie die Sperrung aller möglichen Konten oder Wallets, um weitere Transfers zu verhindern.
  4. Erstatten Sie Strafanzeige: Melden Sie den Betrug bei der örtlichen Polizei oder der Bundespolizei. Ihre Ermittler werden die Fälle prüfen und die Täter verfolgen.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scams: Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich niemals per WhatsApp oder Telegram. Jede Forderung nach Vorauszahlungen ist ein weiterer Betrugsschritt.

Wenn Sie bereits Geld verloren haben, suchen Sie Unterstützung bei Verbraucherzentralen und melden Sie den Vorfall bei den zuständigen Aufsichtsbehörden. Eine frühzeitige Meldung erhöht die Chancen, weitere Opfer zu verhindern und das Netzwerk zu zerschlagen.

Sie haben die Möglichkeit, Ihre Verluste einzuklagen und ggf. Ihr Geld zurückzufordern. Seien Sie wachsam und handeln Sie zügig, um weitere Schäden zu vermeiden.

Verdächtige Verbindungen zu Jorvenaq Ulmirex

Die Plattform ist Teil eines Netzwerks von 87 ähnlichen Seiten, die dieselben Betreiber und Infrastrukturen teilen. Diese gemeinsame Basis deutet stark auf ein systematisches Betrugsnetz hin.

und 81 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei jorvenaqulmirex-ai.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei jorvenaqulmirex-ai.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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