Keywest Globe (keywest-globe.org): Betrugsuntersuchung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Keywest Globe (keywest-globe.org) ist ein betrügerisches Investmentportal, das Anleger mit unrealistischen Versprechen lockt.

Screenshot der Webseite Keywest Globe (keywest-globe.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite keywest-globe.org

Warum keywest-globe.org unseriös ist

Keywest Globe präsentiert sich als 2015 gegründete Investmentplattform, die angeblich Krypto-Investment, Hedge-Fonds und Blockchain-Investitionen anbietet. Auf der Website fehlen jedoch sämtliche regulatorische Angaben: es gibt keine Handelsregisternummer, keine Lizenznummer und keine Angabe einer Aufsichtsbehörde. Diese völlige Transparenzlücke ist ein klassisches Kennzeichen für betrügerische Angebote.

Weiterhin wird ein „100 % Profit Guarantee“ versprochen: ein absolut unrealistisches Versprechen, das keine Grundlage in der Finanzwelt hat. Der Slogan wird ohne jegliche Quellenangabe oder Nachweis präsentiert, was die Glaubwürdigkeit weiter untergräbt.

Die Plattform bietet keine Zahlungsmethoden an: weder traditionelle Banküberweisungen noch gängige Krypto-Wallets werden genannt. Stattdessen ist nur die E-Mail-Adresse Support@keywest-globe.org angegeben, während Telefon und Adresse fehlen. Diese fehlende Kontaktinformation verhindert jede Möglichkeit zur rechtlichen Verfolgung und erschwert es Anlegern, Hilfe zu bekommen.

Die Marketingtexte betonen starke emotionale Dringlichkeit („Jetzt investieren, bevor der Markt sinkt“), nutzen jedoch keine realen Erfolgsgeschichten oder unabhängige Testimonials. Die Plattform behauptet über 138 596 Kunden, jedoch gibt es keine belegbaren Daten, die diese Zahl stützen. Zusammen ergeben diese Faktoren ein starkes Warnsignal: Keywest Globe ist unseriös.

Wie der Betrug bei keywest-globe.org abläuft

Erster Kontakt und Lockangebot

Der Betrugszyklus beginnt meist mit einem Cold-Call oder einer gezielten Anzeige auf Social-Media. Die „Anlageberater“ von Keywest Globe locken mit attraktiven Renditeversprechen, die über 100 % liegen. Oft wird eine kleine erste Einzahlung von 250 € vorgeschlagen, um die Hemmschwelle zu senken. Durch gezielte emotionale Sprache: „Jetzt handeln, bevor es zu spät ist“: wird die Entscheidung beschleunigt.

Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Plattform dem Anleger scheinbar hohe Gewinne. Die Web-App von Keywest Globe zeigt auf dem Dashboard ein „Profit-Dashboard“, das plötzlich 800 € aus einer 250-€-Einlage anzeigt. Dabei gibt es keine echten Börsenorders oder Marktbewegungen; die Zahlen werden in der Software simuliert. Das Ziel ist klar: Vertrauen aufbauen, indem falsche Erfolge präsentiert werden.

Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein persönlicher „Account-Manager“ übernimmt die Kommunikation und baut über Wochen eine Beziehung auf. Er verspricht exklusive Zugänge zu IPO-Deals, Hebelboni von 1:500 und „garantierte Profite“. Durch künstliche Verknappung („nur noch heute“) und soziale Bestätigung: gefälschte Mit-Anleger-Stories: wird der Anleger dazu bewegt, weitere Mittel in die Höhe zu stecken. Die Betrugsplattform kann hier mit beliebigen Beträgen arbeiten; typischerweise zahlen Opfer zwischen 5 000 € und 50 000 €, manche über 500 000 €.

Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald ein Anleger seine Gewinne auszahlen will, kommt plötzlich die Forderung nach Gebühren.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real; wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Dies ist die letzte Melkphase des Scams.

Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust tauchen häufig angebliche Dritte auf: „Krypto-Forensiker“, „Anwälte“ oder „Behörden-Mitarbeiter“. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Server-Zugriffe“ oder „Übersetzungs­dienstleistungen“. Diese Versprechungen sind reine Ablenkung, und die Täter verkaufen die gesammelten Daten oft weiter. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Das Netzwerk hinter keywest-globe.org

Keywest Globe ist Teil eines Netzwerks von 44 Plattformen, die häufig dieselben Hintermänner betreffen. Diese Plattformen teilen sich technische Infrastruktur, wie z. B. gemeinsame Hosting-Server und Datenbanken, und nutzen oft identische Front-End-Designs. Durch das Re-Branding nach Auffliegen einer Plattform wird das Risiko für die Betreiber minimiert: wenn ein Betreiber gesperrt wird, kann er sich unter einem neuen Namen wieder auftun. Anleger, die sich nicht bewusst sind, dass mehrere scheinbar unabhängige Plattformen dieselbe Infrastruktur nutzen, setzen sich unnötigem Risiko aus.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weitere Zahlung leisten: sobald der Verdacht auf Betrug besteht, sollten Sie das Konto sperren und keine zusätzlichen Mittel einzahlen.
  2. Beweismaterial sichern: speichern Sie E-Mails, Chat-Verläufe, Kontoauszüge und Screenshots. Diese Dokumente sind wichtig, falls Sie die Plattform melden oder rechtliche Schritte einleiten wollen.
  3. Kontakt mit Ihrer Bank aufnehmen: informieren Sie Ihre Bank über die verdächtigen Transaktionen. Sie kann Ihnen helfen, weitere Zahlungen zu blockieren und ggf. Rückbuchungen einzuleiten.
  4. Strafanzeige erstatten: melden Sie den Betrug bei der örtlichen Polizeidienststelle oder beim Bundeskriminalamt. Ihre Erfahrung kann dabei helfen, weitere Opfer zu verhindern.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Angebote von „Anwälten“ oder „Krypto-Forensikern“, die vorab Gebühren verlangen, sind in der Regel Teil des Betrugs. Vermeiden Sie jegliche Zahlung an diese Personen.

Abschluss

Keywest Globe (keywest-globe.org) ist eindeutig ein betrügerisches Investmentportal. Die fehlenden regulatorischen Angaben, unrealistische Versprechen und die manipulative Vorgehensweise machen die Plattform zu einer klaren Gefahr für Anleger. Bleiben Sie wachsam, sichern Sie Beweise und melden Sie Verdachtsfälle sofort.

Das Netzwerk hinter Keywest Globe

Keywest Globe ist Teil eines Netzwerks von 44 Plattformen, die gemeinsame technische Infrastruktur nutzen und häufig dieselben Hintermänner betreffen.

und 38 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei keywest-globe.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei keywest-globe.org
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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