metrochain.biz: Auf der Schwarzen Liste

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Q.F.S Finance Capital präsentiert sich als Krypto-Investment-Plattform, doch die Fakten zeigen eindeutig, dass es sich um einen betrügerischen Broker handelt.

Screenshot der Webseite Metrochain (metrochain.biz)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite metrochain.biz

Warum metrochain.biz unseriös ist

Die öffentlich zugänglichen Informationen zu Q.F.S Finance Capital weisen mehrere auffällige Inkonsistenzen auf. Erstens fehlt eine Handelsregisternummer sowie jede Angabe einer Aufsichtsbehörde; ein seriöser Broker müsste mindestens eine Zulassung bei einer anerkannten Finanzaufsichtsbehörde vorweisen. Zweitens wird die Plattform von 2015 gegründet, doch die Marketing-Seite fordert lediglich 100 € als Mindestanlage: ein ungewöhnlich niedriger Betrag, der auf ein „Low-Risk-Pitch“ hindeutet. Drittens bietet die Seite Krypto-Investment an, jedoch akzeptiert sie ausschließlich Kreditkarte und Banküberweisung, während die meisten legitimen Krypto-Broker Kryptowährungen als Zahlungsmittel zulassen. Schließlich werden auf der Website 10 % Rendite nach 24 Stunden garantiert: eine Versprechung, die in der Finanzwelt als unrealistisch gilt und ein klares Warnsignal für übertriebene Gewinne darstellt.

Wie der Betrug abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Das erste Kontaktfeld beginnt meist über Social-Media-Ads. Die Plattform nutzt gezielte Anzeigen auf Instagram und Facebook, die ein „exklusives“ Krypto-Investment versprechen. Oft wird ein kurzer, scheinbar authentischer Videoclip mit einem vermeintlichen Anlageberater gezeigt, der die Plattform als „zukunftsweisenden“ Handelsraum beschreibt. Interessenten erhalten eine E-Mail mit einem Link zu einer Anmelde-Landingpage, die einen sehr niedrigen Einstieg von 100 € vorschlägt. Diese geringe Summe senkt die psychologische Hemmschwelle: Anleger können sich leicht vorstellen, nur ein kleines Risiko einzugehen, ohne die Plattform vollständig zu hinterfragen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird dem Nutzer sofort ein Dashboard präsentiert, das angeblich hohe Gewinne anzeigt. In wenigen Tagen scheint die 100 € bereits auf 200 € angewachsen zu sein, und die Plattform betont, dass weitere 10 % nach 24 Stunden erwartet werden. Diese „Gewinne“ entstehen ausschließlich aus vorgefertigten Tabellen in der Software, die keine tatsächlichen Handelsorders ausführen. Es gibt keinerlei Verbindungen zu regulierten Börsen, keine Order-Books, und die Kontobewegungen sind lediglich simuliert. Der Zweck ist klar: Das Vertrauen des Nutzers zu gewinnen und ihn dazu zu bewegen, mehr Kapital einzuzahlen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach einigen Wochen des „Gewinns“ wird der Nutzer von einem angeblichen Account-Manager kontaktiert. Dieser nutzt häufig persönliche E-Mails oder private Messenger-Kanäle, um ein „VIP-Konto“ zu eröffnen. Angebotsdetails enthalten Hebelboni von bis zu 1:500 und garantierte Profite. Der Account-Manager betont, dass das Angebot nur für einen begrenzten Zeitraum verfügbar sei, schafft damit Dringlichkeit und nutzt psychologischen Druck. In dieser Phase zahlen Opfer häufig zwischen 5 000 € und 50 000 €, da die Plattform das Gefühl einer exklusiven Investitionsmöglichkeit vermittelt.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Anleger nun sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen möchte, werden sofort mehrere Gebühren eingeführt. Die Plattform verlangt unter anderem:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust kontaktiert häufig ein dritter Akteur, der sich als Anwalt, Behörden-Mitarbeiter oder Krypto-Forensiker ausgibt. Er bietet an, das Geld zurückzuholen, verlangt dafür aber Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind völlig unberechtigt und dienen lediglich dazu, weitere Gelder von den bereits betroffenen Opfern zu erpressen. In Wirklichkeit sind es dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen oder für weitere Betrugsversuche nutzen. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Einzahlung verschärft die finanzielle Belastung und erhöht die Wahrscheinlichkeit, in weitere Betrugsfallen zu tappen.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Verläufe, Screenshots der Plattform und Transaktionsnachweise. Diese Dokumente sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
  3. Bank oder Zahlungsdienstleister informieren: Setzen Sie sich umgehend mit Ihrer Bank oder dem Kreditkartenunternehmen in Verbindung, um den Vorfall zu melden und gegebenenfalls Rückbuchungen zu fordern.
  4. Strafanzeige erstatten: Reichen Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder dem Landgericht eine Anzeige gegen die Betreiber von Q.F.S Finance Capital ein. Nutzen Sie Ihre gesammelten Beweismaterialien als Grundlage.
  5. Recovery-Scams ignorieren: Akzeptieren Sie keine unaufgeforderten Angebote von angeblichen Anwälten oder „Forensik-Experten“. Jede Forderung nach Vorauszahlungen ist ein weiteres Zeichen des Betrugs.

Q.F.S Finance Capital im Betrugsnetzwerk

Q.F.S Finance Capital ist Teil eines Netzwerks von 44 weiteren Plattformen, die ähnliche Merkmale aufweisen und häufig von denselben Hintermännern betrieben werden.

und 38 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei metrochain.biz gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei metrochain.biz
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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