Monexmarket (monexmarket.cc): Betrug im Fokus

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Monexmarket (monexmarket.cc) ist eine betrügerische Plattform. Sie lockt Anleger mit falschen Versprechen, verschafft sich aber keinen rechtlichen Status.

Screenshot der Webseite Monexmarket (monexmarket.cc)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite monexmarket.cc

Warum monexmarket.cc unseriös ist

Die ersten Anzeichen für Betrug sind die fehlenden Grunddaten: Auf der Website von monexmarket.cc gibt es keine Handelsregisternummer, keine Angabe zu einer Aufsichtsbehörde, keinen Namen des Unternehmens und keine Kontaktdaten. Diese Leere ist nicht nur ungewöhnlich, sondern ein klarer Hinweis darauf, dass die Betreiber versuchen, die Nachvollziehbarkeit zu verschleiern.
Weiterhin fehlen sämtliche Vertrauenssignale: weder Kundenrezensionen noch Zertifikate, keine Angaben zu einer Lizenznummer, keine Hinweise auf ein reguliertes Geschäft. In der Finanzbranche ist die Angabe einer gültigen Lizenz ein Muss; ohne sie darf ein Broker nicht handeln. Monexmarket.cc bietet keinerlei Beweise für die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.
Schließlich sind die Marketingansprüche schlicht: Die Plattform nennt keine Mindest- oder Höchstdepotgröße, keine angebotenen Handelsinstrumente und keine Zahlungsoptionen. Das Fehlen jeglicher Transparenz im Geschäftsmodell ist ein klassisches Merkmal betrügerischer Angebote. In Kombination mit den fehlenden Kontaktinformationen ergibt sich ein klares Bild: monexmarket.cc ist keine regulierte Handelsplattform, sondern ein betrügerisches System.

Wie der Betrug bei monexmarket.cc abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt: Lockangebot

Die meisten Opfer werden durch gezielte Werbung erreicht: sei es auf Social-Media, in Foren oder durch E-Mails. Monexmarket.cc nutzt kurze, emotionale Botschaften, die das Versprechen von schnellen Gewinnen ohne Risiko geben. Sobald ein potenzieller Kunde auf das Angebot klickt, wird er zu einer Landingpage geführt, auf der er seine Kontaktdaten eingibt. Diese Eingabe dient ausschließlich dazu, das Interesse zu registrieren. Die Betreiber versprechen sofort einen kleinen Einstieg mit einer geringen Einzahlung: häufig um die 250 €, damit sich der Anleger schon einmal „Gewinn“ erleben kann. Durch diese niedrige Schwelle wird die Hemmschwelle für weitere Geldflüsse drastisch reduziert.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald das erste Geld eingezogen ist, beginnt die Plattform, dem Anleger scheinbar hohe Renditen zu zeigen. Auf dem Dashboard erscheinen sofort “Profit-Reports”, die zeigen, dass die 250 € in wenigen Tagen auf 800 € angewachsen sind. Diese Zahlen entstehen jedoch in einer simulierten Umgebung: keine echten Börsentransaktionen, keine realen Orderausführungen. Das System erzeugt lediglich Daten, die den Eindruck von Erfolg erwecken. Der Anleger bekommt das Gefühl, dass er ein echtes, lukratives Konto besitzt, obwohl in Wirklichkeit die Gewinne aus einem internen Buchungsalgorithmus stammen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach dem ersten Gewinn wird der Anleger mit personalisierten Nachrichten von einem angeblichen “Account-Manager” kontaktiert. Dieser hebt die Erfolge hervor und spricht von exklusiven Bonus-Programmen, höheren Hebeln und sogar von “Insider-Tipps”. Die Botschaft ist eindeutig: „Mehr Geld bedeutet mehr Gewinn“. Durch die geschickte Kombination aus Zeitdruck (“Nur heute verfügbar”), künstlicher Verknappung und Social-Proof: gefälschte Erfolgsgeschichten von „anderen“ Investoren: wird der Anleger immer weiter in die Falle gezogen. In vielen Fällen investieren Betrüger 5.000 € bis über 50.000 €: in seltenen Fällen sogar mehr als 500.000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun versucht, seine angeblichen Gewinne auszuzahlen, werden plötzlich unerwartete Gebühren verlangt. Folgende Kosten werden genannt:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen “Transaktionsrisiko”
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde niemals Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor einer Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nicht umgekehrt. Sobald Sie einer dieser Forderungen nachgeben, verlieren Sie das bereits verifizierte Geld: und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Dies ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust setzen sich häufig Dritte in Kontakt. Sie präsentieren sich als “Krypto-Forensiker”, “Rechtsanwälte” oder sogar als “Polizei-Beamte”. Sie versprechen, das verlorene Geld zurückzuholen, verlangen jedoch im Voraus Gebühren für “Analyse”, “Server-Zugriff” oder “Übersetzungen”. Diese Angebote sind reine Tarnung: Hinter ihnen stecken meist dieselben Täter, die die ursprünglichen Daten stehlen, weiterverkaufen oder erneut ausnutzen. Seriöse Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder E-Mail.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofortige Zahlungshalt: Unterlassen Sie jegliche weitere Einzahlung bei monexmarket.cc. Jeder weitere Transfer erhöht das Risiko, Ihr Geld endgültig zu verlieren.
  2. Beweismaterial sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Zahlungsnachweise, Screenshots des Dashboards und jegliche Kommunikation. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später eine Anzeige erstatten.
  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie sofort Ihre Bank oder die Plattform, über die Sie die Einzahlung getätigt haben. Bitten Sie um eine Rückbuchung oder Sperrung der Transaktion.
  4. Polizei bzw. Finanzermittlungsbehörde benachrichtigen: Reichen Sie eine Anzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle ein. Sie haben bereits über 500 Fälle von Anlagebetrug, und die Ermittlungen laufen oft schneller, wenn Sie frühzeitig melden.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Lehnen Sie jegliche Angebote von angeblichen „Wiederherstellern“ oder „Rechtsanwälten“ ab. Diese sind meist Teil des Betrugszyklus und verlangen zusätzliche Gebühren.

Abschließende Warnung

Monexmarket (monexmarket.cc) ist keine regulierte Handelsplattform. Alle Versprechen von hohen Renditen, schnellen Gewinnen und exklusiven Bonus-Programmen sind gefälscht. Seien Sie wachsam, prüfen Sie die Lizenzierung und die Kontaktdaten, bevor Sie Geld investieren. Wenn Sie bereits Opfer geworden sind, handeln Sie jetzt, um weitere Verluste zu verhindern.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei monexmarket.cc gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei monexmarket.cc
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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