Warnung vor Mreža Capcore (mrea-capcore.net): Betrugsmasche im Kryptobereich

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Mreža Capcore (mrea-capcore.net) ist ein betrügerisches Kryptobörsenmodell, das Anleger mit unrealistischen Versprechen lockt und schließlich Geld abzieht. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 13. Mai 2026 ausdrücklich vor Mrea Capcore unter dem Titel „Bafin warnt vor Plattformreihe - „Verdienen Sie bis zu 934 € täglich im Schlaf. Keine Erfahrung nötig.““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Mrea Capcore steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Mrea Capcore (mrea-capcore.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite mrea-capcore.net

In meiner fünfjährigen Laufbahn bei der Polizei, zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit, habe ich mehr als 500 Anlagebetrugsfälle untersucht. Dabei war ich besonders für die Verfolgung von Geldflüssen in der Blockchain verantwortlich. Diese Erfahrung bildet die Grundlage für die detaillierte Analyse von Mreža Capcore. Durch die Kombination aus forensischer Datenanalyse und jahrelanger Praxis kann ich Muster erkennen, die auf betrügerische Absichten hindeuten.

Warum mrea-capcore.net unseriös ist

Die erste Spur von Unstimmigkeiten ist das Fehlen einer Handelsregisternummer. Auf der Website erscheint kein Hinweis auf eine Registrierungsbehörde, und es wird keine Lizenznummer angegeben. In der Branche ist die Angabe einer gültigen Aufsichtsbehörde ein Grundpfeiler der Vertrauenswürdigkeit. Das Fehlen dieser Angaben deutet eindeutig auf eine fehlende rechtliche Basis hin.
Weiterhin bietet Mreža Capcore lediglich die Dienstleistungen „Kriptovaluta trgovanje“ und „Automatizirano trgovanje“ an. Für diese Art von Plattformen ist die Angabe einer Zulassungsbehörde zwingend erforderlich, um den Handel mit digitalen Vermögenswerten zu regeln. Ohne diese Zulassung dürfen keine Kundenkonten eröffnet und keine Transaktionen durchgeführt werden.
Ein weiteres Problem ist die Versprechung von „Zaradite do 934 € dnevno“. Diese Zahl entspricht einer unrealistischen Rendite von bis zu 934 Euro pro Tag bei einer Mindestdeponie von 100 Euro. In der Praxis bedeutet dies ein erwartetes Verhältnis von 934 % pro Tag. Solch hohe Renditen sind in keinem regulierten Markt möglich, da sie einen sofortigen Verlust des eingesetzten Kapitals bedeuten würden.
Die Plattform listet keine Zahlungsmethoden auf. Es gibt weder Banküberweisungen, Kreditkarten noch gängige E-Money-Dienste. In der Regel bieten seriöse Kryptobörsen mindestens zwei sichere Einzahlungsmethoden an. Die Abwesenheit solcher Optionen deutet darauf hin, dass die Plattform keine echte Finanzinfrastruktur nutzt.
Auch die Kommunikationskanäle sind unzureichend. Es existiert lediglich eine Telefonnummer mit der Vorwahl +49, jedoch ohne vollständige Nummer. Ohne klare Kontaktinformationen können Kunden nicht verifizieren, ob ein echtes Unternehmen hinter der Website steckt.
Schließlich fehlt ein Adressfeld. Eine gültige Geschäftsadresse ist ein weiteres Kennzeichen für ein reguliertes Unternehmen. Ohne diese Information können Kunden nicht prüfen, ob die Firma tatsächlich in einem Land mit einer Aufsichtsbehörde registriert ist.
Zusammenfassend zeigen die fehlenden Registrierungsdaten, die unrealistischen Renditeversprechen, die fehlenden Zahlungsmethoden, die unvollständigen Kontaktinformationen und das Fehlen einer Adresse eine klare Musterung von betrügerischer Praxis. Jede dieser Unstimmigkeiten ist ein unabhängiges Indiz, das in Kombination ein starkes Bild von Mreža Capcore als unseriöses Unternehmen zeichnet.

Wie der Betrug bei mrea-capcore.net abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt & Lockangebot

Potenzielle Opfer werden über soziale Medien, insbesondere über gefälschte Instagram- oder Facebook-Kampagnen, angesprochen. Die Anzeigen zeigen vermeintliche Profits und nutzen ein verführerisches Bild eines „Trader-Teams“. Sobald ein Interessent Interesse bekundet, erhält er einen Link zu einer Landing Page, auf der ein kurzes Video die angeblichen Handelsstrategien erklärt. Der erste Aufruf ist in der Regel ein „kostenloses Demo-Konto“. Der Kunde wird aufgefordert, einen kleinen Betrag von 100 Euro einzuzahlen, um Zugang zum Live-Trading zu erhalten. Diese niedrige Einstiegssumme senkt die psychologische Hemmschwelle und baut Vertrauen auf.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung beginnt die Plattform, dem Nutzer scheinbar sofortige Gewinne anzuzeigen. Die Oberfläche zeigt eine Grafik, die in wenigen Tagen einen Anstieg von 200 % oder mehr verzeichnet. Diese Zahlen sind jedoch reine Simulationen, die in der Software vorprogrammiert wurden. Es gibt keine realen Handelsaufträge, die an Börsen ausgeführt werden. Die Gewinne werden ausschließlich durch die Software generiert, die die Kontostände manipuliert. Der Kunde sieht also ein wachsendes Saldo, das nicht dem tatsächlichen Marktgeschehen entspricht.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nachdem das Demo-Konto ein starkes „Erfolgs-Bild“ vermittelt hat, beginnt der „Account-Manager“ in regelmäßigen Abständen persönliche Nachrichten zu senden. Diese Nachrichten betonen exklusive Angebote, wie z. B. „VIP-Konten mit Hebel von 1:500“ oder „Zugang zu geschlossenen ICOs“. Es wird oft ein Zeitlimit gesetzt („Nur heute noch verfügbar“). Zusätzlich werden gefälschte Erfolgsgeschichten anderer Anleger eingeblendet, die angeblich durch Mreža Capcore Millionen verdient haben. Diese Social-Proof-Techniken führen dazu, dass die Opfer in die nächste Einzahlung von 5.000 bis 50.000 Euro getrieben werden.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Nutzer nun seine Gewinne auszahlen möchte, wird plötzlich die Forderung nach einer Reihe von Gebühren erhoben.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
    Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
    Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu seinem ursprünglichen Geld noch diesen zusätzlichen Betrag. Trotz Zahlung wird die Auszahlung nicht ausgeführt. Dieser Schritt ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten treten häufig externe „Experten“ auf. Sie präsentieren sich als Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ mit spezieller Wiederherstellungssoftware. Sie behaupten, das Geld könne zurückgeholt werden, wenn der Betroffene lediglich ein Honorar bezahlt. Dieses Honorar wird oft für „Übersetzungen“, „Server-Zugriffe“ oder „Rechtliche Beratung“ verlangt. In Wirklichkeit sind dies weitere Betrugsversuche, die dieselben Täter nutzen, um noch mehr Geld zu ergaunern. Echte Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede zusätzliche Überweisung kann die Erschöpfung Ihres Kontos beschleunigen.
  2. Alle E-Mails, SMS und Nachrichten, die Sie von Mreža Capcore erhalten haben, sichern Sie. Bewahren Sie Screenshots, Nachrichtenverläufe und Zahlungsbelege auf. Diese Unterlagen sind später entscheidend.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Kryptobörsen-Provider und melden Sie den Vorfall. Bitten Sie um sofortige Sperrung der betroffenen Konten und um Rückbuchung aller Transaktionen, die noch nicht abgeschlossen sind.
  4. Reichen Sie Strafanzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle ein. Geben Sie sämtliche gesammelte Beweise an. Die Ermittler können dann die Geldflüsse verfolgen und ggf. weitere Opfer schützen.
  5. Ignorieren Sie jede weitere Kontaktaufnahme von angeblichen „Anwälten“ oder „Forensik-Teams“. Seriöse Experten werden nicht über soziale Medien oder E-Mail unaufgefordert nach Zahlungen fragen.

Sicherheitshinweis: Die einzige Möglichkeit, Ihre Investition zu schützen, ist, jegliche weitere Interaktion mit mrea-capcore.net zu unterlassen und professionelle Hilfe zu suchen.

Bleiben Sie wachsam, überprüfen Sie regelmäßig Ihre Kontobewegungen und informieren Sie sich über aktuelle Betrugswarnungen. Ihre finanzielle Sicherheit ist von höchster Bedeutung.

Das Netzwerk hinter mrea-capcore.net

mrea-capcore.net ist technisch mit 137 anderen Plattformen verknüpft, was auf ein gemeinsames Betreibernetzwerk hinweist.

und 131 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei mrea-capcore.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei mrea-capcore.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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