Warnung vor Thryzon Pixel AI (my-thryzonpixelai.de): Erfahrungen zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Thryzon Pixel AI (my-thryzonpixelai.de) ist keine seriöse Handelsplattform: es handelt sich um ein betrügerisches System, das Anleger absichtlich in die Falle lockt und ihr Geld verschwindet. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 13. Mai 2026 ausdrücklich vor My Thryzonpixelai unter dem Titel „Bafin warnt vor Plattformreihe - „[Name der Website] Revolutioniert den Handel““. Die vollständige BaFin-Warnung zu My Thryzonpixelai steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite My Thryzonpixelai (my-thryzonpixelai.de)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite my-thryzonpixelai.de

Warum my-thryzonpixelai.de unseriös ist

Die Plattform bietet eine Vielzahl von Sprachen an: von Deutsch über Englisch bis hin zu Arabisch und Japanisch: was einen internationalen Anspruch suggeriert. Doch die Daten zeigen, dass keine Handelsregisternummer, keine Aufsichtsbehörde oder Lizenznummer angegeben werden. Das Fehlen jeglicher rechtlicher Identifikation ist ein klassisches Warnsignal. Weiterhin gibt es keine Hinweise auf echte Kundenerfahrungen, keine Kundenbewertungen, keine Zertifizierungen und keine verifizierten Erfolgszahlen. Stattdessen wird eine Mindestanlage von 250 Euro gefordert, begleitet von einem aggressiven Zeitdruck („Nur heute!“). Die Kombination aus fehlender rechtlicher Basis, fehlender Transparenz und starker Dringlichkeit macht die Plattform unseriös.

Wie der Betrug bei my-thryzonpixelai.de abläuft

1. Erster Kontakt und Lockangebot

Der Einstieg erfolgt häufig über soziale Medien. Auf Facebook, Instagram oder TikTok tauchen auffällige Anzeigen auf, die scheinbar von „Experten“ stammen, die versprechen, in wenigen Wochen hohe Gewinne zu erzielen. Oft werden gefälschte Testimonials von bekannten Persönlichkeiten verwendet, um Glaubwürdigkeit zu erzeugen. Sobald ein potenzieller Anleger Interesse zeigt, erhält er eine E-Mail oder eine Direktnachricht mit einer persönlichen Einladung, sich anzumelden. Der erste Schritt ist die Einzahlung einer kleinen Summe von 250 Euro: niedrig genug, um die psychologische Hemmschwelle zu senken, aber hoch genug, um einen ersten Gewinnversuch zu simulieren.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird die Plattform dem Nutzer eine Web-App zeigen, in der scheinbar massive Gewinne auftauchen: z. B. 800 Euro innerhalb von zwei Wochen. Diese Zahlen entstehen aus vorinstallierten, nicht-handlungsfähigen Tabellen, die in der Software vorgegeben sind. Es gibt keine echten Handelsaufträge, keine Verbindung zu einer Börse und keine Echtzeit-Marktdaten. Der Nutzer sieht lediglich hübsche Zahlen, die Vertrauen schaffen. Die Illusion eines echten Handels entsteht durch das „Live-Dashboard“, das anzeigt, dass die Trades erfolgreich abgeschlossen wurden.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach einigen Wochen des „Gewinns“ wird ein persönlicher „Account-Manager“ oder ein angeblicher „Berater“ den Nutzer kontaktieren. Dieser betont die Notwendigkeit, das Konto zu vergrößern, um von höheren Hebeln und exklusiven Trading-Signalen zu profitieren. Angeblich können VIP-Konten mit einem Hebel von 1:500 und garantierten Profiten eröffnet werden. Durch gezielte Zeitlimits („Nur heute noch 10 % Bonus“) und Social-Proof-Elemente: gefälschte Mit-Investoren-Stories: wird der Anleger dazu gedrängt, zusätzliche Summen von 5.000 bis 50.000 Euro zu investieren. Oft erreichen die Betrüger sogar Beträge über 500.000 Euro, wenn die Opfer glauben, dass ihr Geld sicher und rentabel ist.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen möchte, kommt die eigentliche Falle. Es werden plötzlich mehrere Gebühren in Rechnung gestellt: Transaktionsgebühr, Steuervorauszahlung ans Finanzamt, Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“, KYC-Verifizierungsgebühr, Konto-Aktivierungsgebühr und Anti-Geldwäsche-Hinterlegung. Diese Bezeichnungen klingen plausibel, sind aber frei erfunden. Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ bezahlt, verliert zusätzliches Geld, ohne dass die Auszahlung erfolgt: die letzte Melkphase des Scams.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen plötzlich „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf, die behaupten, das Geld zurückzuholen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungsgebühren“, „Server-Zugriffe“ und andere Nebenkosten. Hinter dieser Maske stecken in der Regel dieselben Täter, die die Daten der Opfer weiterverkaufen oder die Plattform weiterhin betreiben. Seriöse Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Ignorieren Sie solche Angebote: sie sind ein weiteres Schlupfloch des Betrügers.

Das Netzwerk hinter my-thryzonpixelai.de

Die Plattform ist mit 78 weiteren Websites verknüpft, die ähnliche Dienste anbieten. Diese Verbindung legt nahe, dass die Betreiber dieselbe Infrastruktur nutzen und die Marke häufig neu positionieren, sobald eine Seite auffliegt. Durch gemeinsames Hosting, geteilte Domain-Registrierungen und wiederkehrende Marketing-Botschaften erschweren sie den Ermittlern die Verfolgung einzelner Akteure. Solche Netzwerke sind in der Finanz- und Kryptobranche weit verbreitet, um Anonymität zu wahren und die Haftung zu streuen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofortige Unterbrechung weiterer Zahlungen: Sobald Sie bemerken, dass Ihre Konten auf der Plattform verdächtigt werden, stoppen Sie alle weiteren Einzahlungen. Jede weitere Zahlung erhöht das Risiko eines vollständigen Verlustes.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie E-Mails, Bildschirmfotos, Transaktionsbestätigungen und sämtliche Korrespondenz. Diese Dokumente sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie Ihren Bankberater oder die Betreiber Ihrer Krypto-Börse und melden Sie die verdächtige Transaktion. Sie können ggf. das Konto sperren lassen und weitere Verluste verhindern.
  4. Polizei oder Finanzaufsichtsbehörde melden: Reichen Sie eine Anzeige bei der örtlichen Polizei ein oder wenden Sie sich an die Finanzaufsicht. Ihre Erfahrung von mehr als 500 Anlagebetrugs-Fällen zeigt, wie wichtig eine formale Meldung ist.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Geben Sie keine Vor­zahlungen für angebliche Rechts­beratung oder „Krypto-Wiederherstellung“ ab. Seriöse Anwälte oder Behörden werden niemals unaufgefordert Kontakt aufnehmen. Jeder Versuch, Ihnen zusätzliche Gebühren zu berechnen, ist ein klarer Hinweis auf Betrug.

Schluss

Wenn Sie bereits in Thryzon Pixel AI (my-thryzonpixelai.de) investiert haben, handeln Sie jetzt. Bewahren Sie Ihre Beweise, informieren Sie die relevanten Finanzinstitute und melden Sie die Plattform bei den Behörden. Nur so können Sie Ihre Chancen verbessern, zumindest einen Teil Ihres Geldes zurückzubekommen und weitere Opfer zu verhindern.

Das Netzwerk hinter my-thryzonpixelai.de

Die Plattform ist Teil eines Netzwerks von 78 weiteren Websites, die ähnliche Dienste anbieten. Diese Verknüpfung deutet auf gemeinsame Hintermänner, geteilte Serverinfrastruktur und häufiges Re-Branding hin: typische Merkmale, die Betrugsnetzwerke nutzen, um Vertrauen aufzubauen und ihre Aktivitäten zu verschleiern.

und 72 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei my-thryzonpixelai.de gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei my-thryzonpixelai.de
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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