Ist naverlink (naverlink.pro) seriös oder Betrug?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Sie haben ein Konto bei naverlink.pro eröffnet und schon bald erstaunliche Gewinne sehen: das klingt verlockend, doch hinter dem Glanz verbergen sich typische Betrugsmuster. Die Plattform ist nicht nur unseriös, sondern aktiv betrügerisch.

Screenshot der Webseite Naverlink (naverlink.pro)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite naverlink.pro

Die Geschichte eines Opfers

Anna, 32, hatte schon lange von passivem Einkommen geträumt. Durch einen zufälligen Instagram-Post erreichte sie naverlink.pro. Der Call-to-Action versprach schnelle Renditen ohne Risiko. Anna klickte, tätigte eine kleine Einzahlung von 250 Euro und sah sofort eine Grafik, die angeblich 800 Euro in zwei Wochen versprach. Ihre Erwartungen stiegen. Doch die Realität blieb aus: ein klassisches Muster: Anreize, gefälschte Erfolge, gefolgt von unerwarteten Forderungen.

Über Anton Haverkamp

Mein Name ist Anton Haverkamp. Ich war fünf Jahre lang bei der Polizei, zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit. In dieser Einheit habe ich mehr als 500 Fälle von Anlagebetrug und Geldwäsche in der Blockchain verfolgt. Diese Erfahrung hat mich gelehrt, dass Betrüger ihre Vorgehensweise immer wieder neu erfinden, aber ihre Taktiken bleiben dieselben. Ich habe die Mechanismen von Plattformen wie naverlink.pro aus der Nähe kennengelernt und möchte Ihnen zeigen, wie man sie erkennt und vermeidet.

Warum naverlink.pro unseriös ist

naverlink.pro weist mehrere alarmierende Unstimmigkeiten auf. Zunächst fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer oder einer Aufsichtsbehörde. Auf der Website gibt es keine eindeutigen Lizenznachweise, obwohl die Plattform angeblich reguliert sein soll. Dies ist ein erstes Warnsignal: seriöse Broker veröffentlichen immer ihre Zulassungsdaten öffentlich.

Des Weiteren bietet naverlink.pro keinerlei transparente Informationen zu den angebotenen Dienstleistungen. Im Gegensatz zu etablierten Anbietern, die klar definieren, ob es sich um Devisenhandel, Kryptowährungen oder CFD handelt, bleibt die Geschäftsart bei naverlink.pro vage. Die fehlende Klarheit ist ein Indikator dafür, dass die Betreiber ihre wahre Tätigkeit verbergen wollen.

Ein weiteres Problem ist die fehlende Kommunikation. Die Kontaktdaten: E-Mail, Telefon und Adresse: sind nicht vorhanden. Das Fehlen eines erreichbaren Kundendienstes ist ein klares Zeichen dafür, dass die Betreiber nicht bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Sofern ein Opfer eine Rückfrage hat, bleibt es im Dunkeln.

Schließlich gibt es keinerlei Erfahrungsberichte oder unabhängige Bewertungen. Während legitime Broker häufig positive Rückmeldungen auf Plattformen wie Trustpilot oder unabhängigen Foren haben, ist bei naverlink.pro keine solche Existenz zu finden. Das Fehlen von Bewertungen und das Fehlen von öffentlich zugänglichen Kontakten lassen eindeutig vermuten, dass es sich um ein betrügerisches System handelt.

Wie der Betrug bei naverlink.pro abläuft

Schritt 1: Der erste Kontakt: Lockangebot

Der Einstieg beginnt meist mit gezielten Werbemaßnahmen: In sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook oder TikTok tauchen scheinbar professionelle Videos auf, die von angeblichen „Trading-Experten“ stammen. Diese Inhalte zeigen scheinbar echte Charts, die schnelle Gewinne von wenigen Wochen betonen. Oft wird ein „exklusiver Bonus“ versprochen, wenn man sich innerhalb weniger Tage registriert. Das Ziel ist, das Opfer mit einem niedrigen Einstiegskapital von 250 Euro zu locken. Durch das geringe Risiko wird die Hemmschwelle gesenkt, und das Opfer fühlt sich motiviert, mehr zu investieren.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nachdem die erste Einzahlung erfolgt ist, werden auf der Plattform scheinbar sofort hohe Gewinne angezeigt. Die Software generiert eine Grafik, die zeigt, dass 250 Euro in zwei Wochen zu 800 Euro gewachsen sind. In Wirklichkeit gibt es keine echte Orderausführung auf einer Börse oder einem regulierten Markt. Die Gewinne entstehen lediglich durch einen internen Algorithmus, der die Kontostände manipuliert. Dieses Vorgehen schafft Vertrauen, indem es dem Anleger ein Bild von Erfolg vermittelt, ohne dass ein echter Handel stattfindet.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein vermeintlicher „Account-Manager“ tritt auf. Dieser Kontakt ist nicht nur über die Plattform, sondern auch über private Messaging-Apps möglich. Der Manager verspricht VIP-Konten, Hebelboni von bis zu 1:500 und exklusive Zugänge zu „Insider-Tipps“. Gleichzeitig nutzt er psychologischen Druck: „Nur heute noch kann Ihr Konto erweitert werden“, „Das Angebot gilt nur für die nächsten 24 Stunden“. Solche Zeitlimits erzeugen Dringlichkeit. Das Opfer wird motiviert, weitere Summen: oft zwischen 5.000 und 50.000 Euro: einzuzahlen, in der Erwartung, dass die Gewinne exponentiell steigen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Jetzt kommt die entscheidende Phase. Wenn das Opfer seine Gewinne oder das ursprüngliche Kapital auszahlen will, präsentiert naverlink.pro plötzlich mehrere „Gebühren“. Typische Fake-Gebühren sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Sobald Sie also diese Gebühren bezahlen, verlieren Sie zusätzlich zu Ihrem ursprünglichen Kapital. Und trotzdem erfolgt keine Auszahlung: das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach der ersten Zahlung der Gebühren tauchen häufig „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf. Sie bieten an, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Personen sind meist die gleichen Täter, die zuvor als „Vertrauenspersonen“ agiert haben. Sie versuchen, die Opfer erneut zu täuschen und weitere Betrugszahlungen einzufordern. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jeder weitere Transfer ist ein Hinweis, dass Sie weiterhin Opfer eines Betrugs sind.
  2. Alle Belege sichern: Screenshots, Bank-Transaktionsbelege und Nachrichten mit dem Betreiber. Diese dienen als Beweismaterial für spätere Ermittlungen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Krypto-Broker: Informieren Sie sie über die verdächtigen Transaktionen und fordern Sie ggf. die Rückbuchung an.
  4. Reichen Sie Strafanzeige ein: Wenden Sie sich an die Polizei, insbesondere an die Abteilung für Wirtschaftskriminalität, oder nutzen Sie Online-Formulare für Finanzbetrug.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scams: Jede Forderung nach Vorauszahlung, Übersetzungs- oder Server-Kosten ist ein Hinweis auf einen weiteren Betrug. Melden Sie solche Kontakte sofort und teilen Sie die Erfahrung in einschlägigen Foren, um andere zu warnen.

Fazit

naverlink.pro ist keine seriöse Trading-Plattform. Sie nutzt manipulierte Gewinne, psychologischen Druck und gefälschte Auszahlungsgebühren, um Anleger zu täuschen. Wenn Sie bereits Opfer geworden sind oder sich in einer ähnlichen Situation befinden, handeln Sie umgehend: sichern Sie Beweise, informieren Sie Ihre Bank und melden Sie den Betrug. Nur so können Sie Ihre Chance erhöhen, zumindest einen Teil Ihres Geldes zurückzubekommen und weitere Opfer zu verhindern.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei naverlink.pro gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei naverlink.pro
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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