NextsInversiones (nextsinversiones.com) im Faktencheck: Was wir herausgefunden haben

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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NextsInversiones (nextsinversiones.com) präsentiert sich als professionelle Investmentplattform: doch unsere Ermittlungen deuten eindeutig auf einen Betrug hin. Wir haben die Angaben geprüft und die Lücken sowie Widersprüche aufgedeckt, die auf ein betrügerisches Vorgehen hindeuten.

Screenshot der Webseite Nextsinversiones (nextsinversiones.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite nextsinversiones.com

Warum nextsinversiones.com unseriös ist

Die ersten Anzeichen eines betrügerischen Angebots sind bereits im Aufbau von nextsinversiones.com erkennbar. Die Seite behauptet, von der spanischen Aufsichtsbehörde CNMV reguliert zu sein, nennt jedoch weder eine Lizenznummer noch gibt sie an, welche spezifische Aufsichtsperson oder welches Register dies bestätigt. In der Praxis bedeutet das, dass es keine verifizierbare Regulierungsstelle gibt, die die Plattform überwacht.

Ein weiteres Problem ist das Fehlen einer klaren Unternehmensregistrierung. Es wird weder ein Handelsregisternummer noch ein Gründungsjahr angegeben. Für seriöse Finanzdienstleister ist es Standard, diese Informationen öffentlich zugänglich zu machen, damit Kunden und Aufsichtsbehörden die Legalität des Unternehmens überprüfen können.

Die Marketing-Seite lockt mit einem minimalen Einzahlungsbetrag von 250 € und einer sofortigen Bonussumme von 25 €. Gleichzeitig verspricht ein durchschnittlicher Gewinn von +23 %: ein Versprechen, das in der Finanzwelt nicht nur unrealistisch, sondern auch rechtlich bedenklich ist. Solche Renditeversprechen deuten typischerweise auf ein „Pyramidensystem“ oder einen reinen Pump-and-Dump-Mechanismus hin.

Die Plattform bietet lediglich Banküberweisungen als Zahlungsmethode an, ohne alternative Optionen wie Kreditkarten oder etablierte Zahlungsdienste. Das reduziert die Möglichkeit für Kunden, die Transaktion rückgängig zu machen. Gleichzeitig fehlen Kontaktdaten wie E-Mail, Telefon oder physische Adresse: ein weiteres Kennzeichen für einen fragwürdigen Betreiber.

Schließlich zeigen die bereitgestellten Testimonials: 12 Namen ohne weitere Identifikation: eine Musterliste von fiktiven oder gefälschten Erfolgen. Die fehlende Transparenz über echte Kundenbewertungen und die ausschließliche Verwendung von Namen ohne Nachweise verstärken die Verdachtsmomente.

All diese Faktoren zusammen: fehlende Lizenz, keine Unternehmensregistrierung, unrealistische Renditen, eingeschränkte Zahlungsmethoden und gefälschte Testimonials: zeichnen ein klares Bild: nextsinversiones.com ist höchstwahrscheinlich ein betrügerisches Netzwerk.

Wie der Betrug bei nextsinversiones.com abläuft

Schritt 1: Der erste Kontakt und Lockangebot

Der Einstieg beginnt häufig über soziale Medien. Influencer-Posts, gezielte Werbung auf Instagram, Facebook und TikTok zeigen vermeintliche „Erfolgsgeschichten“ von Investoren, die angeblich 23 % Rendite erzielt haben. Oft werden gefälschte Testimonials wie „Carmen R.“ oder „Antonio G.“ präsentiert, die scheinbar von der Plattform profitiert haben. Zusätzlich nutzen Betrüger Krypto-Gruppen und Telegram-Channels, in denen „Trading-Gurus“ angebliche Insider-Tipps anbieten. Bei ersten Kontakten wird der potenzielle Anleger auf eine kleine, leicht zu versetzende Einzahlung von 250 € hingewiesen, die als „Startkapital“ beworben wird. Durch diese geringe Anfangsinvestition wird die Hemmschwelle gesenkt, während gleichzeitig der Eindruck entsteht, dass das Risiko minimal sei.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung loggt sich der Nutzer in die Plattform ein und sieht sofort ein Dashboard, das Gewinne von bis zu 800 € nach wenigen Tagen anzeigt. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echte Markttransaktionen, sondern durch vorprogrammierten Code, der die Kontobewegungen manipuliert. Es gibt keinerlei Handelsaktivität auf einer regulierten Börse, keine Orderbücher, keine Trades: lediglich eine Grafik, die vorgibt, dass der Account in kurzer Zeit profitabel ist. Der Zweck dieses Schritts ist es, Vertrauen zu schaffen und das Gefühl zu vermitteln, dass das System zuverlässig funktioniert.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald ein Nutzer die ersten „Gewinne“ sieht, wird er zu größeren Investitionen ermutigt. Ein vermeintlicher Account-Manager oder ein „Senior-Trader“ kontaktiert ihn persönlich und verspricht exklusive Vorteile: Hebelboni von 1:500, garantierte Profite, Zugang zu IPO-Zulagen und „Insider-Tipps“. Durch gezielte Zeitlimits („Nur heute“) und die Darstellung von erfolgreichen Investoren wird der Druck erhöht. In der Regel werden weitere Einzahlungen von 5.000 € bis 50.000 € angefordert, wobei manche Opfer bis zu 500.000 € verlieren. Diese Phase nutzt psychologische Manipulation, um das Vertrauen zu vertiefen und den Anleger in ein Abhängigkeitsverhältnis zu bringen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Anleger seine Gewinne oder sein Kapital auszahlen möchte, wird er plötzlich mit einer Vielzahl von Gebühren konfrontiert. Diese sind in der Regel völlig erfunden, dienen jedoch dazu, den Betrug weiter auszubauen. Folgende typische Gebühren tauchen auf:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.

Die angeblichen Gebühren sind ein weiterer Schachzug, um Opfer zu erpressen, ohne dass eine tatsächliche Auszahlung stattfindet. Sobald ein Geldbetrag für diese „Gebühren“ abgeführt wird, verschwinden die angeblichen Gewinne und es gibt keine Möglichkeit, das Geld zurückzufordern. Diese Phase ist die letzte Melkphase des Betrugs.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig externe Dritte auf: angebliche Anwälte, Behördenvertreter oder „Krypto-Forensiker“. Sie behaupten, das Geld zurückholen zu können, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind jedoch Teil der Masche: Die Täter verkaufen die Daten der Opfer an andere Plattformen oder nutzen sie für weitere Betrugskampagnen. Ein seriöser Anwalt oder eine echte Behörde würde niemals unaufgefordert über WhatsApp oder Telegram Kontakt aufnehmen, um Gebühren zu erheben.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jeder weitere Betrag erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie Opfer einer weiteren Komponente des Schemas werden.
  2. Alle Transaktionsdaten sichern: Bewahren Sie Screenshots, E-Mails, Kontoauszüge und alle Kommunikation mit dem Betreiber auf. Diese Beweise sind entscheidend, falls Sie später rechtliche Schritte einleiten.
  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Melden Sie die verdächtigen Transaktionen bei Ihrer Bank oder dem jeweiligen Krypto-Exchange. Sie können ggf. das Geld zurückfordern und verhindern, dass es an die Plattform weitergeleitet wird.
  4. Strafanzeige bei der örtlichen Polizei erstatten: Nutzen Sie Ihre Kenntnisse, um die Ermittlungen zu unterstützen. Geben Sie alle gesammelten Beweismaterialien an die Ermittler weiter.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Jegliche Angebote, die Ihnen versprechen, Ihr Geld zurückzuholen, sind höchstwahrscheinlich Teil des Betrugs. Ignorieren Sie sie und melden Sie sie ggf. an die Polizei.

Fazit

NextsInversiones (nextsinversiones.com) ist kein seriöser Investmentanbieter. Die fehlenden Regulierungsnachweise, unrealistische Renditen, das Fehlen von Kontaktdaten und die manipulierte Gewinnanzeige sind klare Indikatoren für einen Betrugsversuch. Als Betroffener sollten Sie sofort handeln, keine weiteren Gelder riskieren und sich an die Behörden wenden.

Wenn Sie weitere Fragen haben oder Unterstützung benötigen, kontaktieren Sie bitte die zuständige Finanzpolizei oder einen Fachanwalt für Finanzbetrug.

Das Netzwerk hinter NextsInversiones

NextsInversiones steht in Verbindung mit einer weiteren Plattform, was auf ein gemeinsames Backend oder geteilte Betreiber hinweist.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei nextsinversiones.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei nextsinversiones.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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