parex-am.org: Fragwürdiger Broker im Fokus

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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Tappen Sie nicht in die Falle von parex-am.org. Parex Am ist nach unserer Analyse ein fragwürdiger Broker, der nur zu existieren scheint, um Anlegern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Screenshot der Webseite Parex Am (parex-am.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite parex-am.org

In den letzten Jahren haben wir uns immer wieder mit Plattformen auseinandergesetzt, die ihr vermeintliches Fachwissen als Deckmantel für betrügerische Aktivitäten nutzen. Ich bin Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler in einer Spezialeinheit, der in seiner Laufbahn mehr als 500 Anlagebetrugsfälle verfolgt hat. Meine Erfahrung hat mich gelehrt, dass sich hinter jedem seriösen Broker klare rechtliche Rahmenbedingungen, transparente Kontaktdaten und nachvollziehbare Handelsaktivitäten verbergen. Wenn diese Elemente fehlen, ist das ein starkes Warnsignal. Im Folgenden erkläre ich Ihnen, warum Parex Asset Management IPAS keine vertrauenswürdige Plattform ist und wie der Betrug bei parex-am.org abläuft. Außerdem gebe ich Ihnen konkrete Handlungsempfehlungen, falls Sie bereits von dieser Plattform betroffen sind.

Warum parex-am.org unseriös ist

Ein seriöser Broker präsentiert sich stets mit einer registrierten Handelsregisternummer, einer gültigen Lizenz von einer anerkannten Aufsichtsbehörde und klaren Kontaktdaten. Bei Parex Asset Management IPAS fehlen all diese Grundlagen. Auf der Website wird zwar behauptet, die Lizenz sei bei der BaFin ausgestellt, jedoch gibt es weder eine Angabe einer Lizenznummer noch wird eine Aufsichtsbehörde eindeutig benannt. Die fehlende Registrierung im Handelsregister lässt vermuten, dass das Unternehmen nicht offiziell als Finanzdienstleister anerkannt ist.

Ein weiteres Indiz ist die fehlende Angabe von Mindest- oder maximalen Einlagen. Seriöse Broker geben klare Vorgaben, damit Anleger ihre Risiken einschätzen können. Parex listet keine Mindestdeposition und auch keine maximalen Einlagen auf, was darauf hindeutet, dass die Plattform keine feste Risikostruktur hat.

Die Sprache auf der Website erzeugt zudem einen unnötigen Drang: Die Texte enthalten zahlreiche Aussagen, die sofortiges Handeln fordern („Jetzt investieren, bevor es zu spät ist!“). Ein seriöser Anbieter legt Wert auf transparente Information, nicht auf emotionalen Druck. In Kombination mit dem Fehlen von Kontaktinformationen (keine Telefonnummer, kein E-Mail, keine Adresse) lässt sich schnell erkennen, dass das Unternehmen nicht für eine Rückmeldung oder Kundenservice ausgelegt ist.

Wie der Betrug bei parex-am.org abläuft

Erster Kontakt: Der Einstieg in die Masche

Der erste Schritt der Masche bei parex-am.org erfolgt häufig über Social-Media-Ads oder organische Beiträge in Krypto-Gruppen. Hier werden oft vermeintliche „Erfolgreiche Trader“ vorgestellt, die in kurzer Zeit hohe Gewinne erzielt haben. Das Ziel ist es, Neugierde zu wecken und die potenzielle Zielperson zu einem ersten Kontakt zu bewegen. Oftmals wird ein kurzer Telefontermin oder ein Video-Call angeboten, bei dem ein angeblicher „Anlageberater“ das Konzept der Plattform erklärt. Da die Plattform keine Kontaktdaten veröffentlicht, erfolgt die Kommunikation meist über private WhatsApp-Nummern oder E-Mails, die später nicht mehr erreichbar sind.

Die ersten Einzahlungen werden bewusst klein gehalten: typischerweise 200 bis 250 €: um die Hemmschwelle zu senken. Der „Berater“ betont, dass das Geld in einem „sicheren, regulierten Konto“ hinterlegt sei, ohne dass ein echter Handel stattfindet. Die Plattform zeigt dann in einem Dashboard sofort hohe „Gewinne“, die jedoch rein simuliert sind.

Vorgetäuschte Gewinne: Das falsche Versprechen

Sobald die erste Einzahlung erfolgt, präsentiert Parex Asset Management IPAS dem Anleger ein Dashboard mit steigenden Zahlen. In der Regel werden Gewinne von 200 € auf 800 € innerhalb von zwei Wochen dargestellt. Diese Gewinne entstehen nicht durch echte Marktbewegungen, sondern sind in der Software vorprogrammiert. Es gibt keine Verbindung zu einer realen Börse oder zu einem regulierten Broker, die Aufträge ausführen könnte. Der Anleger bekommt das Gefühl, einen „sicheren“ Gewinn zu erzielen, was die Illusion verstärkt, dass die Plattform seriös ist.

Ein weiteres Zeichen der Unzuverlässigkeit ist die fehlende Möglichkeit, echte Handelsaufträge zu platzieren. Die Plattform bietet lediglich ein simuliertes Interface, in dem man die Marktbewegungen nachstellt. Der Anleger kann keine Orderbuch-Daten einsehen, keine Margin-Konten prüfen und keine echten Transaktionen durchführen.

Drängen zu weiteren Einzahlungen: Der Zwang zum Geldfluss

Nachdem der Anleger erste „Gewinne“ gesehen hat, baut das Team hinter parex-am.org eine Beziehung auf. Der „Anlageberater“ nutzt dabei psychologische Techniken: Er betont, dass nur ein begrenztes „VIP-Programm“ verfügbar sei, das exklusive Hebel, höhere Rückzahlungsraten und Zugang zu vermeintlichen „Insider-Tipps“ bietet. Oft wird ein Zeitlimit gesetzt („nur heute noch verfügbar“) oder eine künstliche Verknappung von Konten angedeutet. Dadurch wird der Anleger dazu gebracht, weitere Einzahlungen zu tätigen, um von den angeblichen Vorteilen zu profitieren. In den meisten Fällen überschreiten die Beträge 5.000 € und in seltenen Fällen sogar 50.000 €.

Die Plattform gibt keine klaren Auszahlungsmodalitäten an. Stattdessen wird immer wieder betont, dass größere Konten erst „nach einer kurzen Verifizierungsphase“ ausgezahlt werden. Das schafft Verwirrung und lässt den Anleger glauben, dass die Auszahlung nur noch ein kurzer Schritt entfernt sei.

Auszahlungswunsch: Die Gebührenfalle

Wenn der Anleger schließlich sein Geld abheben möchte, wird die Seite plötzlich von der Idee, dass die Auszahlung kostenpflichtig sei, überflutet. Die Plattform listet die folgenden Gebühren:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Diese Gebühren erscheinen plausibel, sind jedoch frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Wenn Sie also diese Gebühren zahlen, verlieren Sie zusätzlich zu Ihrem ursprünglichen Kapital einen Teil Ihres Geldes, ohne dass es zu einer tatsächlichen Auszahlung kommt. Die letzte Phase der Masche ist somit ein finaler Abzug, der den Anleger in die Falle zieht und die Rückführung der Einzahlungen verhindert.

Recovery-Scam: Der letzte Versuch

Nach dem ersten Verlust melden sich häufig sogenannte „Rechtsberater“ oder „Krypto-Forensiker“ per WhatsApp oder E-Mail. Sie bieten an, das verlorene Geld mit einer „Wiederherstellungssoftware“ zurückzubekommen. Für diese Dienstleistung verlangen sie jedoch Vorauszahlungen. Diese „Dienstleister“ sind in der Regel dieselben Personen, die die Plattform betrieben haben. Sie verkaufen die Daten der Opfer an weitere Betrüger und nutzen die Konten für weitere Phasen des Scams. Ein echtes Anwaltsteam oder eine Behörde würde niemals unaufgefordert per Nachricht an Sie herantreten und kostenpflichtige Dienstleistungen anbieten.

Das Netzwerk hinter parex-am.org

Parex Asset Management IPAS ist nicht allein. Das Netzwerk besteht aus 16 weiteren Plattformen, die häufig die gleiche technische Infrastruktur und dieselben Hintermänner nutzen. Das bedeutet, dass ein einmal erfolgreich durchgeführter Betrug auf einer dieser Seiten oft auf mehrere weitere übertragen wird. Betreiber wechseln dabei häufig das Branding, um neue Opfer zu gewinnen, während die zugrundeliegende Logik unverändert bleibt. Durch die enge Verbindung zwischen den Plattformen können die Betreiber ihre Aktivitäten schnell skalieren und die Opfer in kurzer Zeit in mehrere Betrugsmaschen verwickeln.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie bemerken, dass Ihre Auszahlung blockiert oder mit Gebühren verbunden ist, stoppen Sie den Prozess. Jede weitere Zahlung erhöht das Risiko, dass Sie zusätzliches Geld verlieren.
  2. Sichern Sie alle Belege und Kommunikationsverläufe. Speichern Sie E-Mails, Chat-Logs und Screenshot der Plattform, damit Sie ein belastbares Beweismaterial haben. Diese Dokumente sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Krypto-Börse, die Sie für die Ein- oder Auszahlung verwendet haben. Informieren Sie sie über die ungewöhnlichen Transaktionen und fordern Sie, dass das Konto gesperrt wird, um weitere Auszahlungen zu verhindern.
  4. Erstatten Sie bei der Polizei Anzeige. Da ich über 500 Anlagebetrugsfälle bearbeitet habe, weiß ich, wie wichtig es ist, dass die Ermittlungsbehörde frühzeitig informiert wird. Melden Sie sich bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder der Bundeskriminalamt-Spezialeinheit für Finanzbetrug.
  5. Ignorieren Sie Angebote von „Rechtsberatern“ oder „Forensik-Dienstleistern“, die per Nachricht an Sie herankommen. Seriöse Anwälte und Behörden werden sich nicht per WhatsApp an Sie wenden, um kostenpflichtige Dienstleistungen anzubieten. Ein solcher Versuch ist ein klarer Hinweis auf eine weitere Betrugsphase.

Wenn Sie bereits Opfer geworden sind, ist es entscheidend, schnell zu handeln. Die Zeit ist ein entscheidender Faktor, um weitere Verluste zu verhindern und die Chancen auf Rückerstattung zu erhöhen. Nutzen Sie die oben genannten Schritte, um Ihr Risiko zu minimieren und die Ermittlungsbehörden bei der Verfolgung der Täter zu unterstützen.

Denken Sie daran: Ein seriöser Broker ist transparent, hat klare Kontaktdaten und ist bei einer anerkannten Aufsichtsbehörde registriert. Wenn diese Grundlagen fehlen, sollten Sie von der Plattform Abstand nehmen. Bleiben Sie wachsam und schützen Sie Ihre Finanzen.

Verdächtige Verbindungen: Seiten mit Gemeinsamkeiten zu Parex Am

Unsere Auswertung zeigt, dass Parex Am technische und strukturelle Verbindungen zu weiteren Seiten aufweist. Alle Seiten sind ähnlich aufgebaut und werden offenbar von denselben Verantwortlichen betrieben:

und 10 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei parex-am.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei parex-am.org
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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