pemexinvest.net: Fragwürdiger Broker im Fokus
PEMEX Invest präsentiert sich als Krypto-Exchange, doch die vorliegenden Fakten deuten eindeutig auf betrügerische Absichten hin. Anleger sollten die Plattform umgehend meiden.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum pemexinvest.net unseriös ist
Die Plattform PEMEX Invest weist mehrere gravierende Inkonsistenzen auf. Erstens fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer oder eines Aufsichtsbehörde-Kennzeichens: auf der Website gibt es keine Hinweise auf eine Zulassung durch die Finanzaufsicht. Zweitens ist die Adresse des Unternehmens nicht angegeben, obwohl die Kontakttelefonnummer auf +972 (Israel) registriert ist. Diese Kombination von fehlender Registrierung und einer Telefonnummer aus einem Ausland, in dem die Plattform keinen Sitz behauptet, ist ein starkes Indiz für ein Offshore-Betrugssystem. Drittens bietet PEMEX Invest keine Zahlungsarten an, während die Marketingseite ein Minimum von 100 EUR für die ersten Einzahlungen verlangt. Diese Diskrepanz zwischen geforderter Summe und fehlender Zahlungsinfrastruktur deutet darauf hin, dass die Einzahlungen nur über nicht dokumentierte Kanäle erfolgen. Viertens werden auf der Plattform tägliche Gewinne von durchschnittlich 934 Shekel (ca. 300 EUR) versprochen, ohne dass ein nachvollziehbarer Handel stattfindet. Solche unrealistischen Renditen ohne belegbare Handelsaktivität sind charakteristisch für Scheingeschäfte. Schließlich gibt es auf der Seite Testimonials von Personen wie „María L.“, „Lucía G.“ und „Carmen R.“: die jedoch weder verifiziert sind noch ihre Identität offengelegt wird. Diese Kombination aus fehlender Transparenz, unrealistischen Versprechen und unverifizierbaren Testimonials macht die Plattform zu einem klar erkennbaren Betrugsrisiko.
Wie der Betrug abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot
Potenzielle Anleger werden zunächst durch gezielte Werbung in sozialen Medien, insbesondere in Instagram- und TikTok-Kanälen, angesprochen. Dort werden gefälschte Testimonials verwendet, die von vermeintlich erfolgreichen Investoren berichten. Die ersten Einzahlungen werden bewusst niedrig gehalten: typischerweise 100 EUR: um die Hemmschwelle zu senken und Vertrauen aufzubauen. Anschließend wird den Nutzern ein „Demo-Account“ angeboten, in dem scheinbar sofortige Gewinne angezeigt werden. Diese Gewinne entstehen jedoch ausschließlich durch softwaregenerierte Zahlen und spiegeln keine echte Marktbewegung wider.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung werden auf dem Dashboard von PEMEX Invest hohe Buchgewinne angezeigt. Die Plattform nutzt hierfür automatisierte Charts, die lediglich die Eingabe- und Ausgabe-Summen des Nutzers widerspiegeln. Es findet keine echte Orderausführung an einer Börse statt; stattdessen werden die Zahlen in einer Datenbank manipuliert, um dem Nutzer den Eindruck von Erfolg zu vermitteln. Der Zweck ist klar: das Vertrauen des Anlegers zu festigen und ihn auf weitere Einzahlungen zu bewegen.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
In der darauffolgenden Phase wird dem Nutzer ein „Account-Manager“ zugewiesen, der über private Chats Kontakt hält. Durch Versprechen von exklusiven Handelsstrategien, hohen Hebeln und angeblichen „Insider-Tipps“ wird der Anleger psychologisch unter Druck gesetzt. Die Plattform nutzt dabei Zeitlimits („nur heute“) und künstliche Verknappung, um das Gefühl zu erzeugen, dass er sofort handeln muss. Typische Betrugsszenarien führen dazu, dass Anleger zwischen 5 000 und 50 000 EUR einzahlen: manche Fälle sogar über 500 000 EUR.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn der Anleger nun seine Gewinne auszahlen möchte, wird er mit einer Reihe von Gebühren konfrontiert. Typische Forderungen sind:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen häufig angebliche Rechtsanwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ auf, die versprechen, die Gelder zurückzuholen. Sie verlangen Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriff“. Diese Forderungen dienen lediglich dazu, noch mehr Geld aus dem Opfer zu ziehen. Die Täter verkaufen die gesammelten Kundendaten weiter oder nutzen sie, um weitere Plattformen zu finanzieren. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.
PEMEX Invest gehört zu einem Netzwerk von 73 Plattformen, die über dieselbe technische Infrastruktur und dieselben Betreiber verfügen. Durch Re-Branding und wechselnde Domainnamen gelingt es den Tätern, das Vertrauen der Anleger zu manipulieren, während die zugrunde liegende Organisation unverändert bleibt. Diese Verflechtung erhöht die Reichweite der Betrugsmasche und erschwert die Rückverfolgung der Gelder.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie ein Angebot oder eine Forderung erhalten, stoppen Sie sofort jede weitere Einzahlung.
- Beweise sichern: Sammeln Sie sämtliche Screenshots, E-Mails, Chatverläufe und Zahlungsbelege, die Ihre Transaktionen belegen.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank: Informieren Sie Ihre Bank über die verdächtige Transaktion und fordern Sie eine Rückbuchung an.
- Erstatten Sie Strafanzeige: Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle ein. Geben Sie alle gesammelten Beweise an.
- Ignorieren Sie Recovery-Scams: Seien Sie wachsam gegenüber unaufgeforderten Kontaktaufnahmen von angeblichen „Rechtsanwälten“ oder „Forensik-Teams“. Diese sind meist Teil des Betrugs.
Das Netzwerk hinter PEMEX Invest
PEMEX Invest ist Teil eines Netzwerks von 73 Plattformen, was auf ein größeres Betrugssystem hinweist.

Algorixtradertrade
algorixtradertrade.com

Alphavesttrade
alphavesttrade.com

Argentopinreks
argentopinreks.com

Arthawealth
arthawealth.org

Asilfinspirextrade
asilfinspirextrade.com

Assetvaluegate
assetvaluegate.com
und 67 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei pemexinvest.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.