prop-webtrader.com: Anleger in die Falle gelockt

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·3 Min. Lesezeit·
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Wir können nur eindringlich vor prop-webtrader.com warnen. Prop Webtrader weist alle Merkmale eines unseriösen Brokers auf und sollte unter keinen Umständen für Investitionen genutzt werden.

Screenshot der Webseite Prop Webtrader (prop-webtrader.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite prop-webtrader.com

Warum prop-webtrader.com unseriös ist

Die Analyse von prop-webtrader.com offenbart mehrere gravierende Inkonsistenzen. Erstens fehlt eine Handelsregisternummer, die für jedes seriöse Finanzinstitut zwingend erforderlich ist. Ebenso gibt es keine Angabe einer Aufsichtsbehörde, wodurch die Plattform nicht unter die Regulierung von BaFin oder einer ähnlichen Aufsichtsbehörde fällt. Diese fehlenden Transparenzmerkmale sind typische Merkmale von betrügerischen Broker. Zweitens bietet die Seite keine Möglichkeit, die Identität eines „Beraters“ zu verifizieren; die Kontaktinformationen (E-Mail, Telefon) sind komplett leer. Drittens gibt es keinerlei Belege für eine echte Handelsausführung; die dargestellten Gewinne sind ausschließlich in der Web-App sichtbar, ohne dass echte Orderbücher oder Börsenberichte verknüpft sind. Schließlich weist das Netzwerk von prop-webtrader.com: bestehend aus zwölf verwandten Plattformen: auf eine einheitliche Serverinfrastruktur und gemeinsame Marketingkanäle hin, was häufig bei betrügerischen Operationen zu beobachten ist. Diese Faktoren zusammen deuten eindeutig auf eine unseriöse Operation hin.

Wie der Betrug bei prop-webtrader.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Potenzielle Opfer werden häufig über Social-Media-Ads, gefälschte Telegram-Gruppen oder vermeintliche „Anlageberater“ kontaktiert. Die Werbung verspricht schnelle Renditen von wenigen Tagen bis Wochen bei minimalen Risiken. Oft wird die erste Einzahlung auf ein angebliches Konto von 250 € vorgeschlagen, um die Hemmschwelle zu senken. Der Betreiber stellt sich als „professioneller Trader“ dar, der Zugang zu exklusiven Strategien bietet. Durch gezielte psychologische Manipulation, etwa das Hervorrufen von FOMO (Fear Of Missing Out), werden die Opfer dazu bewegt, den ersten Schritt zu gehen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der Einzahlung werden in der Plattform-Übersicht sofort hohe Gewinne angezeigt: zum Beispiel „Aus 250 € wurden in 2 Wochen 800 €“. Diese Zahlen resultieren aus einer Software, die lediglich Datenbankeinträge simuliert. Es werden keine echten Handelsaufträge an Börsen platziert, keine Liquiditätsprüfung stattfindet und keine Transaktionshistorie existiert. Die Darstellung soll Vertrauen schaffen und die Illusion eines profitablen Handels erzeugen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald Vertrauen aufgebaut ist, wird ein persönlicher „Account-Manager“ zugeordnet. Über Wochen oder Monate wird die Beziehung intensiviert. Der Manager bietet vermeintliche VIP-Konten, hohe Hebel (z. B. 1:500), garantierte Gewinne und Zugang zu angeblichen IPO-Zugängen an. Durch künstliche Verknappung („nur noch 3 VIP-Plätze“) und Zeitdruck („nur heute noch“) werden die Opfer dazu gebracht, weitere Einzahlungen in Höhe von 5 000 bis 50 000 € zu leisten. Die Betrugsmasche nutzt die psychologische Bindung aus, um weitere Gelder zu extrahieren.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald ein Anleger seine Gewinne auszahlen möchte, werden plötzlich mehrere Gebühren verlangt.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf: vermeintliche Anwälte, die „Vergleichsverfahren“ anbieten, Behörden-Mitarbeiter ausländischer Polizeibehörden oder „Krypto-Forensiker“, die behaupten, die Wallets zurückzuholen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Anbietern stecken oft dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen. Echte Anwälte oder Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Zahlung erhöht die Gefahr eines vollständigen Verlustes.
  2. Beweismaterial sichern: Screenshots, E-Mails, Zahlungsbelege und alle Kommunikationen sollten sofort gespeichert werden.
  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Melden Sie die verdächtige Transaktion und fordern Sie die Rückbuchung an, falls möglich.
  4. Strafanzeige bei der Polizei: Reichen Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle eine Anzeige ein. Die Ermittlungsbehörde kann die Ermittlungen aufnehmen und weitere Opfer schützen.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Jede Forderung von angeblichen „Reparatur-Dienstleistern“ ist ein weiterer Betrug. Wenden Sie sich ausschließlich an offizielle Stellen.

Abschließende Hinweise

Prop-Webtrader.com nutzt ein ausgeklügeltes System von Täuschung, Manipulation und gezielter Vernachlässigung regulatorischer Anforderungen, um Anleger zu betrügen. Die fehlende Transparenz, das Fehlen einer Handelsregisternummer und das Netzwerk von zwölfen verwandten Plattformen sind klare Indikatoren für betrügerisches Verhalten. Wenn Sie bereits Opfer geworden sind, handeln Sie umgehend wie oben beschrieben, um weitere Verluste zu verhindern und die Ermittlungsbehörden zu unterstützen.

Verdächtige Verbindungen: Seiten mit Gemeinsamkeiten zu Prop Webtrader

Unsere Auswertung zeigt, dass Prop Webtrader technische und strukturelle Verbindungen zu weiteren Seiten aufweist. Alle Seiten sind ähnlich aufgebaut und werden offenbar von denselben Verantwortlichen betrieben:

und 6 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei prop-webtrader.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei prop-webtrader.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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