Prulkovizan (prulkovizan.ch): Warnung vor einer betrügerischen Trading-Plattform

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Prulkovizan.ch hat sich als scheinbar moderne KI-gestützte Trading-Plattform präsentiert, aber die dahinterliegenden Fakten zeigen eindeutig, dass es sich um eine betrügerische Operation handelt. Wer hier investiert, riskiert sein gesamtes Geld.

Screenshot der Webseite Prulkovizan (prulkovizan.ch)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite prulkovizan.ch

Warum prulkovizan.ch unseriös ist

Die Fakten zeigen ein klares Muster betrügerischer Geschäftspraktiken. Erstens fehlt jede Form von regulatorischer Zulassung: weder eine Handelsregisternummer noch Angaben zu einer Aufsichtsbehörde sind vorhanden. In der Finanzwelt sind solche Kennzeichen unerlässlich, um die Seriosität eines Unternehmens zu bestätigen. Zweitens wird die Plattform ausschließlich in deutscher Sprache angeboten, obwohl die Betreiber angeblich in der Schweiz ansässig sein sollen. Das Fehlen einer deutschen oder schweizerischen Adresse, kombiniert mit der einzigen Angabe eines internationalen Telefonkürzels (+41), lässt stark vermuten, dass die Kontaktinformationen nur ein Deckmantel sind. Drittens verspricht die Website „bis zu 900 CHF pro Tag“ ohne jegliche Belege, keine Erfolgsstatistiken, keine Referenzen oder nachvollziehbare Handelsberichte. Solche unrealistischen Renditen sind ein klassisches Kennzeichen von Ponzi- und Pump-and-Dump-Schemata. Schließlich werden auf der Seite zahlreiche prominente Namen gelistet: Daniel Vasella, Roger Schawinski und weitere: ohne dass die Plattform irgendeine Möglichkeit zur Verifizierung dieser Testimonials bietet. Wenn echte Persönlichkeiten ihre Namen öffentlich mit einer Firma verbinden, ist normalerweise ein rechtlicher Rahmen vorhanden, der solche Aussagen überprüfbar macht. Das Fehlen solcher Mechanismen erhöht das Risiko erheblich, dass die Testimonials gefälscht sind.

Wie der Betrug bei prulkovizan.ch abläuft

Schritt 1: Der erste Kontakt und das verlockende Lockangebot

Prulkovizan.ch greift häufig über soziale Medien und gezielte Online-Werbung auf potenzielle Anleger zu. Man sieht oft ansprechende Videos auf Plattformen wie Instagram, TikTok oder sogar in Telegram-Gruppen, die angeblich „KI-Trading-Gurus“ präsentieren. In diesen Clips werden kurze, einprägsame Sätze wiederholt, zum Beispiel „Verlieren Sie nicht mehr Geld: investieren Sie jetzt in KI-Trading“. Der erste Schritt ist die Kontaktaufnahme per Messenger, wo ein angeblicher „Account-Manager“ den Nutzer fragt, ob er bereit sei, eine kleine Anfangsinvestition zu tätigen, um die KI-Algorithmen zu aktivieren. Oft wird eine geringe Einzahlung von 250 € gefordert, um die psychologische Hemmschwelle zu senken. Diese geringe Summe dient als „Test“, um den Nutzer in die Masche einzuführen und ihn für weitere Investitionen zu gewinnen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Sobald die erste Einzahlung erfolgt, öffnet sich die Plattform dem Nutzer eine Dashboard-Ansicht, in der sofort „Gewinne“ angezeigt werden. Die Zahlen scheinen aus einer Datenbank zu kommen, die die Plattform selbst generiert, nicht aus einem echten Handel. In der Regel sehen die Nutzer, dass ihre 250 € in zwei Wochen auf 800 € angewachsen sind, begleitet von grafischen Darstellungen, die den Eindruck eines realen, profitablen Handels erwecken. Die Plattform nutzt keine echten Börsen, keine Handelsplattformen, sondern lediglich eine Web-Anwendung, die hübsche Zahlen darstellt. Die Gewinne sind also reine Simulationen. Der Zweck dieser Phase ist klar: das Vertrauen des Nutzers zu gewinnen und ihn glauben zu lassen, dass die KI die Märkte tatsächlich beherrscht.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach ein paar Wochen der „Erfolge“ beginnt ein persönlicher „Berater“ den Nutzer zu kontaktieren und bietet exklusive Vorteile an: Höhere Hebelwirkung, garantierte Renditen, Zugang zu „geheimen“ IPO-Angeboten und VIP-Konten. Oft wird ein Gefühl der Dringlichkeit erzeugt, indem die Plattform behauptet, das Angebot sei nur für begrenzte Zeit verfügbar. Die Zahlungen, die in dieser Phase gefordert werden, reichen von einigen Tausend bis zu mehreren Hunderttausend Euro. Der Nutzer hat in dieser Phase die Illusion, dass er durch weitere Investitionen noch mehr Gewinn machen kann. In Wirklichkeit nutzt die Plattform die Gelder, um die vorherigen „Gewinne“ zu finanzieren oder um die Betreiber zu entschädigen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Gebührenfalle

Sobald ein Nutzer versucht, seine Gewinne auszahlen zu lassen, werden plötzlich mehrere Gebühren in Rechnung gestellt. Typische Forderungen sind:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu dem bereits investierten Geld noch diesen zusätzlichen Betrag, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams, in der die Betrüger den gesamten Kontostand des Opfers erpressen.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig „Anwälte“, „Behördenmitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf, die behaupten, die verlorenen Gelder zurückholen zu können. Sie versprechen, dass sie über spezielle Software die Wallet-Adressen der Betreiber wiederherstellen können, und fordern dafür Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Angeboten stecken meist dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Wenn Sie von einer solchen Person kontaktiert werden, sollten Sie sofort die Kommunikation abbrechen und sich an die Polizei wenden.

Das Netzwerk hinter prulkovizan.ch

Prulkovizan.ch ist Teil eines Netzwerks von 87 Plattformen, die oft dieselben technischen Hintergründe und Markenbilder teilen. Diese Verbindungen deuten darauf hin, dass die Betreiber hinter mehreren betrügerischen Projekten agieren und sich gegenseitig in ihrer Täuschung unterstützen. Wenn eine Plattform im Internet plötzlich umbenannt oder neu aufgelegt wird, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass das ursprüngliche Projekt aufgegeben wurde, um neue Opfer zu erschließen. Das Vorhandensein eines solch großen Netzwerks erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass weitere ähnliche Plattformen in der Zukunft auftauchen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten
    Sobald Sie bemerken, dass Ihr Kontostand abnimmt oder Gebühren verlangt werden, stoppen Sie alle Transaktionen. Jede weitere Zahlung ist ein Schritt in die Irre.

  2. Belege sichern
    Speichern Sie alle E-Mails, Screenshots, Kontoauszüge und Nachrichten, die Sie mit der Plattform ausgetauscht haben. Diese Unterlagen sind wichtig, falls Sie rechtliche Schritte einleiten oder die Behörden informieren möchten.

  3. Kontakt zu Ihrer Bank oder Ihrem Kryptobörsenanbieter aufnehmen
    Informieren Sie Ihre Bank oder die Plattform, auf der Sie Ihre Kryptowährungen gespeichert haben, über den möglichen Betrug. Sie können prüfen, ob Ihre Gelder noch sicher sind und ob weitere Schritte nötig sind.

  4. Strafanzeige erstatten
    Gehen Sie zur nächstgelegenen Polizeidienststelle oder reichen Sie online eine Anzeige bei der Polizei ein. Geben Sie alle gesicherten Beweise an und schildern Sie den Ablauf des Betrugs.

  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren
    Seien Sie misstrauisch gegenüber jedem, der behauptet, Ihr Geld zurückzugewinnen, besonders wenn er Vorauszahlungen verlangt. Seriöse Anwälte oder Behörden werden Sie nicht unaufgefordert kontaktieren.

Abschließende Worte

Der Fall von prulkovizan.ch ist ein klassisches Beispiel dafür, wie moderne Technologie und gezielte Online-Werbung dazu genutzt werden, Menschen zu täuschen und zu erpressen. Nutzen Sie die gewonnenen Erkenntnisse, um sich zu schützen, und teilen Sie diese Informationen mit anderen, damit noch mehr Menschen vor diesem Betrug bewahrt werden.

Das Netzwerk hinter prulkovizan.ch

Prulkovizan.ch ist Teil eines Netzwerks von 87 Plattformen, die häufig dieselben technischen Hintergründe und Markenbilder teilen. Diese Verbindungen deuten darauf hin, dass die Betreiber hinter mehreren betrügerischen Projekten agieren und sich gegenseitig in ihrer Täuschung unterstützen.

und 81 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei prulkovizan.ch gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei prulkovizan.ch
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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