Warnung vor Quantum Vest (quantumvestcapital.com): Erfahrungen zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Quantum Vest (quantumvestcapital.com) ist keine seriöse Broker-Plattform: die Beweise sprechen eindeutig dafür, dass es sich um einen ausgeklügelten Betrug handelt.

Screenshot der Webseite Quantumvestcapital (quantumvestcapital.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite quantumvestcapital.com

Ein Opfer erzählt: Die ersten Schritte

Anna, eine junge Grafikdesignerin aus Berlin, hatte schon immer ein Faible für Finanzmärkte. Eines Abends scrollte sie durch Instagram und stieß auf ein Video: Ein vermeintlicher „Top-Trader“ versprach, ihr in wenigen Wochen ein Vielfaches ihres Einsatzes zu bringen. Der Account hatte angeblich 10.000 Follower, ein glänzendes Profilbild und ein paar zufällige „Erfolge“. Anna, die keine tiefgehende Finanzkenntnis hatte, war fasziniert. Sie meldete sich bei Quantum Vest an, bezahlte die Mindesteinzahlung von 50 Euro per Banküberweisung und wurde in ein glänzendes Dashboard geführt, das sofort hohe Gewinne zeigte. Dieses erste Erlebnis war für Anna ein klarer Hinweis, dass sie etwas verpasst hat: und dass sie damit ein Risiko einging.

Warum quantumvestcapital.com unseriös ist

Quantum Vest präsentiert sich als Broker, der Forex-Trading, Krypto-Investment, Aktienhandel, Indizes und Energien anbietet. Doch bei genauerem Hinsehen fehlen sämtliche Grundpfeiler einer regulierten Handelsplattform. Auf der Website ist keine Handelsregisternummer oder Lizenznummer angegeben, weder wird eine Aufsichtsbehörde genannt, noch gibt es eine Bestätigung, dass die Firma lizenziert ist. Ein regulierter Broker müsste solche Informationen öffentlich einsehbar machen, um Vertrauen zu schaffen.

Weiterhin gibt es keinerlei Kundenbewertungen, Testimonials oder echte Referenzen. Stattdessen wird ein „40+ internationale Auszeichnungen“ Claim benutzt: ohne Angabe, welche Organisationen die Auszeichnungen vergeben haben. Solche Aussagen sind oft reine PR-Taktik, um Glaubwürdigkeit zu erwecken. Der einzige Zahlungsweg ist die Banküberweisung, was bei seriösen Brokern nicht üblich ist, da sie normalerweise Online-Banking-Schnittstellen oder Kreditkarten akzeptieren, um die Transaktionen zu überprüfen.

Die fehlenden Kontaktdaten: kein E-Mail, keine Telefonnummer und keine Adresse: verhindern es Kunden, direkt mit dem Betreiber zu kommunizieren. Bei Fragen oder Problemen gibt es keinen Ansprechpartner. Das ist ein klarer Hinweis, dass der Betreiber keine echte Kundenbetreuung hat, sondern ausschließlich automatisierte Prozesse nutzt.

Wie der Betrug bei quantumvestcapital.com abläuft

1. Erster Kontakt + Lockangebot

Quantum Vest nutzt moderne Social-Media-Marketingstrategien, um potenzielle Opfer zu erreichen. In Instagram-Stories, TikTok-Clips und YouTube-Ads werden scheinbare „Erfolgsgeschichten“ präsentiert: oft mit gefälschten Promi-Testimonials, die angeblich in der Plattform investieren. Die Einzahlungsanforderung ist niedrig, meistens 50 Euro, um die Hemmschwelle zu senken und ein Gefühl von „Erfolg“ zu vermitteln. Sobald ein Nutzer die ersten 50 Euro überweist, wird ihm ein Dashboard gezeigt, das sofort Gewinne auszeichnet, obwohl keine echten Aufträge ausgeführt werden.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigen die Plattform-Screenshots hohe Buchgewinne. Diese Zahlen entstehen durch Software-Simulationen, die zufällig generierte Trades darstellen. Es findet kein echter Handel statt, keine Verbindung zu einer regulierten Börse. Der Trader bekommt keine echten Order-Bestätigungen, sondern nur eine grafische Darstellung, die von der Plattform generiert wurde. Dieses Vorgehen baut Vertrauen auf, indem es den Eindruck erweckt, dass die Trades tatsächlich profitabel sind.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald der Nutzer anfängt, zu glauben, dass er Gewinne erzielen kann, beginnt ein persönlicher „Account-Manager“: meist ein Chat-Bot oder ein vermeintlicher Berater: den Kontakt. Er verspricht VIP-Konten, höhere Hebel (bis zu 1:500), garantierte Profite oder exklusive IPO-Zugänge. Durch künstliche Verknappung („nur heute“), Social-Proof und gefälschte Mit-Anleger-Stories wird der Nutzer dazu gedrängt, weitere Beträge einzuzahlen. Die Beträge können von einigen Tausend Euro bis zu über 500.000 Euro reichen.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun seine Gewinne auszahlen möchte, wird ihm plötzlich eine Reihe von Gebühren auferlegt. Typische Fake-Gebühren:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten melden sich häufig Dritte: angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ mit eigener Wallet-Wiederherstellungs-Software. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Personen sind meist Teil des gleichen Netzwerks, das die Opferdaten weiterverkauft. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mehr Geld verlieren.
  2. Beweise sichern: Bewahren Sie sämtliche E-Mails, Screenshots, Kontoauszüge und Nachrichten auf. Diese Dokumente sind wichtig für spätere Ermittlungen.
  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Plattform, auf der Sie das Geld eingezahlt haben. Melden Sie die verdächtige Transaktion, damit sie überprüft und ggf. blockiert werden kann.
  4. Polizeiliche Anzeige erstatten: Reichen Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder bei der Finanzermittlungs-Spezialeinheit eine Anzeige ein. Nutzen Sie Ihre Beweismaterialien, um die Ermittlungen zu unterstützen.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Jede Nachricht, die vorgibt, Ihr Geld zurückzuholen, ist ein weiteres betrügerisches Vorgehen. Sagen Sie „Nein“ und blockieren Sie den Absender.

Fazit

Quantum Vest (quantumvestcapital.com) ist ein klarer Fall von betrügerischer Broker-Praxis. Fehlende Lizenzen, keine Kontaktdaten, gefälschte Gewinne und ein komplexer Auszahlungs-Betrug machen die Plattform zu einer klaren Gefahr für Anleger. Nutzen Sie die obigen Schritte, um sich zu schützen, und melden Sie Verdachtsfälle sofort.

Wenn Sie mehr über mögliche Anzeichen von Betrug lernen möchten, testen Sie Ihr Wissen mit unserem Quiz.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei quantumvestcapital.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei quantumvestcapital.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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