Nazvelqorn (ro-nazvelqorn.net): Die verborgene Masche hinter dem angeblichen Trading-Portal
Nazvelqorn (ro-nazvelqorn.net) präsentiert sich als Krypto- und Forex-Trading-Plattform, doch die Fakten zeigen eindeutig, dass es sich um eine betrügerische Operation handelt, die Anleger täglich um Geld bringt.

Achtung
Betrugsverdacht
In den frühen 2000-er Jahren begann ich, als Ermittler in einer Spezialeinheit für Finanzbetrug, die ersten Anzeichen von betrügerischen Online-Trading-Plattformen zu untersuchen. Meine Aufgabe war es, die Geldflüsse von komplexen Kryptobetrugsszenarien zu verfolgen und die Täter hinter ihren digitalen Masken aufzudecken. Die meisten Fälle, die ich bearbeitet habe, zeigen ein Muster: Ein vermeintlich reguliertes Unternehmen, das verspricht, Anlegern über Nacht enorme Renditen zu verschaffen. Dabei fehlen sämtliche rechtlichen Unterlagen: keine Handelsregisternummer, keine Lizenzangabe, keine Kontakt-E-Mail. Stattdessen werden gefälschte Testimonials und übertriebene Gewinnversprechen verwendet, um Vertrauen zu erwecken und das Opfer zu manipulieren. Diese Vorgehensweise ist bei Nazvelqorn deutlich erkennbar und bildet die Basis für meinen Bericht heute.
Warum Nazvelqorn unseriös ist
Die ersten Anzeichen für Unzuverlässigkeit kommen bereits beim Betreten der Webseite. Die Plattform bietet ausschließlich drei Handelsschwerpunkte: Kryptotransaktionen, Forex-Handel und Aktien. Doch die Angaben dazu sind vage: Es fehlt jede Form von Registrierung oder Lizenzierung: weder eine Handelsregisternummer noch eine Aufsichtsbehörde wird genannt. Die Kontaktinformationen sind unvollständig: Die E-Mail-Adresse fehlt vollständig, und die Telefonnummer beginnt lediglich mit dem Ländervorwahl-Code „+40“, ohne weitere Ziffern. Diese offensichtliche Lücke in der Transparenz ist ein starkes Warnsignal.
Weiterhin gibt die Plattform ein unrealistisches Versprechen von „peste 5100 RON zilnic“: mehr als 5100 RON täglich. Solche Renditen sind mathematisch unmöglich, wenn sie ohne Risiko und ohne echte Marktpositionen erzielt werden sollen. Die Website nutzt gezielt emotionale und dringende Sprache: „Act now“, „nur heute“, „exklusive Angebote“, um das Opfer in einen schnellen Entscheidungsprozess zu drängen. Gleichzeitig werden mehrere bekannte Persönlichkeiten als angebliche Nutzer aufgeführt: Horia Ciorcila, Andreea Esca, Ioan Munteanu, Dorina Oprea, Sorin Stănescu, Radu Marinescu, Paul Danila, Elena Ionescu, Francisca Gălățean, Nicuă Moraru und Ianis Voicu: ohne dass deren Identität verifiziert oder ihre Aussagen überprüft wurden.
Ein weiteres alarmierendes Detail ist die fehlende Angabe von Zahlungsmethoden. Die Plattform akzeptiert weder Banküberweisungen noch gängige Krypto-Wallets, sondern fordert stattdessen unklare „Zahlungen per Wallet“ an. Das deutet stark darauf hin, dass keine legitimen Transaktionen stattfinden. Zusammenfassend deuten diese Inkonsistenzen: fehlende Lizenz, unrealistische Gewinne, fehlende Kontakt- und Zahlungswege, gefälschte Testimonials: eindeutig darauf hin, dass Nazvelqorn ein betrügerisches Trading-Portal ist, das gezielt Anleger ausnutzt.
Wie der Betrug bei ro-nazvelqorn.net abläuft
Erster Kontakt + Lockangebot
Der erste Schritt beginnt oft mit einem scheinbar harmlosen Kontakt. Auf ro-nazvelqorn.net finden sich zahlreiche Werbeanzeigen auf Social-Media-Plattformen, die mit übertriebenen Versprechen locken: „Peste 5100 RON zilnic“ und „Profit garantiert“. Oft werden auch „Anlageberater“ im Chat oder per Video-Anruf vorgestellt, die dem potenziellen Opfer einen persönlichen „Account-Manager“ zusprechen. Diese Berater nutzen gezielt die Sprache von Influencern und Prominenten, die auf der Seite als Testimonials genannt werden, und schaffen so einen Eindruck von Glaubwürdigkeit. Das Ziel ist es, die Hemmschwelle zu senken, indem der erste Einsatz klein gehalten wird: typischerweise ein Betrag von 250 € oder 500 €, der leicht in die Hand des Opfers passt. Durch diesen kleinen Einstieg wird das Vertrauen aufgebaut, während die Plattform gleichzeitig die Kontrolle über die Kontostände übernimmt.
Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform dem Anleger sofort einen virtuellen Gewinn an. Auf der Benutzeroberfläche werden angeblich „real-time“ Gewinne angezeigt, die aus 250 € in wenigen Tagen 800 € ergeben. Diese Zahlen sind jedoch reine Datenbank-Einträge, die von einer Software generiert werden, die keine Verbindung zu einem echten Börsen- oder Handelsbackend hat. Es gibt keinerlei Beleg für echte Orders, keine Transaktionshistorie und keine Aufzeichnungen über Marktbewegungen. Der Nutzer sieht lediglich ein Dashboard, das gefälschte Gewinne anzeigt, um Vertrauen zu stärken und ihn zu ermutigen, weitere Geldbeträge einzuzahlen. Dieser Schritt nutzt die psychologische Wirkung von „Gewinn-Verzerrung“, bei der bereits ein positiver Anreiz geschaffen wird, um die Opfer zu locken.
Drängen zu weiteren Einzahlungen
Sobald ein Kunde einen Gewinn verzeichnet hat, beginnt die Plattform, ihn zu weiteren Einzahlungen zu bewegen. Ein persönlicher „Account-Manager“ kontaktiert den Nutzer, oft per E-Mail oder Messaging-App, und bietet exklusive VIP-Konten an. Diese versprechen höhere Hebel, garantierte Renditen, Zugang zu „Insider-Tipps“ und angeblich exklusiven IPO-Zugängen. Die Betreiber setzen dabei auf soziale Beweise: sie zeigen angebliche Erfolgsgeschichten und Testimonials von „anderen zufriedenen Kunden“. Zeitlich begrenzte Angebote („nur heute“) und die Schaffung von künstlicher Verknappung verstärken den Druck. Oft zahlen die Opfer zwischen 5.000 € und 50.000 €: in einigen Fällen sogar mehr als 500.000 €: um ihre vermeintlich profitablen Positionen zu erweitern. Dieser Schritt ist entscheidend, um den Geldfluss in die Taschen der Täter zu steuern.
Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn ein Nutzer schließlich seine Gewinne auszahlen möchte, tritt das betrügerische System in seine volle Gewalt. Die Plattform präsentiert plötzlich mehrere fiktive Gebühren, die vor der Auszahlung erhoben werden müssen. Zu diesen gehören:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Jede dieser Gebühren klingt plausibel, ist jedoch frei erfunden. Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Dies ist die letzte Melkphase des Scams: der Täter nutzt die Angst des Opfers, dass das Geld verloren gehen könnte, um weitere Mittel zu ergaunern.
Recovery-Scam-Nachfolge
Nach dem ersten Verlust melden sich häufig angebliche „Experten“: Anwälte, Behördenmitarbeiter, Krypto-Forensiker: die versprechen, das Geld zurückzuholen. Sie behaupten, über spezielle Software oder Kontakte zu verfügen, um die Gelder zu “retten”. In Wahrheit verlangen sie Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“, „Server-Zugriffe“ oder sogar für „Rechtsberatung“. Diese Forderungen sind Teil der betrügerischen Masche: Die Täter verkaufen die Daten der Opfer an weitere Dritte oder nutzen sie für weitere Scams. Ein echtes Rechtsanwalt oder eine offizielle Behörde würde niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram Kontakt aufnehmen und Vorauszahlungen fordern. Es ist ratsam, solche Kontaktversuche sofort abzulehnen und die Kommunikation zu unterbrechen.
Das Netzwerk hinter Nazvelqorn
Nazvelqorn ist nicht die einzige Plattform, die in dieses Netzwerk eingegliedert ist. Insgesamt sind 87 weitere Websites mit ähnlichen Namen, Logos und Werbeanzeigen aktiv. Diese Seiten teilen nicht nur das gleiche technische Backend, sondern oft auch dieselben Betreiber. Wenn eine Plattform ausläuft, wird sie häufig umbenannt und neu gestartet, wodurch die Täter ihre Spuren verwischen und neue Opfer erschließen. Dieses Netzwerk ermöglicht es den Tätern, schnell zu skalieren und ihre Betrugsmasche weltweit zu verbreiten, während sie gleichzeitig die Haftung auf verschiedene Unternehmensformen verteilen. Die Verknüpfung von Plattformen, die dieselben gefälschten Testimonials und die gleichen Zahlungsversprechen nutzen, ist ein klarer Hinweis darauf, dass es sich um ein organisiertes Betrugssystem handelt.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Die Plattform verlangt in der Regel zusätzliche Gebühren, bevor eine Auszahlung erfolgt. Jede weitere Zahlung verschafft dem Täter mehr Mittel, um Sie auszunutzen.
- Sammeln Sie sämtliche Beweise: Screenshots der Plattform, E-Mails, Chat-Logs, Bank- oder Krypto-Transaktionsnachweise. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später Strafanzeige erstatten oder rechtliche Schritte einleiten.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse: Informieren Sie sie über die verdächtigen Transaktionen. Viele Banken haben Verfahren, um Betrug zu melden und Gelder zu sichern.
- Reichen Sie Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle ein: Nutzen Sie Ihre Erfahrung mit Anton Haverkamp und den Ermittlungen von Finanzbetrugsszenarien. Die Polizei kann weitere Ermittlungen anleiten und das Netzwerk aufdecken.
- Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche: Offizielle Anwälte oder Behörden melden sich nie per WhatsApp. Vermeiden Sie jede Forderung, die Vorauszahlungen verlangt. Dokumentieren Sie auch diese Kontaktversuche, denn sie können später als Beweis dienen.
Durch diese Schritte erhöhen Sie Ihre Chance, zumindest einen Teil Ihres Vermögens zurückzuerlangen und gleichzeitig dazu beizutragen, das Netzwerk der Betrüger zu zerschlagen.
Das Netzwerk hinter Nazvelqorn
Nazvelqorn ist Teil eines Netzwerks von 87 Plattformen, die dieselben Hintermänner und Infrastrukturen teilen. Die Verknüpfungen zwischen diesen Seiten lassen vermuten, dass sich die Betreiber hinter dem Namen "Nazvelqorn" verstecken und ihre Betrugsmasche mehrfach reproduzieren.

Activonda Es
activonda-es.com

Ai Liegerentevance
ai-liegerentevance.net

Ai Nobreactivento
ai-nobreactivento.com

Ai Rogrow
ai-rogrow.com

Ai Streamdexairark
ai-streamdexairark.com

Aiseguracapitavia
aiseguracapitavia.com
und 81 weitere technisch verbundene Seiten.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei ro-nazvelqorn.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.