savervest.online Test: Unseriös eingestuft
Sie haben auf der Suche nach einer neuen Geldanlage ein Konto bei Savervest eröffnet und plötzlich erfahren Sie, dass Ihr Geld nicht dort sicher ist, wie es scheint. Diese Plattform ist nicht nur lückenhaft, sondern trägt die typischen Merkmale eines Betrugs.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum savervest.online unseriös ist
Die ersten Datenpunkte, die ich überprüft habe, zeigen sofort mehrere Unstimmigkeiten. Savervest präsentiert sich als „investment_platform“, bietet aber keinerlei Angaben zur Registrierungsnummer oder Aufsichtsbehörde. Das Fehlen einer Handelsregisternummer in einer seriösen Website ist ein starkes Warnsignal. Zudem gibt es keinerlei Lizenznummer oder Aufsichtsbehörde, die die Plattform als reguliert belegt. Auf der Kontaktseite finden Sie nur eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer, die keine Verbindung zu einem regulierten Finanzinstitut herstellen. Die angebotenen Dienstleistungen: Krypto-Investment, Real Estate, Stock, Fixed Income und Multi Assets: werden ohne klare Erklärung, wie die Geschäfte abgewickelt werden, beworben. Solch ein Mangel an Transparenz ist bei echten Anbietern unüblich, denn sie müssen ihre Geschäftstätigkeit offenlegen, um das Vertrauen der Anleger zu gewinnen.
Ein weiteres Problem ist die fehlende Sprache auf der Website. Wenn ein Anbieter in Großbritannien ansässig ist, sollte die Seite mindestens in Englisch verfügbar sein. Das Fehlen von Inhalten in einer Sprache, die mit dem angeblichen Sitz übereinstimmt, deutet darauf hin, dass die Seite nicht von einer echten, regulierten Firma betrieben wird. Darüber hinaus fehlt ein Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde oder ein Zertifikat, das die Legitimität bestätigen würde. Diese Kombination aus fehlender Registrierung, fehlender Lizenzierung und fehlender Sprache ist ein klarer Hinweis auf einen möglichen Betrug.
Wo Savervest angeblich sitzt
Die Plattform nennt die Adresse „30 Bloomsbury Street, London, United Kingdom“. In der Handelsregisterdatenbank ist Savervest dort jedoch nicht registriert. Es gibt keinerlei Nachweis, dass dort ein Büro oder ein Firmensitz existiert. Das lässt Zweifel daran aufkommen, dass das Unternehmen tatsächlich dort tätig ist.
An der angegebenen Adresse im Vereinigten Königreich befindet sich ein Gebäude (Nutzung in OSM nicht klassifiziert) ("Golden House"). Eine geschäftliche Nutzung wäre dort grundsätzlich möglich, eine Tätigkeit dieses Anbieters konnte jedoch nicht verifiziert werden.
Die forensische Analyse fördert gleich mehrere Brüche zutage. Der Server steht in den USA, die behauptete Firmenadresse aber im Vereinigten Königreich. Der Hosting-Anbieter ist in BD registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Die Telefon-Vorwahl gehört zu USA, die Adresse aber zu Vereinigtes Königreich. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.
- Adresse
- Vereinigtes Königreich
- Server-Standort
- USA
- Telefon-Vorwahl
- USA
Wie der Betrug abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Der erste Kontakt zu Savervest erfolgt oft über gezielte Marketingkampagnen. Sie sehen Werbung auf Social-Media-Plattformen wie Instagram, Facebook oder TikTok, die von angeblichen „Anlageberatern“ stammen. In einigen Fällen nutzen die Betrüger auch E-Mail-Marketing oder kostenpflichtige Lead-Listen, um potenzielle Anleger zu erreichen. Sobald Sie Interesse zeigen, werden Sie zu einer Demo- oder Registrierungsseite geleitet, auf der Sie ein kleines Konto eröffnen können. Das Mindestinvestment beträgt 1 000 EUR: ein Betrag, der gerade groß genug ist, um die Aufmerksamkeit zu wecken, aber klein genug, dass Sie es sich leisten können, damit zu experimentieren. Dieser Schritt ist bewusst so gestaltet, dass Sie sich leicht entscheiden können, ohne große Verpflichtungen einzugehen.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung sehen Sie auf Ihrer Plattform ein Dashboard, das plötzlich hohe Gewinne anzeigt. Typischerweise wird „aus 1 000 EUR werden in 2 Wochen 3 500 EUR“ angezeigt. Diese Zahlen stammen nicht aus realen Trades, sondern aus einer simulierten Software, die Gewinne nur dann anzeigt, wenn ein neuer Investor eintritt. Es gibt keine echten Orderbuch-Daten, keine Transaktionshistorie bei einer regulierten Börse und keine nachgewiesenen Gewinne von Drittparteien. Die Plattform nutzt lediglich ein hübsches Dashboard, um Vertrauen zu erzeugen und Sie zu ermutigen, mehr Geld einzuzahlen.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Sobald das Vertrauen aufgebaut ist, beginnt die Plattform, Sie zu ermutigen, mehr Geld einzuzahlen. Sie erhalten regelmäßige Nachrichten von „Account-Managern“ oder „Beratern“, die Ihnen angeblich exklusive Bonus- und Hebel-Angebote machen. Typische Versprechen sind Hebel von 1:500, garantierte Profite oder Zugang zu exklusiven IPO-Plätzen. Oft werden Sie unter Zeitdruck gesetzt („Nur heute verfügbar“) oder Sie werden mit gefälschten Erfolgsgeschichten anderer „Investoren“ konfrontiert, um soziale Beweise zu erzeugen. In diesem Stadium zahlen Sie häufig zwischen 5 000 EUR und 50 000 EUR, manche Opfer geben sogar mehr als 500 000 EUR auf.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn Sie nun Ihre Gewinne oder Ihr ursprüngliches Kapital zurückfordern möchten, kommt die eigentliche Abzocke auf den Plan. Die Plattform fordert plötzlich mehrere Gebühren ein, die in keiner Weise nachvollziehbar sind.
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu dem bereits investierten Geld und erhält trotzdem keine Auszahlung. Diese Phase ist die letzte Melkphase des Scams, in der die Täter das Opfer vollständig erschöpfen.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen oft angebliche „Anwälte“, „Behördenmitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf, die Ihnen versprechen, Ihr Geld zurückzuholen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Rechtsgebühren“, „Übersetzungsgebühren“ oder „Server-Zugriff“. Diese Forderungen sind ein klassisches Merkmal von Recovery-Scams: Die Täter verkaufen Ihre Daten, um sie später zu monetarisieren. Echte Anwälte oder Behörden werden NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram Kontakt aufnehmen. Ignorieren Sie solche Angebote, denn sie führen nur zu weiteren Verlusten.
Savervest im Betrugsnetzwerk
Savervest ist Teil eines Netzwerks von 45 Plattformen, die ähnliche Taktiken und Marketingansätze verwenden. Dies bedeutet, dass die Betreiber hinter mehreren Marken operieren und sich gegenseitig als legitime Anbieter tarnen. Solche Netzwerke nutzen oft eine geteilte Infrastruktur: die gleichen Hosting-Provider, identische Backend-Software und dieselben Marketing-Agenturen. Wenn eine Plattform ausfällt oder gesperrt wird, kann die Betreibergruppe einfach unter einem neuen Namen weiter operieren. Diese Struktur macht es schwieriger, die Täter zu verfolgen, da die Spuren über mehrere Marken verteilt sind.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie den Verdacht haben, dass etwas nicht stimmt, stoppen Sie sämtliche Transaktionen.
- Beweise sichern: Speichern Sie Screenshots der Plattform, alle E-Mails, Chat-Logs und Kontoauszüge. Diese Dokumente sind entscheidend, um den Betrug nachzuweisen.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Zahlungsanbieter: Informieren Sie die Bank über den möglichen Betrug und fordern Sie ggf. einen Chargeback oder SEPA-Recall.
- Erstatten Sie eine Strafanzeige: Gehen Sie zur örtlichen Polizeidienststelle oder nutzen Sie das Online-Formular der Staatsanwaltschaft. Ihre Meldung hilft, weitere Opfer zu verhindern.
- Ignorieren Sie Recovery-Scam-Angebote: Seriöse Anwälte und Behörden werden nicht per WhatsApp oder Telegram auf Sie zukommen. Jede Aufforderung zu Vorauszahlungen ist ein weiteres Warnsignal.
Savervest im Betrugsnetzwerk
Savervest ist Teil eines Netzwerks von 45 Plattformen, die ähnliche Strukturen und Marketingansätze nutzen. Diese Gemeinsamkeiten deuten darauf hin, dass die Betreiber hinter mehreren Marken operieren und sich gegenseitig als legitime Anbieter tarnen.

Agfinancegroup
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Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei savervest.online gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.