Sûr Coffrevance (sr-coffrevance.net) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Sûr Coffrevance ist ein betrügerisches Krypto-Trading-Portal, das Anleger mit unrealistischen Renditen lockt und anschließend ihr Geld absichert. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 13. Mai 2026 ausdrücklich vor Sr Coffrevance unter dem Titel „Bafin warnt vor Plattformreihe - „Verdienen Sie bis zu 934 € täglich im Schlaf. Keine Erfahrung nötig.““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Sr Coffrevance steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Sr Coffrevance (sr-coffrevance.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite sr-coffrevance.net

Warum sr-coffrevance.net unseriös ist

Die ersten Anzeichen eines Betrugs liegen bereits in der fehlenden Transparenz. Auf der Website ist weder eine Handelsregisternummer noch ein Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde vorhanden. Das Unternehmen bietet keine Kontaktadresse und die einzige Telefonnummer besteht ausschließlich aus dem Ländervorwahlcode +49, was auf einen fehlenden physischen Standort hindeutet.
Darüber hinaus gibt es keine gültige Lizenznummer und keine Angaben zu einem registrierten Broker. Die Plattform bewirbt sich als „Crypto-Exchange“, nutzt jedoch keine bekannten Krypto-Börsen, sondern scheint ausschließlich eigene Web-Apps zu betreiben, die scheinbar generierte Gewinne anzeigen.
Die Versprechungen von bis zu 934 € pro Tag sind unrealistisch und werden ohne nachvollziehbare Quellen präsentiert. Der Slogan „Gagnez jusqu'à 934 € par jour“ kombiniert mit einem hohen Erfolgsquote-Anteil von 67 % wirkt wie ein klassisches „All-in-One-Gains-Guarantee“, das bei seriösen Anbietern nie vorkommt.
Zudem werden angebliche SSL-Zertifikate und SOC-2-Compliance als „Awards“ genannt, ohne dass diese tatsächlich von unabhängigen Prüfern bestätigt wurden. Das Fehlen einer realen Adresse, einer lizenzierten Aufsicht und die Kombination von unrealistischen Renditen mit fehlender Transparenz machen sr-coffrevance.net eindeutig unseriös.

Wie der Betrug bei sr-coffrevance.net abläuft

Schritt 1: Erstkontakt und Lockangebot

Opfer werden meist über gezielte Social-Media-Werbung angesprochen: kurze, emotionale Posts in Instagram-Stories, TikTok-Videos oder Facebook-Ads, die scheinbar erfolgreiche Trader zeigen. Oftmals wird ein „exklusiver“ Link zur Plattform geteilt, der direkt zu einem Anmeldeformular führt.
Der erste Einzahlungsbetrag ist niedrig gehalten: bei sr-coffrevance.net liegt er bei 100 €. Diese geringe Summe senkt die Hemmschwelle, während gleichzeitig die Plattform das Gefühl von „Geld in die Hand zu bekommen“ vermittelt. Die Sprache ist klar, die Handlungsaufforderung ist sofort: „Jetzt anmelden und sofort profitieren!“.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der Einzahlung zeigt die Plattform sofort „Buchgewinne“ an: ein Dashboard, das anzeigt, wie viel Gewinn aus der ursprünglichen Summe erzielt wurde. Diese Zahlen entstehen jedoch durch interne Datenbank-Manipulationen; keine echten Orders werden an eine Börse platziert. Die Grafik ist so gestaltet, dass sie den Eindruck von sofortigem Wachstum erweckt.
Das Ziel ist eindeutig: Vertrauen aufbauen. Der Nutzer sieht scheinbar profitablen Handel und glaubt, die Plattform könne diese Gewinne replizieren.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein sogenannter „Account-Manager“ übernimmt die Kommunikation. Über mehrere Wochen werden dem Nutzer „VIP-Konto“ und „exklusive Bonus-Leverage“ angeboten, mit Versprechen von Hebeln bis zu 1 : 500. Durch künstliche Verknappung („nur heute verfügbar“) und soziale Bestätigung („Sie sind nicht allein“, „Unsere Kunden haben bereits 500 € verdient“) wird der Nutzer motiviert, mehr Geld einzuzahlen: oft im Bereich von 5.000 € bis 50.000 €.
Die Plattform nutzt dabei weiterhin das Gefühl von Dringlichkeit, obwohl keine realen Marktbedingungen vorliegen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Nutzer nun seine Gewinne auszahlen möchte, wird plötzlich eine Liste von Gebühren aufgestellt.

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.
Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen oft „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf. Sie versprechen, das Geld zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Dienstleister sind in der Regel die gleichen Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen.
Ein seriöser Anwalt oder eine offizielle Behörde kontaktiert Sie niemals unaufgefordert über WhatsApp oder Telegram und verlangt vorab Zahlungen. Ignorieren Sie solche Angebote: sie sind reine Folgeschädigung.

Das Netzwerk hinter sr-coffrevance.net

Sûr Coffrevance ist Teil eines Netzwerks von 137 Plattformen, die dieselben Backend-Systeme, Markenlogos und Zahlungswege nutzen. Durch dieses Netzwerk werden identische Betrugsmaschen gleichzeitig auf mehreren Webseiten verbreitet. Wenn ein Regulator ein Unternehmen schließt, tauchen schnell neue Marken auf, die dieselbe Technik verwenden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede neue Einzahlung erhöht das Risiko, dass Ihr Geld endgültig verloren geht.
  2. Sichern Sie alle Belege. Screenshot von Kontobewegungen, E-Mails, SMS und Zahlungsnachweise. Diese Dokumente sind entscheidend für eventuelle Ermittlungen.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Krypto-Broker. Informieren Sie sie über die verdächtigen Transaktionen und fordern Sie eine Rückbuchung oder Sperrung von Konten.
  4. Reichen Sie Strafanzeige bei der Polizei ein. Nutzen Sie die Ermittlungsstelle für Finanzbetrug in Ihrer Region. Übermitteln Sie alle gesammelten Beweise.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scams. Jeder, der Ihnen anbietet, Ihr Geld zurückzugewinnen, verlangt meist Vorauszahlungen. Diese Angebote sind Betrug.

Abschließende Warnung

Sûr Coffrevance (sr-coffrevance.net) ist ein klarer Betrugsfall. Jede Interaktion mit der Plattform führt zu finanziellen Verlusten. Schützen Sie sich und handeln Sie sofort, wenn Sie bereits Geld investiert haben.

Das Netzwerk hinter Sûr Coffrevance

Sûr Coffrevance ist Teil eines Netzwerks von 137 Plattformen, die dieselben hinteren Systeme und Marken verwenden.

und 131 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei sr-coffrevance.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei sr-coffrevance.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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