Obsidian Group (taideds.club): ein tiefer Einblick in einen vermeintlichen Broker

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·7 Min. Lesezeit·
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Obsidian Group, die sich unter dem Domainnamen taideds.club präsentiert, ist ein klarer Fall von Betrug. Die Plattform lockt Anleger mit einem verlockenden Einstiegsszenario und verschwindet dann, sobald sie versucht wird, Gewinne auszuzahlen.

Screenshot der Webseite Taideds (taideds.club)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite taideds.club

Warum taideds.club unseriös ist

Der erste Anhaltspunkt für die unseriöse Natur von taideds.club ist die fehlende Transparenz im Registern und bei der Lizenzierung. Obwohl die Plattform behauptet, von CySEC lizenziert zu sein, fehlt die Angabe einer gültigen Lizenznummer. In einem regulierten Markt ist die Angabe einer Lizenznummer Pflicht; das Fehlen dieses Elements ist ein eindeutiges Warnsignal. Darüber hinaus gibt es keine Registrierung im Handelsregister, weder in der Schweiz noch in anderen europäischen Ländern. Das Fehlen einer Registrierungsnummer im Handelsregister bedeutet, dass es keine rechtlich bindende Existenz des Unternehmens gibt.

Ein weiteres auffälliges Detail ist die Abwesenheit von Kontaktinformationen. Es gibt weder eine E-Mail-Adresse noch eine Telefonnummer, die auf der Website zu finden ist. Für einen seriösen Broker ist ein erreichbarer Kundenservice unverzichtbar. Das Fehlen von Kontaktmöglichkeiten ist ein weiteres Indiz dafür, dass die Betreiber keinen realen Kundenservice anbieten wollen.

Die Plattform listet keine klare Lizenznummer, keine Jahreszahlen für die Gründung und keine Angaben zu einem realen Firmensitz. Die einzigen Angaben, die es gibt, sind die Sprachen, in denen die Website angeboten wird: Französisch, Englisch, Spanisch, Deutsch, Tschechisch und Slowakisch: und die angebotenen Handelsinstrumente (Forex, Krypto, Aktien, Indizes, Energie und Rohstoffe). Diese Angaben sind zwar umfangreich, aber ohne die rechtlichen und administrativen Hintergründe ein hohes Risiko, dass es sich um ein Fake handelt.

Ein weiteres entscheidendes Element ist die fehlende Transparenz bei den Testimonials. Die Plattform listet über 20 Namen von angeblichen „Kunden“, die von ihren Erfolgen berichten. Diese Namen erscheinen auf den ersten Blick legitim, doch ein tieferer Blick auf die sozialen Medien, LinkedIn und andere öffentliche Datenbanken zeigt, dass viele dieser Personen nicht im Finanzsektor tätig sind oder sogar nicht existieren. Die Betreiber haben offensichtlich nur ein Mittel zur Verfügung, um die Glaubwürdigkeit zu erhöhen: die Schaffung von fiktiven Erfolgsgeschichten. Solche Praktiken sind ein klassisches Merkmal von Betrugsplattformen.

Schließlich zeigt die Analyse der Marketingdaten, dass taideds.club keinerlei Garantie für Renditen oder Boni bietet. Der minimale Einzahlungsbetrag beträgt lediglich 250 €: ein niedriger Einstiegspunkt, der das Interesse weckt. Doch ohne eine klare Angabe zu den Gebühren, zu den Handelsbedingungen oder zu den Auszahlungsmodalitäten ist das Risiko enorm. Die Kombination aus fehlender rechtlicher Transparenz, fehlender Kontaktinformation und fiktiven Testimonials macht taideds.club zu einem klar erkennbaren Betrugsfall.

Wie der Betrug bei taideds.club abläuft

Schritt 1: Erstkontakt und Lockangebot

Die meisten Opfer werden zunächst durch gezielte Online-Werbung auf taideds.club aufmerksam. In den letzten Jahren haben Plattformen wie diese stark auf Social-Media-Kanäle gesetzt, insbesondere Instagram, Facebook und TikTok. Dort werden ansprechende Anzeigen geschaltet, die von vermeintlichen „Erfolgsgeschichten“ oder „Profitmöglichkeiten“ erzählen. Oft nutzen die Betreiber kurze, eingängige Slogans, die einen schnellen Gewinn versprechen, ohne dabei konkrete Zahlen zu nennen.

Darüber hinaus gibt es sogenannte „Cold-Calls“ von Personen, die sich als Anlageberater ausgeben. Diese Anrufer nutzen die Vorliebe vieler Anleger für schnelle Renditen aus und bieten an, ihnen ein „exklusives“ Konto bei taideds.club zu eröffnen. Die Anrufer betonen oft die geringe Einstiegshürde von 250 €. Die Idee dahinter ist, die potenzielle Investition niedrig zu halten, damit das Opfer sich nicht zu sehr verpflichtet fühlt und somit eher bereit ist, weitere Einzahlungen zu tätigen.

Der erste Schritt des Betrugs besteht also darin, Vertrauen aufzubauen, indem man eine scheinbar legitime Plattform präsentiert, die eine niedrige Einstiegshürde und keine klaren Risiken aufzeigt. Sobald das Opfer die 250 € einzahl

t, wird es in die Welt des vermeintlichen Tradings eingeführt. Die Plattform nutzt dabei oft eine ansprechende, professionelle Oberfläche, die die Illusion eines echten Brokers erzeugt. Auf der Website sind Charts, Live-Kurse und ein „Trade-Simulator“ angeblich sichtbar. In Wirklichkeit handelt es sich um statische Bilder oder eine Software, die nur vorgibt, die Daten zu aktualisieren. Der erste Schritt ist also die geschickte Manipulation von Emotionen und die Erzeugung eines falschen Sicherheitsgefühls.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung wird dem Nutzer ein Dashboard angezeigt, das angeblich hohe Gewinne auszeigt. Die Plattform gibt an, dass aus den 250 € bereits in wenigen Tagen 800 € erzielt wurden. Diese Zahlen sind jedoch reine Simulationen, die von der Software generiert werden. Es gibt keine echten Handelsaufträge, die an Börsen ausgeführt werden. Die Gewinne werden lediglich in der Plattform selbst berechnet und anschließend angezeigt.

Der Zweck dieser Phase ist es, das Vertrauen zu stärken und den Anleger davon zu überzeugen, dass die Plattform funktioniert. Das Gefühl, bereits einen großen Gewinn erzielt zu haben, motiviert das Opfer, weitere Einzahlungen vorzunehmen. In der Regel wird dem Nutzer anschließend ein „Profit-Plan“ präsentiert, bei dem er zusätzliche Einzahlungen tätigt, um von vermeintlichen „Hebelwirkungen“ zu profitieren. Dabei wird häufig behauptet, dass das Konto ein „VIP-Status“ erlangen kann, der höhere Hebel und bessere Handelsbedingungen garantiert. Diese Versprechen sind jedoch völlig erfunden, da die Plattform keine reale Handelsplattform betreibt.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald das Vertrauen aufgebaut ist, beginnt die eigentliche Monetarisierung. Der „Account-Manager“ oder „Berater“ kontaktiert den Anleger regelmäßig per E-Mail oder über private Chat-Apps. Er betont, dass das Konto ein „VIP-Status“ erreichen kann, der mit höheren Hebeln, garantierten Profiten und exklusiven IPO-Zugängen verbunden ist. Der „Berater“ nutzt dabei häufig psychologisches Druckmittel: Zeitlimits („Nur heute noch möglich“) und soziale Beweise, indem er angebliche Erfolgsgeschichten anderer „Investoren“ teilt. Die Opfer sehen sich häufig mit einer hohen Erwartungshaltung konfrontiert und zahlen dann weitere Einzahlungen, die von 5.000 bis 50.000 € reichen. In seltenen Fällen berichten Opfer über Zahlungen von über 500.000 €.

Diese Phase ist entscheidend, weil sie das Ziel hat, so viel Geld wie möglich von den Opfern zu erlangen. Durch die Nutzung von „VIP-Konten“ und angeblichen „Hebelbonussen“ wird das Risiko für die Opfer erhöht, da sie glauben, ihr Geld sei sicher und ihr Gewinn garantiert. In Wirklichkeit ist das Geld jedoch in einer privaten Wallet, die die Betreiber kontrollieren, und es gibt keine Möglichkeit, das Geld zurückzuerhalten.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Der zentrale Teil des Betrugs ist die Auszahlung. Sobald das Opfer seine Gewinne auszahlen möchte, erscheint plötzlich eine neue Barriere: die Forderung von Gebühren. Diese Gebühren sind fiktiv und dienen ausschließlich dazu, das Geld des Opfers weiter zu depletierten. Typische Gebühren, die die Plattform verlangt, umfassen:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld und bekommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten und dem Ausbleiben der Auszahlung werden oft weitere „Helfer“ auftauchen. Das können angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter, „Krypto-Forensiker“ oder sogar ausländische Polizeibehörden sein. Sie behaupten, das Geld zurückholen zu können, und fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind immer ein Hinweis darauf, dass dieselben Täter hinter der Plattform stehen und die Opfer weiter ausnutzen wollen. Echte Anwälte oder Behörden melden sich nie unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Wenn Sie solche Kontaktversuche erhalten, ignorieren Sie sie sofort.

Das Netzwerk hinter taideds.club

taideds.club ist Teil eines Netzwerks von sechzehn Plattformen, die dieselben Logos, Farbpaletten und sogar ähnliche Domain-Endungen nutzen. Die Betreiber dieser Seiten nutzen oft die gleiche Hosting-Infrastruktur, was darauf hindeutet, dass sie die Kontrolle über ein gemeinsames Backend haben. Durch das Re-Branding nach Auffliegen einer Plattform können die Betreiber schnell neue Domains registrieren und sich erneut als legitime Broker präsentieren. Diese Praxis ist ein klassisches Merkmal von Betrugsnetzwerken. Durch die Verknüpfung mehrerer Plattformen können die Täter ihre Angriffe skalieren und ihre Opferzahl erhöhen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie erkennen, dass Ihre Auszahlung blockiert ist, stoppen Sie alle weiteren Transfers. Jeder weitere Einsatz erhöht das Risiko, Ihr Geld zu verlieren.

  2. Beweise sichern. Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chat-Logs, Kontoauszüge und Zahlungsbelege. Diese Dokumente sind entscheidend, um den Betrug zu belegen und Ihre Forderung durchzusetzen.

  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse. Informieren Sie Ihre Bank oder den Krypto-Handelsservice über die verdächtige Transaktion. Fordern Sie eine sofortige Sperrung Ihres Kontos, um weitere Verluste zu verhindern.

  4. Erstatten Sie Anzeige. Reichen Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder beim Finanzamt eine Strafanzeige ein. Die Ermittlungsbehörden haben bereits Erfahrung mit solchen Fällen und können die Täter verfolgen.

  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche. Wenn Sie Kontakt von angeblichen Anwälten, Behörden oder „Forensik-Experten“ erhalten, verhalten Sie sich ruhig und ignorieren Sie deren Anfragen. Diese Personen sind Teil des Betrugs und versuchen, weitere Gebühren zu erheben.

Abschließende Warnung

taideds.club präsentiert sich als seriöser Broker, doch die Fakten sprechen eindeutig gegen sie. Die fehlende Transparenz, das Fehlen von Registrierungs- und Lizenzdaten, die mangelnde Kontaktinformation und die fiktiven Testimonials sind klare Indikatoren für einen Betrug. Als Opfer sollten Sie Ihre Rechte kennen, Ihre Beweise sichern und sich nicht von vermeintlichen „VIP-Angeboten“ blenden lassen. Bleiben Sie wachsam, schützen Sie Ihr Geld und melden Sie jeden Verdacht sofort.

Das Netzwerk hinter taideds.club

Obsidian Group ist Teil eines Netzwerks von sechzehn Plattformen, die meist ähnliche Namen, Logos und Webdesigns nutzen. Diese Gemeinsamkeiten deuten stark darauf hin, dass die Betreiber hinter diesen Seiten dieselben Personen oder zumindest dieselbe Infrastruktur kontrollieren.

und 10 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei taideds.club gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei taideds.club
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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