Credvon GPT (thecredvongpt.de): Der Betrug im Fokus

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·7 Min. Lesezeit·
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Credvon GPT (thecredvongpt.de) ist eine betrügerische Trading-Plattform, die Anlegern über verführerische Versprechen von schnellen Gewinnen in die Falle lockt. Die Betreiber haben weder registrierte Handelsregisternummer noch eine gültige Lizenz, was das Angebot eindeutig unseriös macht. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 13. Mai 2026 ausdrücklich vor Thecredvongpt unter dem Titel „Bafin warnt vor Plattformreihe - „[Name der Website] Revolutioniert den Handel““. Die vollständige BaFin-Warnung zu Thecredvongpt steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Thecredvongpt (thecredvongpt.de)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite thecredvongpt.de

Warum thecredvongpt.de unseriös ist

Credvon GPT präsentiert sich als moderne Trading-Plattform, die angeblich Kryptohandel, Handelssignale und automatisierte Trades anbietet. Die Website unterstützt eine Vielzahl von Sprachen: von Deutsch und Englisch bis hin zu Chinesisch, Japanisch, Koreanisch und weiteren. Dieses multilinguale Angebot soll die Reichweite erhöhen, hat aber keine Aussagekraft bezüglich der Rechtmäßigkeit der Tätigkeit.

Ein entscheidendes Kennzeichen der Plattform ist die fehlende Transparenz. Auf der Website findet sich keine Handelsregisternummer, keine Angabe zu einer Aufsichtsbehörde und keine gültige Lizenznummer. Diese Daten sind in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben für jede zugelassenen Finanzdienstleistung. Das Fehlen dieser Angaben ist ein starkes Warnsignal. Weiterhin bietet Credvon GPT keine klaren Kontaktdaten an: weder E-Mail, Telefon noch physische Adresse sind ersichtlich. Die Zahlungsmodalitäten werden nicht beschrieben, und die Plattform akzeptiert keine gängigen Zahlungsmethoden wie Banküberweisungen oder Kreditkarten. Stattdessen bleibt die Zahlungsinfrastruktur im Dunkeln, was darauf hindeutet, dass keine echten Transaktionen abgewickelt werden.

Die angebotenen Dienstleistungen: Kryptohandel, Handelssignale und automatisierte Trades: sind zwar populär, aber bei einer nicht lizenzierten Plattform immer ein Risikofaktor. Die Plattform verspricht keine garantierten Renditen, jedoch nutzt sie starke Dringlichkeits- und Anreizmechanismen, um die Anleger zum schnellen Handeln zu bewegen. Solche Taktiken sind typisch für Betrugsmodi, bei denen die Plattform den Eindruck einer schnellen Geldvermehrung erweckt, ohne reale Handelsaktivität zu liefern.

Warum thecredvongpt.de unseriös ist

Credvon GPT weist mehrere gravierende Inkonsistenzen auf, die die Seriosität in Frage stellen. Erstens fehlt die gesetzlich vorgeschriebene Handelsregisternummer. In Deutschland ist jeder Finanzdienstleister verpflichtet, im Handelsregister eingetragen zu sein, damit die Identität und Haftung nachvollziehbar sind. Das Fehlen dieser Information bedeutet, dass die Plattform nicht registriert ist und somit keine rechtliche Basis hat.

Zweitens gibt es keine Angabe einer Aufsichtsbehörde oder einer Lizenznummer. Für den Handel mit Finanzinstrumenten, insbesondere mit Kryptowährungen, ist eine Zulassung durch die BaFin oder eine ähnliche Behörde zwingend erforderlich. Ohne solche Genehmigungen kann die Plattform nicht legitim handeln, sondern agiert illegal.

Drittens nutzt Credvon GPT ein starkes Dringlichkeitsgefühl. In den Werbetexten wird zwar nicht direkt von garantierten Gewinnen gesprochen, jedoch werden häufig Hinweise auf schnelle Gewinne und exklusive Angebote gegeben. Diese Sprache ist darauf ausgelegt, die rationalen Überlegungen der Anleger zu unterdrücken und sie zu schnellen Entscheidungen zu drängen: ein klassisches Merkmal von Betrugsmodi.

Viertens ist die Zahlungsabwicklung unklar. Die Plattform akzeptiert weder gängige Zahlungsmethoden noch gibt es klare Angaben zu Transaktionsdetails. Dies verhindert, dass Anleger nachvollziehen können, wo ihr Geld tatsächlich landet. Eine fehlende Transparenz in der Zahlungsabwicklung ist ein starkes Indiz dafür, dass die Plattform keine echten Handelsaktivitäten abwickelt.

All diese Punkte zusammen ergeben ein klares Bild: Credvon GPT ist ein betrügerisches Modell, das darauf abzielt, Anleger zu täuschen und ihr Geld zu stehlen, ohne echte Handelsaktivität zu liefern.

Wie der Betrug bei thecredvongpt.de abläuft

Schritt 1: Erstkontakt und Lockangebot

Der Betrug beginnt in der Regel mit einem gezielten Marketingauftritt. Credvon GPT nutzt soziale Medien, Online-Foren und gelegentlich bezahlte Werbekampagnen, um potenzielle Anleger anzusprechen. Die Anzeigen enthalten oft ansprechende Grafiken, die schnelle Gewinne versprechen, und laden zum Klicken auf einen Link ein, der zur Registrierungsseite führt. Auf der Registrierungsseite wird ein Mindestbetrag von 250 € als Einstieg gefordert. Dieser niedrige Betrag soll die Hemmschwelle senken und den Eindruck vermitteln, dass das Risiko gering ist. Gleichzeitig wird der potenzielle Anleger mit einem „exklusiven“ Angebot für einen VIP-Account und angeblichen Hebelboni angesprochen. Die Sprache ist emotional und nutzt Social-Proof-Elemente, indem sie fiktive Erfolgsgeschichten von angeblichen Nutzern präsentiert. Diese Strategie zielt darauf ab, das Vertrauen der Zielgruppe schnell aufzubauen und sie zum ersten Schritt der Investition zu bewegen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Plattform dem Nutzer ein Dashboard mit fiktiven Handelsdaten. Auf dem Bildschirm werden angeblich Gewinne von 800 € innerhalb von zwei Wochen aus einer Einlage von 250 € angezeigt. Diese Zahlen sind jedoch nur virtuelle Einträge in einer Web-Anwendung und nicht das Ergebnis echter Börsenorders. Die Plattform generiert diese Gewinne künstlich, um den Eindruck zu erwecken, dass die Strategie funktioniert. In der Praxis findet kein Handel statt; die Gewinne werden lediglich simuliert, um das Vertrauen des Nutzers zu festigen. Solche Manipulationen sind typisch für Betrugsplattformen, die darauf abzielen, das Opfer zu beruhigen und zu überzeugen, weitere Einlagen vorzunehmen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Nach dem ersten Erfolg wird dem Nutzer ein persönlicher „Account-Manager“ zugewiesen, der über E-Mail und Chat kommuniziert. Dieser Manager nutzt psychologische Drucktechniken, um weitere Einzahlungen zu erzwingen. Es werden Zeitlimits gesetzt („Nur noch heute verfügbar“), und es wird behauptet, dass ein höheres Risiko bei höheren Hebeln vermieden werden kann. Gleichzeitig werden angeblich exklusive Marktanalysen und Insider-Tipps versprochen, die nur für VIP-Konten zugänglich seien. Der Manager argumentiert, dass der Nutzer jetzt die Chance hat, sein Kapital zu vervielfachen. Oft werden in der Kommunikation Begriffe wie „Limitierte Plätze“ oder „Begrenzte Hebelboni“ verwendet, um die Dringlichkeit zu erhöhen. In der Praxis wird der Nutzer dazu gebracht, zusätzliche Beträge in den Bereich von 5 000 bis 50 000 € oder sogar über 500 000 € zu investieren, wobei die Plattform weiterhin nur simulierte Gewinne präsentiert.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald der Nutzer versucht, seine Gewinne auszuzahlen, wird plötzlich die Forderung nach einer Vielzahl von Gebühren gestellt. Zu den geforderten Gebühren zählen:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.

Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu dem Geld, das er ursprünglich investiert hat, weitere Beträge, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Die Forderung ist die letzte Melkphase des Scams, in der die Täter versuchen, so viel Geld wie möglich zu extrahieren, bevor sie die Plattform endgültig schließen.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf, die sich als Rechtsanwälte, Behördenvertreter oder „Krypto-Forensiker“ ausgeben. Sie behaupten, das Geld zurückholen zu können, und fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind völlig unbegründet. Hinter diesen Personen stecken oft dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Sie verkaufen die Daten der Opfer an andere Betrüger oder nutzen sie für weitere Machenschaften. Echte Anwälte und Behörden kontaktieren Opfer niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Jede solche Kontaktaufnahme ist ein klarer Hinweis auf ein weiteres Betrugsszenario.

Das Netzwerk hinter thecredvongpt.de

Credvon GPT ist Teil eines Netzwerks von 78 Plattformen, die häufig untereinander rebranded werden. Diese Struktur ermöglicht es den Tätern, ihre Aktivitäten zu verschleiern, wenn eine Plattform von den Behörden geschlossen wird. Durch die gemeinsame Nutzung von Serverinfrastruktur, Kundendatenbanken und Marketingkanälen können die Betrüger ihre Reichweite erhöhen und neue Opfer erschleichen, indem sie bekannte Marken nachahmen oder neu gestalten. Das Netzwerk ist ein klassisches Beispiel für ein „Betrugsnetz“, in dem mehrere scheinbar unabhängige Seiten von denselben Personen betrieben werden, um das Risiko für die Täter zu minimieren und gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Opfer erneut angesprochen werden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie den Verdacht haben, dass die Plattform betrügerisch ist, stoppen Sie alle Transaktionen. Jede weitere Einzahlung verschlechtert Ihre Lage und erhöht das Risiko, Ihr Geld zu verlieren.

  2. Belege und Transaktionsnachweise sichern: Speichern Sie alle E-Mails, Chats, Screenshots und Kontoauszüge. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten oder die Behörden informieren.

  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Zahlungsdienstleister: Informieren Sie Ihre Bank über die verdächtigen Transaktionen. Bitten Sie um eine Rückbuchung, falls möglich, und lassen Sie Ihre Konten auf weitere unautorisierte Transaktionen überwachen.

  4. Rechtliche Schritte einleiten: Melden Sie den Vorfall bei der örtlichen Polizeidienststelle oder beim Bundeskriminalamt. Reichen Sie eine Strafanzeige ein und legen Sie alle gesammelten Beweise bei. Eine formelle Anzeige kann dazu beitragen, die Ermittlungen zu beschleunigen und weitere Opfer zu schützen.

  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Versuche: Seien Sie misstrauisch gegenüber Dritten, die angeblich Ihr Geld zurückholen wollen. Echte Anwälte oder Behörden kontaktieren Sie nicht per WhatsApp oder Telegram. Jeder Kontakt, der nach Vorauszahlungen verlangt, ist ein weiteres Anzeichen für einen Betrugsversuch.

Schlussgedanke

Credvon GPT (thecredvongpt.de) ist keine seriöse Trading-Plattform, sondern ein komplexer Betrug, der auf fehlender Transparenz, gefälschten Gewinnen und gezielter Manipulation basiert. Wenn Sie bereits Opfer geworden sind oder befürchten, in die Falle zu tappen, handeln Sie sofort, sichern Sie Ihre Beweise und wenden Sie sich an die zuständigen Behörden. Ihr Schutz und die Verhinderung weiterer Schäden liegen in Ihrer Hand.

Das Netzwerk hinter Credvon GPT

Credvon GPT ist Teil eines Netzwerks von 78 anderen Plattformen, die ähnliche Geschäftsmodelle verfolgen und häufig unter einander rebranded werden. Diese Struktur ermöglicht es den Hintermännern, ihre Aktivitäten zu verschleiern und neue Opfer zu erschleichen, sobald einzelne Seiten geschlossen werden.

und 72 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei thecredvongpt.de gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei thecredvongpt.de
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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