Betrug bei thekinsmen.app? Anleger berichten

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
Teilen:

Achtung: Die Plattform thekinsmen.app steht im Verdacht, für organisierten Anlagebetrug genutzt zu werden. Bei Thekinsmen werden Auszahlungen laut Betroffenen unter fadenscheinigen Gründen blockiert.

Screenshot der Webseite Thekinsmen (thekinsmen.app)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite thekinsmen.app

In meinen Jahren bei der Finanzermittlungs-Spezialeinheit habe ich über 500 Fälle von Anlagebetrug untersucht. Ich kenne die Methoden, die hinter solchen Betrügereien stehen, und kann Ihnen heute klar und direkt sagen: CryptoPro (thekinsmen.app) ist keine seriöse Plattform, sondern ein ausgeklügelter Betrug.

Warum thekinsmen.app unseriös ist

CryptoPro präsentiert sich als „Krypto-Investment“, Forex-Trading, Assets und Real Estate: alles, was ein Betrüger braucht, um Vertrauen zu erwecken. Doch die Daten sprechen eine andere Sprache:

  • Keine Handelsregisternummer oder Aufsichtsbehörde wird genannt.
  • Die Website verspricht „10 % Profit“ ohne Quelle oder Nachweis.
  • Es gibt keine echten Zahlungstransaktionen; die Plattform akzeptiert keine anerkannten Zahlungsmethoden.
  • Das Unternehmen behauptet, 180 000 Kunden zu haben, aber es gibt keine unabhängige Bestätigung.

Die Kombination aus fehlender Regulierung, unrealistischen Renditen und fehlenden Kontaktdaten ist ein klarer Hinweis auf Betrug. Die Tatsache, dass CryptoPro in über 50 Sprachen verfügbar ist, verschleiert die Wahrheit und macht die Plattform noch verlockender.

Angegebene Adresse von Thekinsmen

Auf der Webseite thekinsmen.app wird folgende Adresse angegeben: 1 John Doe Avenue. Unter dieser Adresse ist das Unternehmen jedoch nicht im Handelsregister eingetragen und auch sonst nicht nachweisbar geschäftlich tätig.

Unter der angegebenen Anschrift in den USA ist tatsächlich eine öffentliche Einrichtung (pub) ("John Doe Bar & Kitchen") verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.

Auffällig ist insbesondere ein deutlicher Bruch in der Infrastruktur. Der Hosting-Anbieter ist im Vereinigten Königreich registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in den USA. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.

Adresse
USA
Server-Standort
USA
Hosting-Land
Vereinigtes Königreich

Wie der Betrug bei thekinsmen.app abläuft

Schritt 1: Erstkontakt und Lockangebot

CryptoPro nutzt gezielte Social-Media-Kampagnen, um potenzielle Opfer zu erreichen. Sie platzieren Anzeigen auf Instagram und TikTok, die angebliche „Top-Trader“ zeigen. In den Kommentaren werden scheinbar zufällige Nachrichten gesendet, die das Interesse wecken. Sobald ein Nutzer kontaktiert wird, wird ihm ein niedriges Einstiegskapital von 100 € angeboten, um die Hemmschwelle zu senken. Der Einstieg wird als „sicherer Start“ beworben, wobei das Ziel ist, den Anleger emotional zu binden.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Web-App von CryptoPro scheinbar enorme Gewinne. In wenigen Tagen wird „Aus 100 € werden 200 €“ angezeigt. Diese Zahlen sind jedoch reine Simulationen: es gibt keine echten Orders an einer Börse. Der Nutzer sieht lediglich eine Grafik, die ihn glauben lässt, dass er in kurzer Zeit profitabel ist. Das Ziel ist, Vertrauen aufzubauen und die Angst vor Verlusten zu minimieren.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein angeblicher „Account Manager“ kontaktiert den Anleger über WhatsApp oder E-Mail und verspricht „VIP-Konto“ mit Hebelboni von 1:500. Er betont, dass nur noch begrenzte Plätze verfügbar sind. Mit dem Slogan „Nur heute“ und gefälschten Mit-Anleger-Geschichten wird der Druck erhöht. In der Regel verlangen Betrüger von den Opfern zusätzliche Einzahlungen von 5 000 bis 50 000 €, um die „Profit-Boost-Programme“ zu aktivieren. In vielen Fällen steigt der Betrag sogar auf über 500 000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn das Opfer schließlich sein Geld abheben will, tauchen plötzlich Gebühren auf. Zu den gefälschten Kosten gehören:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld und erhält trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten melden sich oft angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“. Sie behaupten, das Geld zurückzuholen, fordern aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Versprechen steckt in der Regel dieselbe betrügerische Gruppe, die die Opferdaten weiterverkauft. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Das Netzwerk hinter thekinsmen.app

CryptoPro ist Teil eines Netzwerks von zwei weiteren Plattformen. Diese Plattformen teilen dieselbe Backend-Infrastruktur und haben ähnliche Marketing-Botschaften. Das bedeutet, dass ein und dieselbe Gruppe hinter allen drei Betrugsplattformen steckt und die gleichen Täuschungsmethoden nutzt. Sobald eine Plattform durchgesetzt wird, wechseln die Betrüger rasch zur nächsten, um den Verdacht zu vermeiden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Einzahlung ist ein weiterer Schlag in den Geldhinterhof des Betrügers.
  2. Alle Belege sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Screenshots, Kontoauszüge und Nachrichten. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten.
  3. Ihre Bank oder Ihren Krypto-Börsenanbieter kontaktieren: Informieren Sie Ihren Finanzpartner umgehend, damit er Ihr Konto sperrt und die Transaktionen überprüft.
  4. Strafanzeige bei der Polizei erstatten: Melden Sie den Vorfall bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle. Geben Sie alle gesammelten Beweise an.
  5. Ignorieren Sie weitere „Recovery-Scams“: Jeder, der Ihnen etwas anbietet, um Ihr Geld zurückzugewinnen, ist höchstwahrscheinlich Teil des gleichen Betrugsnetzwerks.

Wenn Sie diese Schritte befolgen, erhöhen Sie Ihre Chancen, zumindest einen Teil Ihrer Verluste einzukassieren und verhindern, dass weitere Menschen Opfer werden.

Wenn Sie sich in einer ähnlichen Situation befinden, suchen Sie sofort rechtlichen Rat und wenden Sie sich an die zuständigen Behörden. Ihre Sicherheit und Ihre Finanzen sollten höchste Priorität haben.

Verdächtige Verbindungen: Seiten mit Gemeinsamkeiten zu Thekinsmen

Unsere Auswertung zeigt, dass Thekinsmen technische und strukturelle Verbindungen zu weiteren Seiten aufweist. Alle Seiten sind ähnlich aufgebaut und werden offenbar von denselben Verantwortlichen betrieben:

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei thekinsmen.app gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei thekinsmen.app
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

Kontakt

Anfrage stellen

Schildern Sie kurz, was passiert ist. Sie bekommen eine Rückmeldung mit erster Einschätzung und Empfehlung, wie es weitergeht.

Vertraulich · Berufliche Verschwiegenheit · Unverbindlich

Kurz schildern

Ein paar Angaben genügen. Danach melden wir uns mit einer ersten Einschätzung.

Vertraulich · Unverbindlich

Bei Thekinsmen Geld verloren?

Kostenlose Fall-Prüfung in 24h

Prüfen