KlarLogikb (theklarlogikb.net) im Faktencheck: Sind ihre Versprechen Betrug?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·6 Min. Lesezeit·
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KlarLogikb, das sich als „modernes Trading-Portal“ präsentiert, ist ein klar erkennbarer Betrug. Alles, was Sie über die Plattform erfahren, weist auf manipulierte Gewinne, fehlende Regulierung und ein ausgeklügeltes Vorgehen hin, das Sie zum Verlust Ihres Geldes führen kann. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 13. Mai 2026 ausdrücklich vor Theklarlogikb unter dem Titel „Bafin warnt vor diversen Websites einer Plattformreihe“. Die vollständige BaFin-Warnung zu Theklarlogikb steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Screenshot der Webseite Theklarlogikb (theklarlogikb.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite theklarlogikb.net

Über Anton Haverkamp: Ihr Ansprechpartner in der Ermittlungswelt

In meinen Jahren bei der Finanzermittlungs-Spezialeinheit, nachdem ich fünf Jahre bei der Polizei gedient hatte, habe ich mehr als 500 Anlagebetrugs-Verfahren bearbeitet. Dabei habe ich gelernt, dass Betrüger ihre Maschen immer weiter verfeinern, um an die Geldbörse ihrer Opfer zu gelangen. Meine Arbeit konzentrierte sich vor allem auf die Verfolgung von Geldflüssen in der Blockchain und das Aufdecken von geschickten Schemas, bei denen scheinbar legitime Plattformen im Hintergrund agieren. Diese Erfahrung möchte ich mit Ihnen teilen, damit Sie erkennen können, welche Anzeichen ein Unternehmen wie KlarLogikb betrügerisch machen.

Warum theklarlogikb.net unseriös ist

Die Analyse der öffentlich zugänglichen Informationen zu KlarLogikb offenbart mehrere gravierende Inkonsistenzen, die keine seriöse Plattform zulassen würde. Erstens fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer oder einer Aufsichtsbehörde: ein klares Signal, dass keine Lizenzierung vorliegt. Zweitens nutzt die Plattform keine vertrauenswürdige Zahlungsinfrastruktur: Auf ihrer Website sind weder Banküberweisungen noch Kreditkartenzahlungen als Option aufgeführt, sondern lediglich Kryptowährungen, die von den meisten Regulierungsbehörden als riskant gelten. Drittens wecken die behaupteten Dienstleistungen: „Forex-Trading“, „Krypto-Investment“, „Aktienhandel“ und „CFD-Handel“: bei gleichzeitig fehlender Transparenz im Risikomanagement stark den Verdacht, dass die Gewinne lediglich simuliert werden. Viertens erzeugen die Marketingtexte eine Dringlichkeit („Jetzt handeln und von hohen Renditen profitieren“) ohne nachvollziehbare Quellen oder Referenzen. Schließlich lässt die fehlende Kontaktadresse und das einseitige Telefon (+49) vermuten, dass die Plattform keine reale, prüfbare Niederlassung hat. Alle diese Punkte zusammengenommen zeigen, dass KlarLogikb weder reguliert noch verlässlich ist.

Wie der Betrug bei theklarlogikb.net abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Der Betrug beginnt häufig mit einem gezielten Aufruf aus sozialen Medien oder einer Kaltakquise. Auf Plattformen wie Instagram, TikTok und Telegram finden sich häufig „Anlageberater“, die mit verführerischen Bildern von Reichtum und luxuriösen Reisen werben. Diese Berater versprechen schnelle Erfolge und nutzen häufig fiktive Prominente als „Zitate“. Sobald Sie Interesse zeigen, erhalten Sie eine Einladung zu einer kostenlosen Demo-Session, bei der Ihnen ein „Account-Manager“ angeblich die Grundlagen erklärt. Die erste Einzahlung wird bewusst klein gehalten, oft 250 € oder weniger, um die Hemmschwelle zu senken. Dieses niedrige Anfangsinvestment wirkt wie ein Sicherheitsmechanismus: Sie glauben, dass die Plattform nur geringe Risiken birgt, obwohl sie tatsächlich nur ein simuliertes System ist. Der Mechanismus ist simpel: Die Plattform stellt eine Web-App bereit, die realistische Handelsgrafiken anzeigt, jedoch ohne echte Aufträge an Börsen auszulösen. Durch die Kombination aus gezielter Werbung, emotionaler Ansprache und einem niedrigen Einstiegskapital wird das Vertrauen aufgebaut.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nachdem die Demo erfolgreich war, wird Ihnen ein persönlicher „Broker“ zugeteilt, der Ihnen die ersten „Gewinne“ demonstriert. Auf dem Dashboard von theklarlogikb.net sehen Sie, wie sich ein einziger Trade von 250 € in wenigen Tagen auf 800 € oder mehr erhöht. Diese Zahlen sind jedoch reine Software-Simulationen: Es werden keine echten Orderbuchdaten verwendet, sondern die Plattform generiert Gewinnzahlen in einer Datenbank, die dann auf dem Bildschirm angezeigt werden. Der Kunde glaubt, er hat einen lukrativen Handel ausgeführt, während in Wirklichkeit keine Markttransaktion stattfindet. Die Psychologie dahinter ist klar: Durch die sofortige Visualisierung von Gewinnen werden Sie emotional in die Plattform eingebunden und beginnen, an die Glaubwürdigkeit zu glauben. Diese Phase ist entscheidend, um spätere Forderungen zu rechtfertigen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Wenn die ersten Gewinne realistisch wirken, beginnt der Broker, Sie zu ermutigen, weitere Beträge einzuzahlen. Dabei wird Ihnen ein „VIP-Konto“ versprochen, das mit einem angeblichen Hebel von 1:500 oder höher arbeitet. Sie erhalten Zugang zu „Insider-Tipps“, „exklusiven IPO-Zugängen“ und „garantierten Profiten“. Die Kommunikation ist persönlich: Der Account-Manager schreibt Ihnen in kurzen, dringenden Nachrichten: „Nur noch heute, sonst verpassen Sie die Chance!“ Diese Taktik nutzt soziale Bewährtheit: gefälschte Erfolgsgeschichten anderer „Kunden“: und künstliche Verknappung, um die Angst zu steigern, etwas zu verpassen. In dieser Phase zahlen die meisten Anleger zwischen 5 000 € und 50 000 €, manche sogar über 500 000 €, weil sie glauben, dass sie ein „sicheres“ Investment tätigen.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Jetzt kommt die entscheidende Phase. Sobald Sie Ihre Gewinne auszahlen lassen wollen, kommt plötzlich ein System aus Gebühren und Vorleistungen auf Sie zu. Die Plattform listet mindestens fünf typische Fake-Gebühren:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams. Sie haben jetzt das Gefühl, dass Sie etwas „verpassen“ könnten, wenn Sie nicht sofort handeln: ein klassischer Trick, um die Opfer in eine Falle zu locken.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nachdem Sie die Gebühren gezahlt haben und die Auszahlung immer noch aussteht, treten neue „Helfer“ auf: angebliche Anwälte, die Sie über ein „Vergleichsverfahren“ informieren, Behörden-Mitarbeiter, die Ihnen „offizielle Schreiben“ schicken, und „Krypto-Forensiker“, die angeblich Ihre Wallet wiederherstellen können. Diese Personen versprechen, die verlorenen Gelder zurückzuholen, verlangen jedoch Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Versprechen steckt in der Regel dieselbe Gruppe, die die ursprüngliche Plattform betreibt. Sie verkaufen Ihre Daten weiter, nutzen die Vorwürfe als Abkürzung für weitere Betrügereien und bleiben ungestraft. Ein echtes Rechtssystem würde niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram kontaktieren; ein seriöser Anwalt oder eine Behörde wird sich nicht auf dieser Weise melden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede zusätzliche Ausgabe erhöht Ihre Verluste und gibt den Betrügern mehr Geld zur Verfügung.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Screenshots, Transaktionsbelege und Chatverläufe. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie rechtliche Schritte einleiten oder die Plattform melden.
  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Setzen Sie sich mit Ihrer Bank oder der Börse in Verbindung, die Ihre Transaktionen verarbeitet hat, und erklären Sie den Vorfall. Bitten Sie um eine Rückbuchung oder Sperrung der betreffenden Konten, um weitere Abhebungen zu verhindern.
  4. Polizeiliche Anzeige erstatten: Reichen Sie bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder bei einer spezialisierten Einheiten wie dem Finanzermittlungs-Spezialeinheit Anzeige ein. Ihre Angaben werden in der Datenbank vermerkt, sodass die Ermittler die Plattform verfolgen können.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Wer Ihnen angeblich helfen will, verlangt meistens weitere Gebühren. Seien Sie skeptisch, wenn Ihnen ein „Anwalt“ oder „Forensiker“ sofort nach Zahlung einer Gebühr Hilfe anbietet.
  6. Kontakt zu Verbraucherzentralen aufnehmen: Diese Organisationen können Ihnen Beratung bieten, wie Sie weitere Schritte unternehmen und wie Sie Ihre Rechte wahrnehmen können.
  7. Ihre Online-Konten schützen: Ändern Sie Passwörter, aktivieren Sie Zwei-Faktor-Authentifizierung und prüfen Sie Ihre Konten auf verdächtige Aktivitäten.
  8. Informieren Sie andere: Teilen Sie Ihren Vorfall in Online-Foren, sozialen Medien und bei Betreibern von Krypto-Plattformen, damit weitere Personen vor dem Betrug gewarnt sind.
  9. Nutzen Sie Forensik-Tools: Falls Sie technisch versiert sind, können Sie eigene Analysen der Blockchain-Transaktionen durchführen, um die Herkunft der Gelder zu verfolgen.
  10. Bleiben Sie informiert: Folgen Sie seriösen Quellen, wie den Aufsichtsbehörden, um Updates zu betrügerischen Plattformen zu erhalten und sich vor neuen Varianten zu schützen.

Wir stehen an Ihrer Seite

Wenn Sie Opfer eines solchen Betrugs geworden sind, ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und systematisch vorzugehen. Wir unterstützen Sie dabei, Ihre Beweise zu sichern, den rechtlichen Weg einzuschlagen und Ihre Rechte durchzusetzen. Kontaktieren Sie uns, damit wir gemeinsam die nächsten Schritte planen und Sie wieder auf den richtigen Pfad bringen.

Das Netzwerk hinter KlarLogikb

KlarLogikb ist Teil eines Netzwerks von 10 ähnlichen Plattformen, was auf geteilte Infrastruktur und gemeinsame Hintermänner hindeutet.

und 4 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei theklarlogikb.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei theklarlogikb.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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