Thornbury Kapsted (thornbury-kapsted.com): Ihre Sicherheit im Fokus

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Sie haben bereits Geld auf der Plattform investiert und stehen nun vor unerwarteten Problemen. Wir zeigen Ihnen, warum Thornbury Kapsted kein seriöser Broker ist und was Sie tun können.

Screenshot der Webseite Thornbury Kapsted (thornbury-kapsted.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite thornbury-kapsted.com

Warum thornbury-kapsted.com unseriös ist

Die erste Anzeichen für Unregelmäßigkeiten sind fehlende Regulierungsinformationen. Auf der Website von Thornbury Kapsted fehlt sowohl eine Handelsregisternummer als auch die Angabe einer Aufsichtsbehörde. Ohne diese Angaben ist es unmöglich, die Rechtmäßigkeit des Unternehmens zu prüfen.

Weiterhin gibt es keinerlei öffentlich zugängliche Lizenznummer, die in Deutschland oder der Schweiz üblich ist. Eine seriöse Plattform würde diese Informationen prominent anzeigen, um Vertrauen zu schaffen.

Ein weiteres Problem ist die fehlende Transparenz bei den angebotenen Services. Obwohl die Plattform „Automatisiertes Trading“, „Krypto-Investment“ und „Forex-Trading“ verspricht, gibt es keinerlei Nachweise über die Ausführung von echten Trades. Es wird keine Verbindung zu einer regulierten Börse oder zu einem registrierten Broker hergestellt.

Die wenigen „Testimonials“ von Christopher Bennett und Margaret Thornton lassen sich nicht verifizieren: weder über soziale Netzwerke noch in Medien. Seriöse Anbieter publizieren oft Video- oder Audio-Beweise.

Schließlich ist die Kontaktseite unvollständig: Nur eine internationale Telefonnummer (+41) ist angegeben, ein E-Mail-Kontakt fehlt komplett. So kann der Betreiber nicht erreichbar gemacht werden, wenn Sie Fragen haben.

All diese Faktoren: fehlende Lizenz, unvollständige Kontaktdaten, keine Nachweise realer Trades, unbestätigte Testimonials: zeigen, dass Thornbury Kapsted keine legitime Plattform ist.

Wie der Betrug bei thornbury-kapsted.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Der erste Schritt beginnt meist mit einem „Cold Call“ von einem angeblichen Anlageberater. Der Anrufer behauptet, dass er für Thornbury Kapsted arbeitet und Ihnen ein exklusives, risikofreies Anlagepaket anbieten kann. Parallel dazu laufen gezielte Social-Media-Kampagnen auf Instagram und TikTok, die von scheinbar erfolgreichen „Gurus“ unterstützt werden. Oft werden dabei gefälschte Promi-Testimonials genutzt, um Glaubwürdigkeit aufzubauen.

Ein weiteres Lockangebot ist die Bereitstellung einer kostenlosen Demo-Version oder einer „Mini-Account“-Einzahlung von etwa 250 €. Diese geringe Summe soll die psychologische Hemmschwelle senken und den Eindruck vermitteln, dass die Plattform bereits erfolgreich ist.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Plattform sofort „Buchgewinne“. In der Web-App von Thornbury Kapsted werden Zahlen angezeigt, die aus 250 € in weniger als zwei Wochen auf 800 € wachsen. Diese Daten sind lediglich Software-Simulationen, die auf der Oberfläche angezeigt werden. Es finden keine echten Handelsaufträge bei einer regulierten Börse statt: die Plattform besitzt keine Verbindung zu einem Broker.

Der Zweck dieser falschen Gewinne ist klar: Vertrauen aufbauen. Wenn ein Nutzer sieht, dass scheinbar sofort hohe Renditen erzielt werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er weitere Einzahlungen tätigt.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald ein Nutzer einen Gewinn realisiert hat, wird ihm ein persönlicher „Account-Manager“ zugewiesen. Über die kommenden Wochen oder Monate baut dieser Kontakt eine persönliche Beziehung auf. Er verspricht exklusive Vorteile: ein VIP-Konto, Hebelboni von bis zu 1:500, garantierte Profite und Zugang zu „Insider-Tipps“.

Typische Drucktechniken werden eingesetzt: Zeitlimits („Nur heute noch möglich“), künstliche Verknappung („Nur noch wenige Plätze verfügbar“) und Social-Proof in Form von gefälschten Mit-Anleger-Geschichten. Viele Opfer investieren danach zwischen 5.000 € und 50.000 €, manchmal sogar über 500.000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Nutzer nun sein Geld oder die angeblichen Gewinne auszahlen möchte, werden plötzlich Forderungen gestellt. In den meisten Fällen werden folgende Fake-Gebühren verlangt:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde niemals Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt.

Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu seinem ursprünglichen Einsatz dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig Dritte auf: angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“. Sie behaupten, das Geld zurückzuholen, verlangen aber Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Oft ist die eigene Wallet-Wiederherstellungs-Software nicht vorhanden, und die Forderungen steigen weiter.

In der Regel stecken hinter diesen Versprechungen dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram an.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Keine weiteren Zahlungen leisten: Sobald Sie den Verdacht haben, dass Thornbury Kapsted betrügerisch ist, stoppen Sie sofort alle Transfers. Jede weitere Einzahlung ist ein Verlust.
  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche Screenshots, E-Mails, Chat-Verläufe und Transaktionsbelege. Diese Dokumente sind entscheidend für spätere Ermittlungen.
  3. Bank oder Krypto-Börse informieren: Kontaktieren Sie Ihre Bank oder die Plattform, über die Sie das Geld eingezahlt haben. Informieren Sie sie über die verdächtigen Transaktionen, damit sie gegebenenfalls weitere Zahlungen blockieren.
  4. Strafanzeige erstatten: Melden Sie den Vorfall bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder der Wirtschaftsstrafverfolgungsbehörde. Ihre Angaben können zur Aufklärung eines größeren Netzwerks beitragen.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Seien Sie vorsichtig bei jedem, der Ihnen sagt, er könne Ihr Geld zurückholen. Seriöse Anwälte oder Behörden werden Sie nicht unaufgefordert kontaktieren.

Das Netzwerk hinter thornbury-kapsted.com

Thornbury Kapsted ist Teil eines Netzwerks von 83 Plattformen, die häufig dieselben betrügerischen Techniken nutzen. Oft wechseln sich die Betreiber in ihrer Marken­identität ab, um regulatorische Kontrollen zu umgehen. Die gleiche Software-Infrastruktur und die gleichen Zahlungs­wege werden wiederverwendet, wodurch die Betrugsmasche skalierbar bleibt.

Durch die enge Verbindung zu diesem Netzwerk ist es für Opfer besonders schwierig, das Geld zurückzufordern. Die Betreiber verlagern die Verantwortung auf andere Plattformen oder verschieben die Haftung auf angebliche „Dienstleister“.

Wenn Sie glauben, Opfer eines Betrugs geworden zu sein, handeln Sie jetzt. Sichern Sie Ihre Beweise, informieren Sie Ihre Bank und melden Sie den Vorfall bei der Polizei. Nur so können Sie verhindern, dass weitere Menschen in die Falle tappen.

Das Netzwerk hinter thornbury-kapsted.com

Thornbury Kapsted ist Teil eines Netzwerks von 83 Plattformen, die häufig dieselben betrügerischen Techniken nutzen.

und 77 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei thornbury-kapsted.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei thornbury-kapsted.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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