TRADELOGIQ MARKETS INC. (tmi-group.net): Ist das ein seriöser Broker?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Sie haben bereits eine Summe auf die Plattform von TRADELOGIQ MARKETS INC. (tmi-group.net) überwiesen, und jetzt stehen Ihre Einzahlungen still und unzugänglich da? Dieses Vorgehen ist ein klassischer Hinweis auf betrügerisches Verhalten: die Plattform ist kein regulierter Broker, sondern ein Hochrisiko-Scam.

Screenshot der Webseite Tmi Group (tmi-group.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite tmi-group.net

Warum tmi-group.net unseriös ist

Die ersten Anzeichen von Unregelmäßigkeiten zeigen sich bereits bei der Unternehmensregistrierung. TRADELOGIQ MARKETS INC. gibt eine Registrierungsnummer an, jedoch fehlt jegliche Information über die zuständige Aufsichtsbehörde. Für einen seriösen Broker ist die Angabe der Aufsichtsbehörde obligatorisch, denn sie bestätigt, dass die Plattform einer anerkannten Finanzaufsicht untersteht. Das Fehlen dieser Angabe ist ein klares Warnsignal.

Weiterhin ist die Website in einer einzigen Sprache: Englisch: ohne lokale Anpassungen für den angestrebten Markt. Die Kontaktinformationen sind unzureichend: ein Support-E-Mail-Adresse, die nicht mit dem Domainnamen übereinstimmt, und eine Telefonnummer aus den USA, obwohl die angebliche Sitzadresse Toronto, Ontario ist. Diese Diskrepanz zwischen Telefonland und Serverland lässt Zweifel an der Echtheit der Kontaktdaten aufkommen.

Die angebotenen Services: CFD-Trading, Krypto-Handel, Devisenhandel, Aktienhandel und Indizes-Handel: sind üblicherweise nur von lizenzierten Brokern zugänglich. Ohne nachweisliche Zulassung dieser Tätigkeiten ist die Plattform nicht berechtigt, solche Finanzinstrumente anzubieten. Die fehlenden Lizenznummern und die Tatsache, dass die Plattform keine Angaben zu einer Regulierungsbehörde macht, verstärken den Verdacht.

Ein weiteres Unstimmigkeitsmerkmal ist die Abwesenheit von Kundenerfahrungsberichten oder unabhängigen Bewertungen. Auf der Seite werden lediglich fünf Namen als Testimonials präsentiert: ANTON K., SOPHIE L., CARLOS R., JAMAL A., ELIZA M. Diese Namen klingen vertraulich, aber es gibt keine Möglichkeit, deren Identität oder ihre Beziehung zur Plattform zu verifizieren. Das Fehlen von unabhängigen Bewertungen und die bloße Nennung von Namen ohne Kontext lassen die Authentizität der Testimonials fragwürdig erscheinen.

Wo TRADELOGIQ MARKETS INC. angeblich sitzt

Die auf der Website angegebene Adresse lautet Toronto, Ontario. In den öffentlichen Handelsregistern findet sich jedoch keine Firma mit dem Namen TRADELOGIQ MARKETS INC. unter dieser Adresse, was stark darauf hindeutet, dass die Angaben nur als Deckmantel dienen.

Unter der angegebenen Anschrift in Kanada ist tatsächlich eine Ortschaft (keine konkrete Hausnummer gefunden) ("Toronto") verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.

Gleich zwei Brüche zwischen behauptetem Sitz und technischer Realität fallen auf. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in Kanada. Die Telefon-Vorwahl gehört zu USA, die Adresse aber zu Kanada. Solche Diskrepanzen sind ein typisches Merkmal betrügerischer Plattformen, die hinter ausländischer Hosting-Infrastruktur eine seriöse Adresse vortäuschen.

Adresse
Kanada
Server-Standort
unbekannt
Telefon-Vorwahl
USA

Wie der Betrug bei tmi-group.net abläuft

1. Der erste Kontakt: Lockangebot

Traege die Aufmerksamkeit potenzieller Anleger, indem sie gezielte Werbekampagnen auf sozialen Medien schalten. Oftmals erscheinen Anzeigen mit attraktiven Bildschirmen, die angebliche Gewinne zeigen. Diese Anzeigen nutzen häufig gefälschte „Anlageberater“, die in Video-Chats oder Live-Streams auftreten und ein scheinbar leicht zugängliches „Lockangebot“ präsentieren. Die ersten Einzahlungen werden bewusst niedrig gehalten: etwa 250 €: um die Hemmschwelle zu senken. Durch diese geringe Anfangsumme fühlen sich die Anleger sicher genug, weitere Einzahlungen in Erwägung zu ziehen.

2. Vorgetäuschte Gewinne: Das falsche Bild

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform dem Nutzer hohe Gewinne an. Die Software erzeugt Zahlen, die den Eindruck erwecken, dass 250 € in zwei Wochen 800 € geworden seien. Tatsächlich findet kein echter Handel statt; die Gewinne sind nur in einer Web-App generiert. Diese Darstellung soll Vertrauen schaffen und die Illusion eines profitablen Geschäftsmodells vermitteln. Das Ziel ist, dass der Anleger glaubt, ein verlässlicher Broker zu haben, und ihn zum weiteren Investieren animiert.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen: Die Manipulation

Ein vermeintlicher „Account-Manager“ übernimmt die Kommunikation über Wochen oder Monate. Er bietet „VIP-Konten“, Hebelboni von bis zu 1 : 500, garantierte Profite, exklusive IPO-Zugänge und „Insider-Tipps“. Dabei nutzt er klassische Drucktechniken: Zeitlimits („Nur heute“), künstliche Verknappung („Nur noch wenige Plätze“) und Social Proof durch gefälschte Mit-Anleger-Geschichten. Der Anleger, der bereits an den ersten falschen Gewinnen erfreut ist, zahlt typischerweise zwischen 5.000 € und 50.000 € oder sogar mehr, um das vermeintliche Wachstum fortzusetzen.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren: Die Falle

Wenn der Anleger seine Gewinne oder das ursprüngliche Kapital auszahlen möchte, kommt plötzlich eine Reihe von Gebühren auf ihn zu. Zu den typischen Fake-Gebühren zählen:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

5. Recovery-Scam-Nachfolge: Die Nachbarkasse

Nach den ersten Verlusten melden sich häufig Dritte: angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die versprechen, das Geld zurückzuholen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Dahinter stecken in der Regel dieselben Täter, die die Opferdaten weiterverkaufen. Echte Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Ignorieren Sie solche Kontaktaufnahmen, denn sie sind nur ein weiteres Mittel, um noch mehr Geld zu ergaunern.

Das Netzwerk hinter tmi-group.net

TRADELOGIQ MARKETS INC. ist Teil eines Netzwerks von zehn Plattformen, die unter ähnlichen Namen operieren. Dies bedeutet, dass dieselben Personen hinter mehreren Projekten stehen, die Infrastruktur wiederverwenden und die Marken regelmäßig neu aufbauen. Das Re-Branding nach einem Aufdecken von Betrugsmethoden ist ein gängiges Vorgehen, um neue Opfer zu finden. Das Netzwerk ermöglicht es den Tätern, schnell auf neue Plattformen umzuschalten, wenn einer ihrer Dienste ins Visier genommen wird.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie bemerken, dass Ihr Konto nicht ausbezahlt wird, stoppen Sie jede weitere Einzahlung sofort.
  2. Belege sichern. Bewahren Sie alle E-Mails, Chat-Logs, Überweisungsbelege und Kontoauszüge sorgfältig auf. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später rechtliche Schritte einleiten oder den Fall den Behörden melden.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Krypto-Börse. Informieren Sie sie über die verdächtigen Transaktionen und bitten Sie um Rückbuchung oder Sperrung der betroffenen Konten. Ihre Bank kann oft auch prüfen, ob die Transaktionen mit bekannten Betrugsfällen verknüpft sind.
  4. Erstatten Sie Strafanzeige. Wenden Sie sich an Ihre örtliche Polizeidienststelle oder an das Bundeskriminalamt und melden Sie den Vorfall. Die Ermittler können den Fall verfolgen und versuchen, weitere Opfer zu schützen.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Angebote. Legen Sie keinen Geldbetrag an, um angeblich verlorene Gelder zurückzuerlangen. Echte Anwälte werden sich nicht per WhatsApp an Sie wenden und verlangen keine Vorauszahlung.

Schlussgedanke

Wenn Sie bereits Opfer von TRADELOGIQ MARKETS INC. (tmi-group.net) geworden sind, wissen Sie, wie verheerend ein solcher Betrug sein kann. Es ist jedoch möglich, das Risiko zu minimieren und weitere Verluste zu verhindern, indem Sie die oben genannten Schritte befolgen. Bleiben Sie wachsam und handeln Sie zügig: Ihre finanzielle Sicherheit hängt von Ihrer Reaktionsgeschwindigkeit ab.

Das Netzwerk hinter TRADELOGIQ MARKETS INC.

TRADELOGIQ MARKETS INC. ist Teil eines Netzwerks von zehn Plattformen, die unter ähnlichen Namen operieren. Das deutet darauf hin, dass dieselben Personen hinter mehreren Projekten stehen und die gleiche Infrastruktur teilen.

und 4 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei tmi-group.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei tmi-group.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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