Delcamp Global Markets Inc (trade24sevenclient.net) im Faktencheck: Ist die Plattform seriös?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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Delcamp Global Markets Inc, unter der Domain trade24sevenclient.net, verkauft sich als Forex- und CFD-Broker. Nach einer detaillierten Analyse zeigt sich jedoch eindeutig, dass es sich um einen betrügerischen Versuch handelt, der Anleger mit gefälschten Gewinnen und manipulierbaren Konten lockt.

Screenshot der Webseite Trade24sevenclient (trade24sevenclient.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite trade24sevenclient.net

Warum trade24sevenclient.net unseriös ist

Delcamp Global Markets Inc präsentiert sich auf trade24sevenclient.net als ein Broker, der Forex- und CFD-Handel in fünf Sprachen anbietet. Auf den ersten Blick wirkt die Seite professionell, doch bei genauerer Betrachtung offenbaren sich mehrere kritische Inkonsistenzen. Erstens fehlt eine eindeutige Aufsicht. Die angeblich zugrundeliegende Aufsichtsbehörde, die Autoridade de Serviços Internacionais de Mwali (M.I.S.A.), ist weder in den offiziellen Registern europäischer Finanzaufsichtsbehörden noch in den Datenbanken der internationalen Finanzinstitutionen gelistet. Zweitens gibt es keinerlei Hinweise auf eine Handelsregisternummer im Register der Comores, obwohl die Website einen solchen Angabe macht. Drittens werden keine Zahlungs­methoden aufgeführt; Anleger werden lediglich aufgefordert, eine erste Einzahlung von 250 EUR zu tätigen, ohne dass klar ist, welche Bank oder Krypto-Wallet akzeptiert wird. Viertens fehlt jegliche Referenz zu Erfolgsquoten, Auszahlungen oder zu einem regulierten Kundengeschäft. Diese Lücken deuten stark darauf hin, dass die Plattform kein reguliertes Finanzinstitut ist und stattdessen ein Mechanismus für die Abwicklung von Betrugsfällen darstellt.

Wie der Betrug bei trade24sevenclient.net abläuft

Erster Kontakt und lockendes Angebot

Die Masche beginnt meist mit gezielten Ansprache-Mails oder Social-Media-Posts, die ein scheinbar lukratives Einstiegskonto versprechen. In den meisten Fällen wird ein „Anlageberater“ vorgestellt, der über eine persönliche Nachricht in einer privaten Telegram-Gruppe oder per WhatsApp kontaktiert. Oft wird ein kurzer „Mini-Trade“ mit einer Einzahlung von 250 EUR angeboten, begleitet von einer angeblichen „Einrichtungsgebühr“, die jedoch nicht ausdrücklich ausgewiesen wird. Der Zweck dieser ersten Einzahlung ist es, das Vertrauen zu gewinnen und die psychologische Hemmschwelle zu senken, sodass der Betroffene bereit ist, weitere Mittel zu überweisen. Während der ersten Wochen wird dem Kunden eine persönliche „Account-Manager“-Position zugewiesen, die ständig erreichbar ist und vermeintliche „Live-Signale“ für den Handel bereitstellt.

Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung öffnet sich eine benutzerfreundliche Web-App, die sofort hohe Gewinne anzeigt. Die Plattform präsentiert fiktive „Trade-Reports“, die aus einer internen Datenbank generiert werden: keine echten Order-Buchungen an einer Börse. Diese gefälschten Berichte enthalten Gewinnzahlen, die in wenigen Tagen aus 250 EUR auf 800 EUR ansteigen, was ein unrealistisches Rendite-Profil darstellt. Der Mechanismus besteht darin, dass die Software zufällige Gewinne simuliert, die dann in der Benutzeroberfläche angezeigt werden. Durch die ständige Visualisierung von „Profit-Wellen“ wird das Vertrauen weiter vertieft und die Nutzer ermutigt, größere Beträge einzuzahlen.

Drängen zu weiteren Einzahlungen

Um die Konten zu vergrößern, nutzt die Plattform klassische psychologische Drucktechniken: Zeitlich begrenzte Angebote („Nur heute“, „Exklusiver VIP-Bonus 1:500“), gefälschte Testimonials von vermeintlichen „Erfolgreichen Tradern“ und eine verzerrte Darstellung von Marktbedingungen. Der Account-Manager verspricht, durch „Insider-Tipps“ und „exklusive IPO-Zugänge“ die Gewinne zu steigern. Oft werden große Summen wie 5 000 EUR bis 50 000 EUR angefordert, manchmal sogar mehr als 500 000 EUR, sobald der Nutzer ein gewisses Vertrauen aufgebaut hat. Diese Phase kann mehrere Monate dauern, in denen der Kunde immer wieder neue Beträge einzahlt, ohne dass ein echter Handel stattfindet.

Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Der entscheidende Moment des Betrugs tritt ein, wenn der Anleger seine Gewinne auszahlen lassen möchte. Plötzlich werden mehrere, völlig erfundene Gebühren vorgebracht:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich zu seiner ursprünglichen Einlage noch dieses extra Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Diese letzte Melkphase ist das Herzstück des Scams.

Recovery-Scam-Nachfolge

Nachdem der Nutzer das erste Geld verloren hat, tauchen oft vermeintliche „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf. Sie behaupten, das Geld könne durch spezielle Software oder ein „Wiederherstellungsverfahren“ zurückgeholt werden. Um jedoch Zugang zu den angeblichen „Wallets“ zu erhalten, fordern sie Vorauszahlungen für „Übersetzungen“, „Server-Zugriffe“ oder „Rechtsberatung“. Hinter diesen Anbietern steckt häufig dieselbe Tätergruppe, die die ursprünglichen Daten erfasst und weiterverkauft. Seriöse Anwälte oder Behörden kontaktieren die Betroffenen nie per WhatsApp oder Telegram, sondern nur über offizielle Kanäle. Jeder Hinweis auf eine sofortige Kontaktaufnahme ist ein weiterer Warnsignal.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofortige Zahlung stoppen: Überweisen Sie kein weiteres Geld an trade24sevenclient.net. Jede weitere Einzahlung verschärft die finanzielle Belastung ohne Aussicht auf Rückzahlung.
  2. Beweis sichern: Speichern Sie alle E-Mails, Chat-Logs, Screenshots von Konto-Übersichten und Transaktionsbelege. Diese Dokumente sind entscheidend, falls Sie später rechtliche Schritte einleiten möchten.
  3. Bank oder Krypto-Börse kontaktieren: Informieren Sie Ihre Bank oder die Plattform, auf der Sie die Einzahlung getätigt haben, über den Betrug. Fordern Sie ggf. die Sperrung der betreffenden Konten und eine Rückbuchung der Transaktion an.
  4. Polizei oder Finanzaufsichtsbehörde melden: Reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle ein und informieren Sie die zuständige Finanzaufsichtsbehörde. In Deutschland sind dies die BaFin oder die Landesfinanzaufsicht.
  5. Recovery-Scammer ignorieren: Lehnen Sie alle Angebote ab, die behaupten, Ihr Geld zurückzuholen, und fordern Vorauszahlungen. Seriöse Fachleute werden Ihnen keine Zahlung vorschreiben, bevor sie eine gründliche Prüfung durchgeführt haben.
  6. Sicherheitscheck durchführen: Prüfen Sie Ihr Gerät auf Malware, die möglicherweise mit der Plattform verknüpft ist. Führen Sie einen vollständigen Virenscan durch und ändern Sie alle Passwörter, die Sie auf trade24sevenclient.net verwendet haben.
  7. Informationen teilen: Melden Sie die Plattform auf öffentlichen Foren, in Social-Media-Gruppen und bei Online-Broker-Bewertungsseiten, um andere potenzielle Opfer zu warnen.
  8. Rechtliche Beratung suchen: Konsultieren Sie einen Anwalt mit Erfahrung im Finanzbetrug. Er kann Ihnen helfen, die bestmögliche Vorgehensweise zu planen und die Chancen auf Rückgewinnung Ihres Geldes einzuschätzen.

Abschluss

Delcamp Global Markets Inc und die Domain trade24sevenclient.net sind klare Anzeichen für einen ausgeklügelten Betrug. Die Kombination aus fehlender Regulierung, gefälschten Gewinnen, erzwungenen Gebühren und einer aggressiven Erhöhung der Einzahlungen ist typisch für solche Betrugsnetzwerke. Wenn Sie bereits Opfer geworden sind oder vermuten, dass Sie noch ein Konto bei dieser Plattform besitzen, handeln Sie sofort und sichern Sie sich rechtlichen Beistand. Nur so können Sie Ihre Chancen erhöhen, zumindest einen Teil Ihres Geldes zurückzubekommen und weitere Opfer zu verhindern.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei trade24sevenclient.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei trade24sevenclient.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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