Trade Mania Horizon (trademaniahorizon.org) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Trade Mania Horizon (trademaniahorizon.org) ist ein betrügerisches Investmentportal. Es lockt Anleger mit überhöhten Renditen, verspricht Krypto- und Copy-Trading-Services, ohne jegliche regulatorische Zulassung.

Screenshot der Webseite Trademaniahorizon (trademaniahorizon.org)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite trademaniahorizon.org

Warum trademaniahorizon.org unseriös ist

Die Plattform weist mehrere klare Inkonsistenzen auf. Erstens fehlt jede Form von regulatorischer Zulassung: weder eine Handelsregisternummer noch ein Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde. Für ein Investmentportal, das Krypto-Investitionen und Copy-Trading anbietet, ist das ein absolutes Grundproblem. Zweitens wird auf der Website ein „10 %: 25 % nach 7 bis 30 Tagen“ Versprechen gemacht. Solche garantierten Renditen sind in der Finanzwelt illegal und werden von seriösen Brokern niemals angeboten. Drittens akzeptiert die Plattform ausschließlich Kryptowährungen als Einzahlungsmittel. Ohne eine regulierte Bankverbindung oder eine lizensierte Broker-Verbindung ist es unmöglich, echte Orders an Börsen zu stellen. Schließlich werden auf der Seite Testimonials von Personen wie Michael Holz, Paula Sandra und Antonio Moreno gezeigt, ohne dass deren Identität verifiziert ist. Die Kombination aus fehlender Lizenz, unrealistischen Renditen und gefälschten Testimonials ist ein klares Zeichen für Betrug.

Angegebene Adresse von Trade Mania Horizon

Trade Mania Horizon gibt die Adresse „100 W Regent St, Glasgow G2 2QD, United Kingdom“ an. In öffentlichen Handelsregistern taucht das Unternehmen unter dieser Adresse jedoch nicht auf. Die Angabe lässt vermuten, dass die Adresse lediglich als Pseudonym dient, um Vertrauen zu erwecken.

Unter der angegebenen Anschrift im Vereinigten Königreich ist tatsächlich ein Hotel ("Ibis Glasgow City Centre") verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.

Auffällig ist insbesondere ein deutlicher Bruch in der Infrastruktur. Der Hosting-Anbieter ist in Zypern registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen im Vereinigten Königreich. Diese Konstellation ist klassisch für Operationen, die in einem Land ihren Ruf aufbauen und in einem anderen ihre technischen Spuren verwischen.

Adresse
Vereinigtes Königreich
Server-Standort
unbekannt
Hosting-Land
Zypern

Wie der Betrug bei trademaniahorizon.org abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Der erste Kontakt erfolgt meist über Social-Media-Werbung oder Krypto-Foren. Trade Mania Horizon nutzt gezielt Instagram-Ads mit auffälligen Grafiken, die schnelle Gewinne versprechen. Oft wird ein angeblicher „Investmentberater“ vorgestellt, der das „10-malige Bonus-Programm“ bewirbt. Das Mindestdepot beträgt 1 000 Euro, aber die Plattform lockt mit einer sehr niedrigen ersten Einzahlung in Form von Bitcoin oder Ethereum, um die Hemmschwelle zu senken. Sobald der Nutzer seine ersten Coins eingezahlt hat, erhält er Zugang zu einer Web-App, die sofort scheinbar hohe Gewinne anzeigt.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Oberfläche von Trade Mania Horizon (trademaniahorizon.org) sofort „Gewinne“ an, die innerhalb von 7 bis 30 Tagen steigen. Diese Zahlen entstehen aus einer Software, die das Konto simuliert. Es werden keine echten Orders an eine Börse platziert, sondern lediglich in der Web-App ein fiktiver Kontostand angezeigt. Der Nutzer sieht einen Kontostand von 10 000 Euro, obwohl er nur 1 000 Euro eingezahlt hat. Das Ziel ist, Vertrauen zu schaffen und die Illusion von Profitabilität zu erzeugen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

In der nächsten Phase baut ein angeblicher „Account-Manager“ eine Beziehung auf. Er verspricht VIP-Zugang, Hebel-Boni von 1:500 und exklusive „Insider-Tipps“. Durch Zeitlimits („Nur heute“) und die Darstellung von fiktiven Mit-Anleger-Geschichten wird der Anleger unter Druck gesetzt. Oft werden weitere Einzahlungen von 5 000 bis 50 000 Euro gefordert, um von den angeblich garantierten Renditen zu profitieren. Einige Opfer geben sogar bis zu 500 000 Euro, weil sie glauben, ein lukratives Geschäft zu haben.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger nun seine Gewinne auszahlen will, kommt die eigentliche Gebühren-Masche. Die Plattform verlangt folgende fiktive Gebühren:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Das Ergebnis: Der Anleger verliert zusätzlich zu seinen ursprünglichen Einlagen das Geld, das er für die „Gebühren“ bezahlt hat, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten treten häufig „Anwälte“ oder „Krypto-Forensiker“ auf. Sie bieten an, das Geld zurückzuholen, fordern jedoch Vorauszahlungen für „Rechtsgebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Forderungen sind völlig unbegründet. In der Regel sind die Personen, die sich als Helfer ausgeben, Teil des gleichen Netzwerks, das den Betrug durchführt. Sie sammeln weitere Daten und verkaufen sie an Dritte. Seriöse Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko, das gesamte Geld zu verlieren.
  2. Beweise sichern: Bewahren Sie Screenshots, E-Mails und Transaktionsnachweise auf. Diese Unterlagen sind wichtig für spätere Ermittlungen.
  3. Bank oder Krypto-Börse kontaktieren: Informieren Sie Ihre Bank und Ihre Krypto-Börse über verdächtige Transaktionen. Sie können das Guthaben möglicherweise blockieren.
  4. Strafanzeige erstatten: Wenden Sie sich an Ihre örtliche Polizeidienststelle oder an die Finanzaufsichtsbehörde. Ihre Erfahrung als Ermittler zeigt, dass frühzeitige Meldung die Erfolgschancen erhöht.
  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Verdächtige Angebote, die behaupten, das Geld zurückzuholen, sind meist weitere Betrugsversuche. Vertrauen Sie nicht auf unbestätigte Hilfe.

Schluss

Trade Mania Horizon (trademaniahorizon.org) ist ein klassischer Online-Broker-Betrug, der auf gefälschte Renditen, fehlende Regulierungsnachweise und manipulierte Gewinne setzt. Wenn Sie bereits mit Trade Mania Horizon in Kontakt getreten sind, handeln Sie jetzt, um weiteren Schaden zu verhindern.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei trademaniahorizon.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei trademaniahorizon.org
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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