Warnung vor Taurex Limited (tradetaurexltd.com): Erfahrungsbericht und Auszahlungsprobleme

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Taurex Limited, erreichbar unter tradetaurexltd.com, ist kein regulierter Broker: es handelt sich um ein betrügerisches System, das Anleger mit falschen Versprechen lockt und sie dann in eine Gebührenfalle führt.

Screenshot der Webseite Tradetaurexltd (tradetaurexltd.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite tradetaurexltd.com

Warum tradetaurexltd.com unseriös ist

Die erste Anzeichen für die unseriöse Natur von tradetaurexltd.com zeigen sich bereits in der fehlenden Transparenz. Auf der Website findet sich keine Handelsregisternummer, keine Angabe einer Aufsichtsbehörde und keine Lizenznummer: typische Pflichtangaben für regulierte Broker. Stattdessen werden lediglich allgemeine Dienstleistungen wie Forex-Trading, Krypto-Investment und Edelmetall-Handel aufgeführt, ohne klare regulatorische Einbindung. Die Angabe, dass die Plattform mobile Zahlungen und Banküberweisungen akzeptiert, ohne weitere Sicherheitsmechanismen, verstärkt die Zweifel. Darüber hinaus gibt es keinerlei Hinweise auf unabhängige Prüfungen, Zertifizierungen oder Kundenbewertungen. Das Fehlen dieser Signale, kombiniert mit der Tatsache, dass das Unternehmen seit 2019 aktiv ist, obwohl keine offiziellen Aufzeichnungen vorliegen, lässt darauf schließen, dass die Betreiber die regulatorische Kontrolle aktiv umschiffen.

Wie der Betrug bei tradetaurexltd.com abläuft

Schritt 1: Erstkontakt und lockendes Angebot

Oft beginnt die Masche mit einem gezielten Aufmerksamkeitsfokus auf soziale Medien. Nutzer werden über gezielte Facebook- oder Instagram-Anzeigen auf tradetaurexltd.com aufmerksam gemacht, in denen ein vermeintlich erfolgreicher Trader angeblich hohe Renditen erzielt hat. In einigen Fällen nutzen die Betrüger Telegram-Gruppen, in denen angebliche „Trading-Gurus“ ihre „geheimen“ Strategien teilen. Der erste Kontakt ist meist sehr niedrigschwellig: Ein kurzer Chat, in dem ein freundlicher „Berater“ die Plattform vorstellt und einen kostenlosen Demo-Account anbietet. Sobald das Interesse geweckt ist, wird der potenzielle Anleger dazu ermutigt, eine geringe Testeinzahlung zu tätigen: in der Regel zwischen 200 und 500 Euro: um die Funktionsweise zu demonstrieren. Diese niedrige Schwelle dient dazu, die psychologische Hemmschwelle zu senken und das Vertrauen in die Plattform zu stärken.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert die Plattform dem Anleger ein Dashboard, das scheinbar realistische Gewinnzahlen anzeigt. In der Regel wird behauptet, dass das ursprünglich investierte Kapital innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen in mehrere Hundert Euro an Wert gewonnen hat. Diese Zahlen entstehen jedoch nicht durch echte Handelsaktivitäten auf regulierten Börsen, sondern durch Software, die zufällige Gewinne simuliert. Es gibt keinerlei Nachweis über echte Orderausführungen, keine Handelsberichte oder keine Verbindung zu einem registrierten Broker. Stattdessen wird dem Anleger ein virtueller Gewinn von bis zu 800 Euro aus 250 Euro präsentiert, um das Vertrauen weiter zu festigen und die Illusion von Erfolg zu erzeugen.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Mit dem aufgebauten Vertrauen wird der Anleger nun dazu bewegt, größere Beträge einzuzahlen. Der angebliche „Account-Manager“ erklärt, dass ein „VIP-Konto“ mit Hebelboni bis zu 1:500 und garantiertem Profit möglich sei. Die Plattform nutzt häufig psychologische Taktiken wie Zeitlimits („nur heute“) oder künstliche Verknappung („nur die nächsten 10 Plätze verfügbar“), um den Druck zu erhöhen. Außerdem werden gefälschte Erfolgsgeschichten von „anderen Anlegern“ geteilt, die angeblich große Summen zurückgeholt haben. In dieser Phase kann der Betrugswert schnell von einigen Tausend Euro bis zu mehreren Hunderttausend Euro steigen, da der Betroffene glaubt, er habe ein „sicheres“ und „profitables“ System entdeckt.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn der Anleger schließlich seine Gewinne oder das ursprüngliche Kapital auszahlen lassen möchte, kommt die eigentliche Gebührenfalle zum Vorschein. Plötzlich wird ihm eine Reihe von „Transaktionsgebühren“ aufgeführt. In einer typischen Forderung finden sich folgende Punkte:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen häufig angebliche „Anwälte“, „Behörden-Mitarbeiter“ oder „Krypto-Forensiker“ auf. Sie behaupten, das Geld könne zurückgeholt werden, und verlangen Vorauszahlungen für „Rechtsgebühren“, „Übersetzungen“ oder „Serverzugriffe“. Diese „Recovery-Scams“ sind in der Regel dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben, und dienen dazu, noch mehr Geld von verärgerten Opfern zu ergaunern. Echte Anwälte und Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie bemerken, dass die Auszahlungen blockiert sind oder ungewöhnliche Gebühren verlangt werden, sollten Sie keine weiteren Transfers tätigen. Jede weitere Zahlung erhöht das Risiko eines vollständigen Verlusts.

  2. Beweise sichern. Speichern Sie alle E-Mails, Chatverläufe, Kontoauszüge und Bildschirmfotos der angeblichen Gewinne. Diese Dokumente können als Grundlage für eine Anzeige oder ein gerichtliches Verfahren dienen.

  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Krypto-Börse. Informieren Sie Ihre Bank über die verdächtigen Transaktionen. Viele Banken haben spezielle Abteilungen für Geldwäsche und können Ihnen bei der Rückverfolgung der Mittel helfen. Bei Kryptowährungen wenden Sie sich an die Krypto-Börse, über die die Einzahlungen getätigt wurden, und fordern Sie eine Rückbuchung.

  4. Erstatten Sie Strafanzeige bei der Polizei. Nutzen Sie Ihre Kontakte zu Finanzermittlungsstellen oder reichen Sie eine Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle ein. Die Ermittler haben die Befugnis, die Täter zu verfolgen und ggf. Geld zurückzufordern.

  5. Ignorieren Sie „Recovery“-Scams. Seien Sie wachsam gegenüber Personen, die Ihnen helfen wollen, Ihr Geld zurückzuholen, und gleichzeitig Vorauszahlungen verlangen. Diese Versprechen sind ein weiteres Schlupfloch der Betrüger, um zusätzliches Geld zu ergaunern.

Fazit

tradetaurexltd.com ist kein regulierter Broker, sondern ein betrügerisches System, das durch gezielte Manipulation, gefälschte Gewinne und eine ausgeklügelte Gebührenfalle Anleger ausbeutet. Nutzen Sie die oben genannten Schritte, um sich zu schützen und Ihre Rechte geltend zu machen.

Das Netzwerk hinter tradetaurexltd.com

Taurex Limited ist Teil eines Netzwerks von 16 weiteren Plattformen, die ähnliche Geschäftsmodelle und technische Hintergründe teilen. Diese Verbindung deutet darauf hin, dass die Betreiber dieselbe Infrastruktur nutzen und häufig rebrandieren, um regulatorische Kontrollen zu umgehen.

und 10 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei tradetaurexltd.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei tradetaurexltd.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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