True Earners Network (trueearnersnetwork.sbs) im Faktencheck: Ist die Plattform betrügerisch?
Sie haben bereits Geld in ein vermeintliches Trading-Angebot investiert? Dann sollten Sie sofort wissen, dass trueearnersnetwork.sbs kein seriöser Broker ist: die Plattform steckt hinter einer gut geplanten Betrugsmasche.

Achtung
Betrugsverdacht
Über Anton Haverkamp
Sie lesen einen Artikel, der von jemandem stammt, der die Gesetze kennt und die Gesetze schützt. Mein Name ist Anton Haverkamp. In meinen fünf Jahren bei der Polizei habe ich im Bereich Finanzermittlungen gearbeitet. Zuletzt war ich als Finanzermittler in einer Spezialeinheit tätig, wo ich Anlagebetrugstaten verfolgte und Gelder in der Blockchain zurückverfolgte. Insgesamt habe ich über 500 Fälle bearbeitet, die ich in der Praxis durchforstet habe. Diese Erfahrung nutzt ich, um Ihnen die Hintergründe und Gefahren von Plattformen wie trueearnersnetwork.sbs verständlich zu machen.
Warum trueearnersnetwork.sbs unseriös ist
Die ersten Anzeichen eines betrügerischen Brokers sind oft subtil, aber bei trueearnersnetwork.sbs zeigen sich mehrere klare Inkonsistenzen, die keine professionelle Plattform zulassen würde.
Zunächst fehlt ein Handelsregistereintrag oder eine Angabe einer Aufsichtsbehörde. Auf der Website ist weder eine Registrierungsnummer noch eine Lizenzangabe zu finden: das ist ein rotes Signal, weil seriöse Broker in Deutschland immer die zuständige Behörde nennen müssen.
Ein weiteres Problem ist die fehlende Kontaktdatenbank. Es gibt weder eine E-Mail noch ein Telefon, über das man den Betreiber erreichen könnte. Ohne klare Kontaktmöglichkeiten ist es unmöglich, Fragen zu klären oder Anfragen zu stellen: ein typisches Merkmal von Scam-Plattformen, die ihre Kunden isolieren.
Die Marketingaussagen verstärken das Misstrauen. Die Plattform verspricht 100 % Rendite pro Trade, ohne dass eine nachvollziehbare Quelle oder ein Risikohinweis vorliegt. Solche Garantien sind in der Finanzwelt unrealistisch und werden von seriösen Brokern niemals ohne kritische Erläuterungen angeboten.
Schließlich gibt es keine echten Testimonials. Obwohl die Seite „40+ INTERNATIONAL AWARDS“ präsentiert, gibt es keine nachprüfbaren Belege dafür. Ein echter Broker würde klare Referenzen und nachvollziehbare Erfolgsgeschichten vorweisen können.
All diese Punkte zusammen zeigen, dass trueearnersnetwork.sbs keine regulierte Handelsplattform ist, sondern ein betrügerisches Vorhaben, das Anleger ausnutzen will.
Wie der Betrug bei trueearnersnetwork.sbs abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Sie werden zunächst durch gezielte Werbung angesprochen: sei es in sozialen Medien, in Telegram-Gruppen oder in scheinbar seriösen Finanzforen. Oft präsentiert sich ein angeblicher „Anlageberater“, der Ihnen ein lockendes Einstiegskonto anbietet. Der erste Betrag ist meist niedrig, etwa 100 € oder sogar weniger, um Ihre Hemmschwelle zu senken. Die Plattform nutzt emotionale Versprechungen und vermeintliche „Erfolgsgeschichten“, um Vertrauen aufzubauen.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Sobald Sie die erste Einzahlung getätigt haben, sehen Sie auf dem Dashboard des Brokers scheinbar hohe Gewinne. Die Plattform generiert in ihrer Software fiktive Transaktionen, die zeigen, wie aus 100 € innerhalb weniger Tage 800 € werden. Dabei gibt es keine echten Orders, die an einer Börse ausgeführt werden. Stattdessen handelt es sich um reine Datenbankeinträge, die nur schön aussehen. Das Ziel ist es, Sie zu täuschen und zu glauben, Sie hätten tatsächlich profitiert.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Nach dem ersten „Gewinn“ wird Ihnen ein persönlicher Account-Manager zugewiesen. Durch regelmäßige Kontaktaufnahme, sei es per E-Mail, Chat oder Telefon, wird Ihnen ein VIP-Konto versprochen. Sie hören von Hebelboni von 1:500, garantierten Profiten und exklusiven IPO-Zugängen. Zeitlich begrenzte Angebote („Nur heute“) und scheinbare Verknappungen sollen Sie dazu bringen, schnell zu handeln. Typische Betrugsszenarien führen dazu, dass Opfer zwischen 5.000 € und 50.000 € einzahlen: manchmal sogar über 500.000 €.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Jetzt kommt der entscheidende Moment: Sie wollen Ihre Gewinne oder das eingesetzte Kapital abheben. Plötzlich tauchen mehrere „Auszahlungsgebühren“ auf.
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Sobald Sie in diese Phase einsteigen und eine „Gebühr“ zahlen, verlieren Sie zusätzlich zu Ihrem ursprünglichen Einsatz das Geld, das Sie zu erhalten glaubten, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach der ersten Zahlung und dem Verlust Ihrer Gelder kontaktieren Sie häufig angebliche Anwälte oder „Krypto-Forensiker“. Sie behaupten, Ihr Geld zurückholen zu können, fordern dafür Vorauszahlungen für „Rechtsberatung“, „Übersetzungskosten“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Gestalten sind in der Regel dieselben Täter, die die Plattform betreiben, und verkaufen Ihre Daten weiter. Seriöse Anwälte und Behörden melden sich niemals per WhatsApp oder Telegram und verlangen keine Vorauszahlung.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko, dass Sie noch mehr verlieren.
- Alle Belege sichern: Screenshots, E-Mails, Kontoauszüge und sonstige Dokumente, die Ihre Transaktionen belegen, sind entscheidend, falls Sie später rechtliche Schritte einleiten wollen.
- Kontakt mit Ihrer Bank aufnehmen: informieren Sie Ihre Bank darüber, dass Sie auf einer verdächtigen Plattform aktiv waren. Die Bank kann prüfen, ob Zahlungen zurückgehalten oder storniert werden können.
- Eine Strafanzeige erstatten: wenden Sie sich an Ihre örtliche Polizeidienststelle oder an die Finanzaufsichtsbehörde (z. B. BaFin). Ihre Erfahrung kann zur Aufklärung weiterer Betrugsfälle beitragen.
- Recovery-Scam-Versuche ignorieren: geben Sie keine Vorauszahlungen an Personen, die behaupten, Ihnen das Geld zurückzuholen. Diese Angebote sind meist weitere Betrugsszenarien.
Abschließende Worte
Sie haben jetzt ein klares Bild davon, wie trueearnersnetwork.sbs operiert und welche Gefahren auf Sie lauern. Nutzen Sie das Wissen, um sich und Ihr Vermögen zu schützen. Bleiben Sie wachsam, prüfen Sie immer die Angaben eines Brokers und zögern Sie nicht, rechtliche Hilfe in Anspruch zu nehmen, wenn Sie Opfer eines Betrugs geworden sind.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei trueearnersnetwork.sbs gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.