Warnung vor Trustsafeassurance (trustsafeassurance.org): Betrug oder Legitim?
Trustsafeassurance (trustsafeassurance.org) ist ein betrügerisches Investment-Portal. Es verspricht unrealistische Renditen von 2,5 % bis 5 % pro Tag. Es gibt keinerlei Lizenz, keine Handelsregisternummer und keine registrierte Geschäftsadresse. Die Plattform nutzt gefälschte Testimonials und gibt die Illusion von Millionen Kunden. Es handelt sich eindeutig um einen Scam.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum trustsafeassurance.org unseriös ist
Die Analyse von trustsafeassurance.org liefert mehrere eindeutige Indikatoren für Betrug. Erstens fehlt jede Form von regulatorischer Genehmigung: weder eine Handelsregisternummer noch ein Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde. Für ein seriöses Investment-Portal ist ein gültiger Lizenznachweis unerlässlich. Zweitens bietet die Seite angeblich tägliche Renditen von 2,5 % bis 5 %. Solche Gewinne sind mathematisch unmöglich und würden ein extrem hohes Risiko bei gleichzeitiger Stabilität implizieren: ein Widerspruch. Drittens listet die Plattform keine Zahlungswege auf. Ohne klaren Bank- oder Krypto-Account ist die Ein- und Auszahlung nicht nachvollziehbar. Viertens sind die Testimonials: Ron DiCicco, Diane Podmanik, Joe Tantillo: nicht verifizierbar; die Namen tauchen in keinem öffentlichen Register auf. Schließlich gibt die Seite keine Kontaktdaten an: kein E-Mail, keine Telefonnummer, keine Adresse. Dieser Mangel an Transparenz ist ein klassischer Scam-Flag.
Wie der Betrug bei trustsafeassurance.org abläuft
Schritt 1: Erste Kontaktaufnahme und Lockangebot
Das Vorgehen beginnt meist mit gezielten Werbekampagnen auf sozialen Medien. In der Regel werden potenzielle Anleger durch kurze Videos oder Bilder mit hohen Ertragsversprechen angesprochen. Das Video zeigt oft einen angeblichen „Anlageberater“ in einem schicken Büro, der die Vorteile der Plattform erklärt. Die ersten Einzahlungen werden bewusst niedrig gehalten: typischerweise 100 € oder weniger: um die Hemmschwelle zu senken. Der Anleger erhält sofort ein Dashboard, das scheinbar echte Handelsaktivität anzeigt. Die Manipulation erfolgt über ein internes Softwaresystem, das fiktive Gewinnzahlen generiert. Durch die visuelle Bestätigung wird das Vertrauen aufgebaut, ohne dass tatsächlich Handelsaufträge ausgeführt werden.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung wird dem Nutzer innerhalb weniger Tage ein Gewinn von bis zu 200 € angezeigt. Diese Zahlen stammen aus dem System, das die Kontostände nach Belieben anpasst. Es gibt keine Verbindung zu einer echten Börse oder einem regulierten Broker. Die Plattform zeigt lediglich simulierte Charts und erstellte Transaktionshistorien. Die Nutzer glauben, ihr Geld habe sich exponentiell vermehrt. Dieser Eindruck ist entscheidend, weil er die Grundlage für weitere Investitionen legt. Ohne reale Handelstransaktionen bleibt die „Profit-Anzeige“ ein reiner Trick.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Sobald ein Anleger den ersten Gewinn erlebt, beginnt die Plattform, zusätzliche Einzahlungen zu fordern. Über Wochen oder Monate hinweg wird ihm ein „VIP-Account“ versprochen, bei dem ein Hebel von 1:500 angeblich garantiert ist. Es werden exklusive „Insider-Tipps“ und der Zugang zu IPOs beworben. Der Betreiber nutzt psychologische Techniken: Zeit-beschränkte Angebote, gefälschte Erfolgsgeschichten anderer Kunden und der Druck, schnell zu handeln. Der Anleger zahlt häufig zwischen 5.000 € und 50.000 €. In seltenen Fällen werden sogar Summen von mehr als 500.000 € bewegt. Jeder Schritt erhöht die Abhängigkeit vom System und senkt die Wahrscheinlichkeit, dass der Anleger die nächsten Forderungen hinterfragt.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn der Anleger seine Gewinne oder das ursprüngliche Kapital zurückfordern möchte, tauchen plötzlich Gebühren auf. Die Plattform listet mindestens fünf fiktive Gebühren auf, die im Text als legitime Kosten dargestellt werden:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Dies ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen häufig „Anwälte“ oder „Krypto-Forensiker“ auf, die angeblich das Geld zurückholen können. Sie behaupten, über spezielle Software und Kontakte zur internationalen Polizei zu verfügen. Die Opfer werden aufgefordert, Vorauszahlungen zu leisten: für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In Wirklichkeit handelt es sich bei diesen Personen um dieselben Täter, die die ursprüngliche Plattform betrieben haben. Sie verkaufen die gesammelten Opferdaten weiter oder nutzen sie für weitere Betrugsoperationen. Seriöse Anwälte oder Behörden kontaktieren niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jeder zusätzliche Transfer erhöht die Gefahr, dass noch mehr Geld verloren geht.
- Alle Transaktionsnachweise sichern: E-Mails, Bildschirmfotos, Kontobewegungen. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie die Behörden informieren.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihr Krypto-Exchange. Informieren Sie sie über den Verdacht eines Betrugs und lassen Sie die Konten sperren.
- Reichen Sie Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle oder bei der Bundeskriminalamt-Einheit für Finanzkriminalität ein. Ihre Erfahrung kann zur Aufklärung weiterer Fälle beitragen.
- Ignorieren Sie jegliche Rückgewinnungsversuche von vermeintlichen „Spezialisten“. Seriöse Rechtsanwälte werden Sie nicht per Nachricht kontaktieren und verlangen keine Vorauszahlungen.
Fazit
Trustsafeassurance (trustsafeassurance.org) ist ein klar identifizierter Betrugsversuch. Das Fehlen von Lizenzen, die Ankündigung unrealistischer Renditen, die fehlende Transparenz bei Kontaktdaten sowie die gefälschten Testimonials sind eindeutige Warnsignale. Die typische Vorgehensweise des Scams ist in fünf klaren Schritten erkennbar: von der anfänglichen Lock-Anreizung bis zum finalen Auszahlungs- und Recovery-Scam. Betroffene sollten sofort handeln, alle Beweise sichern und die Strafverfolgungsbehörden einschalten. Nur so kann das Netz der Täter erschüttert und weitere Opfer geschützt werden.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei trustsafeassurance.org gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.