Velonario (velonarioia.com): Faktencheck zu einer vermeintlichen Handelsplattform
Velonario, präsentiert sich als „Trading-Plattform“, nutzt jedoch keine regulatorische Zulassung und bietet unrealistische Renditen. Die Plattform ist betrügerisch und verschleiert die Herkunft der Mittel.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum velonarioia.com unseriös ist
Die Datenlage zu Velonario ist von gravierenden Mängeln geprägt. Erstens fehlt jegliche Angabe einer Handelsregisternummer oder einer Lizenzbehörde; die Website präsentiert keine Aufsichtsbehörde, die die Geschäftstätigkeit genehmigt hätte. Für eine regulierte Trading-Plattform ist das Vorhandensein einer gültigen Zulassung zwingend erforderlich. Zweitens werden unrealistische Renditen von „oltre 975 € al giorno“ versprochen: ein Versprechen, das keine nachvollziehbare Basis hat und im Rahmen der Finanzregulierung als unzulässige Werbeaussage gilt. Drittens nutzt Velonario ausschließlich die Telefonzentrale +39 ohne weitere Kontaktmöglichkeiten, was die Nachverfolgung von Nutzeranfragen erschwert. Viertens fehlen sämtliche Angaben zu Zahlungsmethoden, obwohl die Plattform behauptet, Krypto- und Forex-Handel anzubieten; ein Hinweis darauf, dass die angeblichen Transaktionen lediglich simuliert werden. Schließlich werden 11 Testimonial-Namen ohne Verifizierung oder Beweis der Identität präsentiert. Diese Kombination von fehlenden Regulierungsnachweisen, unrealistischen Versprechen und fehlender Transparenz macht die Plattform eindeutig unseriös.
Wie der Betrug bei velonarioia.com abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot bei velonarioia.com
Der Einstieg erfolgt häufig über gezielte Social-Media-Werbung, die auf Instagram, Facebook oder TikTok geschaltet wird. Die Anzeigen nutzen gefälschte Prominente: darunter Namen wie CARLO CALENDA oder LORENZO FERRARI: und versprechen sofortige Gewinne. Ein potenzieller Anleger erhält einen Link zu einer Landing-Page, auf der die Plattform ein Lockangebot präsentiert: eine niedrige Einstiegsumme (typischerweise 250 €), die angeblich in kurzer Zeit vervielfacht wird. Die Kommunikation erfolgt meistens über einen „Anlageberater“, der per Videoanruf oder Chat auftritt. Durch die Verwendung von emotionalen Drängen („Nur heute“, „Limitierte Chance“) wird der Entscheidungsdruck erhöht, sodass der Anleger schnell eine Einzahlung tätigt, ohne die Legitimität der Plattform zu prüfen.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne bei velonarioia.com
Nach der ersten Einzahlung öffnet sich dem Anleger ein Dashboard, das beeindruckende Gewinnzahlen anzeigt. Die Plattform simuliert Trades in Echtzeit: Aus 250 € werden in wenigen Tagen 800 € angezeigt. Diese Zahlen stammen ausschließlich aus dem internen System der Plattform; es gibt keine echten Orderausführungen an einer Börse. Der Nutzer glaubt, dass sein Geld in ein echtes Forex- oder Kryptomarkt-Trading investiert wurde. Die Darstellung von „realen“ Kursbewegungen dient ausschließlich dem Aufbau von Vertrauen und der Bestätigung, dass das Angebot funktioniert.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen bei velonarioia.com
Nachdem der Anleger ein erstes „Erfolgsgefühl“ gewonnen hat, beginnt die Plattform, weitere Einzahlungen zu fordern. Der angebliche „Account-Manager“ argumentiert mit VIP-Konten, Hebelboni von 1:500, garantierten Profiten oder exklusiven IPO-Zugängen. Diese Versprechen werden mit künstlicher Verknappung untermauert: „Nur noch 10 Plätze für die VIP-Stufe“, „Nur heute verfügbar“. Der Anleger wird dazu gebracht, weitere Summen: häufig zwischen 5.000 und 50.000 €: einzuzahlen. Das Ziel ist es, die Kundengelder zu akkumulieren, bevor die Plattform in die nächste Phase übergeht.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren bei velonarioia.com
Sobald der Anleger sein Geld abheben möchte, wird ihm sofort ein komplexes Gebührenmodell vorgelegt. Typische Fake-Gebühren, die die Plattform verlangt, sind:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung ans Finanzamt
- Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
- Anti-Geldwäsche-Hinterlegung
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge bei velonarioia.com
Nach den ersten Verlusten tauchen häufig weitere „Experten“ auf. Dazu zählen angebliche Anwälte, die ein Vergleichsverfahren versprechen, Behördenmitarbeiter, die als Vertreter einer ausländischen Polizeibehörde auftreten, oder sogenannte Krypto-Forensiker, die behaupten, die verlorenen Mittel wiederherstellen zu können. Diese Personen fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Hinter diesen Versprechen steckt meist dasselbe betrügerische Netzwerk, das die Opferdaten weiterverkauft und erneut ausnutzt. Echte Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede weitere Einzahlung erhöht das Risiko, mehr Geld zu verlieren.
- Bewahren Sie sämtliche Kommunikation (E-Mails, Chats, Videoaufzeichnungen) auf. Diese können später als Beweismaterial dienen.
- Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihre Kryptowährungsbörse, um die Konten zu sperren und eine Rückbuchung zu veranlassen.
- Reichen Sie eine Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle ein. Teilen Sie dabei alle gesammelten Beweise mit.
- Ignorieren Sie alle „Recovery-Scammer“, die sich per Nachrichtendienst melden. Seriöse Fachleute bieten keine Vorauszahlungen an und kontaktieren Sie nicht spontan.
Fazit
Velonario (velonarioia.com) ist keine regulierte Trading-Plattform. Die fehlende Lizenz, unrealistische Renditen und der Mangel an Transparenz machen den Betrieb zweifelhaft. Das Netzwerk von 87 Plattformen deutet auf ein gemeinsames betrügerisches System hin. Betroffene sollten sofort handeln, ihre Mittel schützen und die Behörden informieren, um weitere Opfer zu verhindern.
Das Netzwerk hinter velonarioia.com
Velonario ist Teil eines Netzwerks von 87 weiteren Plattformen. Diese Verknüpfung weist auf ein gemeinsames Management oder geteilte Infrastrukturen hin und erhöht das Risiko, dass bei einem Ausfall mehrere Nutzer gleichzeitig betroffen sind.

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Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei velonarioia.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.