Ist vornethpro.at (vornethpro.at) seriös oder Betrug?

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·5 Min. Lesezeit·
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vornethpro.at präsentiert sich als moderne Handelsplattform, doch sämtliche Prüfungen offenbaren ein klares Bild: die Seite ist betrügerisch. Sie nutzt die Anonymität des Internets, um ahnungslose Anleger zu täuschen.

Screenshot der Webseite Vornethpro (vornethpro.at)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite vornethpro.at

Warum vornethpro.at unseriös ist

Die ersten Anzeichen für Unregelmäßigkeiten lassen sich bereits beim ersten Blick auf die öffentlichen Angaben feststellen. Für vornethpro.at existieren keine Registrierungsnummer, kein Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde, keine angaben zur Firmengründung und kein Nachweis einer Lizenz. Das Fehlen einer Handelsregisternummer bedeutet, dass die Plattform nicht im offiziellen Handelsregister eingetragen ist: ein absolutes Muss für jeden seriösen Broker.

Des Weiteren sind sämtliche Kontaktdaten: weder E-Mail noch Telefonnummer: auf der Seite nicht vorhanden. Dies verhindert, dass Nutzer bei Problemen direkt mit einer Vertrauensperson kommunizieren können. In einer Welt, in der Kundensupport und Transparenz entscheidend sind, ist das Fehlen dieser Grundlagen ein starkes Warnsignal.

Die angebotenen Dienstleistungen sind nicht definiert. Unter Services offerts sind keine konkreten Finanzprodukte gelistet, weder klassische Wertpapierhandel-Optionen noch Krypto-Trading. Das Fehlen einer klaren Dienstleistungsbeschreibung lässt vermuten, dass die Plattform keine echten Handelsmöglichkeiten bietet, sondern lediglich ein Interface simuliert.

Zudem gibt es keinerlei Vertrauenssignale. Die Website enthält keine Kundenbewertungen, keine Zertifikate, keine Auszeichnungen und auch keinen Link zu Trustpilot. In der heutigen Zeit, in der Online-Reputation das Rückgrat eines Finanzdienstleisters bildet, ist das Fehlen solcher Elemente ein weiteres Indiz für Betrug.

Die gesammelten Hinweise zeigen ein einheitliches Bild: vornethpro.at erfüllt die grundlegendsten Kriterien eines legitimen Brokers nicht. Das Zusammenspiel von fehlenden rechtlichen Nachweisen, mangelnder Kontaktinformation und unklaren Dienstleistungen ist ein klassisches Muster, das in der Finanzkriminalität immer wieder auftritt.

Wie der Betrug bei vornethpro.at abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt und Lockangebot

Anfänger werden häufig über soziale Medien auf die Plattform aufmerksam. Auf Plattformen wie Facebook, Instagram oder TikTok finden sich oft Werbung, die vermeintlich schnelle Renditen verspricht. Diese Anzeigen nutzen oft gefälschte Testimonials, die angeblich von „Erfolgreichen Tradern“ stammen. Die erste Einzahlungsaufforderung ist dabei bewusst niedrig gehalten, typischerweise 250 €: ein Betrag, der psychologisch als ungefährlich empfunden wird. Sobald der erste Betrag eingezahlt ist, wird dem Nutzer das Gefühl vermittelt, einen ersten Gewinn erzielt zu haben. Diese Manipulation nutzt die menschliche Tendenz, aus kleinen Erfolgen ein größeres Vertrauen abzuleiten.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Plattform dem Nutzer scheinbar hohe Gewinnzahlen. Die Zahlen werden in Echtzeit auf dem Dashboard angezeigt, obwohl keine echten Markttransaktionen stattfinden. Das System generiert lediglich simulierte Ergebnisse, die den Anschein erwecken, dass der Nutzer erfolgreich gehandelt hat. Dieses Vorgehen baut Vertrauen auf, indem es dem Anleger vorgaukelt, er habe die Kontrolle über den Markt und könne von jeder Bewegung profitieren. Die Darstellung dieser Gewinne erfolgt oft in klaren, farblich hervorgehobenen Grafiken, die den Eindruck einer echten Handelsplattform verstärken.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein „Account-Manager“ oder ein angeblicher „Berater“ tritt in den Kontakt und baut über Wochen eine Beziehung auf. Durch die scheinbare Performance der Plattform wird dem Nutzer das Versprechen von VIP-Konten, Hebelboni von bis zu 1:500 und garantierten Profiten gemacht. Diese Versprechen werden durch künstliche Zeitlimits verstärkt: z. B. „Nur noch heute: verpassen Sie nicht die Chance“. Gleichzeitig werden gefälschte Erfolgsgeschichten von anderen „Investoren“ gezeigt, was den Druck erhöht, mehr Geld einzuzahlen. In vielen Fällen werden Betrugszahlen zwischen 5 000 und 50 000 € verlangt, um den „Sieg“ zu sichern.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Der entscheidende Moment kommt, wenn der Nutzer seine Gewinne auszahlen lassen möchte. Plötzlich werden diverse Gebühren eingefordert. In der Praxis sehen Sie folgende Liste von „Kosten“:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Diese Gebühren sind die letzte Melkphase des Scams: Sobald der Nutzer die angeblichen Gebühren bezahlt, wird die Auszahlung blockiert und die Plattform verschwindet. Das Geld bleibt im System gefangen, die Konten werden gesperrt und die Nutzer können keine weiteren Schritte unternehmen.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust der „Auszahlung“ treten häufig Dritte auf den Plan. Anwaltskanzleien, Behördenschüler oder „Krypto-Forensiker“ bieten an, das Geld zurückzuholen. Sie fordern Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Angebote sind in der Regel ein weiteres Schlupfloch derselben Tätergruppe. Die gefälschten Experten verkaufen die Kundendaten weiter oder nutzen sie für andere Betrugsoperationen. Seriöse Anwälte und Behörden werden niemals per WhatsApp oder Telegram unaufgefordert kontaktiert, daher sollten solche Angebote sofort abgelehnt werden.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  • Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jeder weitere Beitrag erhöht die Gefahr, mehr Geld zu verlieren.
  • Alle Belege sichern: Kontoauszüge, E-Mails, Chat-Logs. Diese Dokumente sind entscheidend, wenn Sie später Strafanzeige erstatten oder rechtliche Schritte einleiten.
  • Kontaktieren Sie Ihre Bank oder den Krypto-Exchange, um den Status der Transaktionen zu überprüfen und ggf. Sperrungen vorzunehmen.
  • Reichen Sie Strafanzeige bei der örtlichen Polizeidienststelle ein. Nutzen Sie die Erfahrung von Ermittlern, um die Betrugsmasche zu dokumentieren.
  • Ignorieren Sie alle „Recovery-Scam“-Angebote. Seriöse Anwälte werden nicht ohne Vorlauf per Messenger kontaktiert.

Fazit

Die Plattform vornethpro.at ist ein klassisches Beispiel für moderne Finanzbetrugsmaschen. Fehlen von rechtlichen Nachweisen, fehlende Kontaktdaten, keine klaren Dienstleistungen und das Fehlen von Vertrauenssignalen sind die entscheidenden Indikatoren. Der Ablauf des Betrugs ist systematisch und lässt keine Zweifel: Er beginnt mit einem lockenden ersten Angebot, baut durch gefälschte Gewinne Vertrauen auf, fordert dann weitere Einzahlungen, verlangt nach dem Wunsch nach Auszahlung kostenpflichtige Gebühren und endet mit dem Versprechen, das Geld wiederzugeben: das ist jedoch ein rein erfundenes Versprechen. Seien Sie wachsam, handeln Sie sofort und schützen Sie sich vor diesen Betrugsmechanismen.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei vornethpro.at gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei vornethpro.at
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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