wealth-wavefinance.com: Auf der Schwarzen Liste

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Bei wealth-wavefinance.com erwartet Sie nach unserer Einschätzung kein seriöses Trading, sondern ein ausgeklügeltes System. Wealth Wavefinance nutzt offenbar psychologische Tricks, um Anleger zu immer neuen Einzahlungen zu drängen.

Screenshot der Webseite Wealth Wavefinance (wealth-wavefinance.com)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite wealth-wavefinance.com

Warum wealth-wavefinance.com unseriös ist

Die Analyse von wealth-wavefinance.com offenbart mehrere schwerwiegende Inkonsistenzen:

  1. Fehlende Registrierung und Lizenz: Auf der Website gibt es weder eine Handelsregisternummer noch einen Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde. Ein seriöser Finanzdienstleister muss diese Angaben offenlegen, um die Rechtmäßigkeit seiner Geschäftstätigkeit zu belegen.

  2. Unklare Unternehmensdaten: Das Gründungsjahr fehlt, ebenso wie eine klare Unternehmensform. Der angegebene Typ „investment_platform“ ist allgemein, liefert aber keine konkreten rechtlichen Rahmenbedingungen.

  3. Sprachliche Unstimmigkeiten: Die Plattform ist ausschließlich auf Portugiesisch (pt) ausgerichtet, während die Kontaktangaben und die Adresse auf Englisch bzw. Deutsch verfasst sind. Diese Mischung ohne klare Zielgruppe deutet auf eine generische, nicht länderspezifische Ausrichtung hin.

  4. Unrealistische Versprechen: Trotz fehlender Garantien oder Erfolgsquoten wird auf der Seite ein „unrealistischer Speed“ im Handel betont. Dies ist ein klassisches Symptom, wenn ein Unternehmen schnelle Gewinne ohne substanzielle Basis verspricht.

  5. Unverifizierbare Testimonials: Die Namen Tom Haris, Harry Jackson, Chris Haris, Jim Morison und Alex Cruis werden als Erfahrungsberichte präsentiert. Es gibt jedoch keine öffentlichen Quellen, die diese Personen oder ihre angeblichen Erfolge bestätigen. Solche Namen wirken wie generische Pseudonyme.

  6. Unangemessene Zahlungsmethoden: Die Akzeptanz von Kreditkarte und Überweisung ist für einen angeblich regulierten Broker ungewöhnlich, insbesondere ohne weitere Sicherheitsprotokolle. Seriöse Broker nutzen oftmals verschlüsselte, geprüfte Zahlungswege und verlangen zusätzliche Verifizierungen.

Diese Punkte zusammengenommen zeigen, dass wealth-wavefinance.com keine verlässliche Grundlage für legitime Finanzgeschäfte bietet.

Wie der Betrug bei wealth-wavefinance.com abläuft

Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot

Die meisten Opfer werden zunächst über gezielte Werbekampagnen auf Social-Media-Plattformen wie Instagram und TikTok angesprochen. Die Anzeigen zeigen scheinbar glückliche Kunden, die angeblich mit wenigen Einzahlungen hohe Gewinne erzielt haben. Oft wird ein kurzer, persönlicher Chat mit einem sogenannten „Anlageberater“ angeboten, der das Konto sofort eröffnet. Die erste Einzahlung ist bewusst niedrig, meist rund 250 €: ein Betrag, der leicht akzeptiert wird, ohne dass das Opfer die Möglichkeit hat, die Plattform umfassend zu prüfen.

Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung zeigt die Web-App von Wealthwave Bank beeindruckende Gewinnzahlen. Die Plattform generiert künstlich hohe Renditen, indem sie fiktive Transaktionen simuliert. Dabei werden keine echten Orderbuchdaten aus einer regulierten Börse genutzt. Das Ergebnis ist ein Bild, das Vertrauen schafft, während die eigentliche Handelsaktivität komplett fehlt.

Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen

Der angebliche „Account-Manager“ nutzt psychologisches Druckmittel, um zusätzliche Mittel einzuholen. Er verspricht exklusive Bonussysteme, Hebel von 1:500 und angeblich garantierte Profite. Mit Zeitlimits („nur heute“) und gefälschten Mit-Anleger-Storys wird die Angst vor dem Verpassen einer Chance erzeugt. Die Betrüger fordern oft weitere Einzahlungen zwischen 5.000 € und 50.000 €. Manche Opfer geben sogar mehr als 500.000 €.

Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Anleger sein Geld oder die angeblich erzielten Gewinne auszahlen möchte, werden sofort mehrere Gebühren verlangt. Diese beinhalten:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen „Transaktionsrisiko“
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten treten häufig Dritte in Erscheinung: angebliche Anwälte, Behörden-Mitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“, die eine Wiederherstellung der Gelder versprechen. Sie verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. Diese Versprechen sind jedoch reine Ablenkung: Sie stecken in der Regel dieselben Täter, die die Daten der Opfer weiterverkaufen. Seriöse Anwälte oder Behörden kontaktieren Sie niemals unaufgefordert via WhatsApp oder Telegram.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Sie das Geld verlieren. Schalten Sie Ihre Konten sofort aus, wenn Sie noch aktive Verbindungen zu Wealthwave Bank haben.

  2. Beweise sichern: Speichern Sie sämtliche E-Mails, Chats, Screenshots und Transaktionsnachweise. Diese Dokumente sind wichtig für mögliche strafrechtliche Ermittlungen und für Ihre eigenen Unterlagen.

  3. Bank und Krypto-Börsen kontaktieren: Informieren Sie Ihre Bank über verdächtige Überweisungen. Bitten Sie um Sperrung von Konten, die von Wealthwave Bank genutzt wurden. Bei Krypto-Börsen melden Sie die Wallet-Adressen, die von der Plattform genannt wurden.

  4. Strafanzeige erstatten: Reichen Sie eine Strafanzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle ein. Nutzen Sie Ihre Erfahrung mit Anton Haverkamp, um die Beweislage klar darzulegen. Ihre Anzeige kann die Ermittlungen beschleunigen und die Täter in die Enge treiben.

  5. Recovery-Scam-Versuche ignorieren: Jeder Versuch, Ihr Geld zurückzubekommen, ist ein weiterer Betrug. Vermeiden Sie den Kontakt zu vermeintlichen „Anwälten“ oder „Polizei­vertretern“, die über private Kanäle auf Sie zukommen. Melden Sie solche Kontaktversuche den zuständigen Behörden.

Abschließende Bemerkungen

Wealthwave Bank (wealth-wavefinance.com) ist ein klarer Fall von betrügerischem Finanzservice. Die Kombination aus fehlenden regulatorischen Angaben, unrealistischen Versprechen, manipulativen Marketing­methoden und einem umfassenden Netzwerk von ähnlichen Plattformen macht die Plattform für jedermann erkennbar. Wenn Sie bereits Opfer geworden sind, handeln Sie jetzt, um weitere Verluste zu verhindern.

Verdächtige Verbindungen: Seiten mit Gemeinsamkeiten zu Wealth Wavefinance

Unsere Auswertung zeigt, dass Wealth Wavefinance technische und strukturelle Verbindungen zu weiteren Seiten aufweist. Alle Seiten sind ähnlich aufgebaut und werden offenbar von denselben Verantwortlichen betrieben:

und 73 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei wealth-wavefinance.com gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei wealth-wavefinance.com
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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