Warnung vor xyrelon.net: Erfahrungen zur Auszahlung

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·3 Min. Lesezeit·
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xyrelon.net ist keine seriöse Plattform. Das Unternehmen nutzt unzulässige Methoden, um Anleger zu täuschen und Geld zu ergaunern.

Screenshot der Webseite Xyrelon (xyrelon.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite xyrelon.net

Anton Haverkamp

Mein Name ist Anton Haverkamp. Ich war fünf Jahre bei der Polizei tätig, zuletzt als Finanzermittler in einer Spezialeinheit. Während dieser Zeit habe ich über 500 Fälle von Anlagebetrug bearbeitet. Ich verfolgte insbesondere Fälle, in denen Geld in der Blockchain verschleiert wurde. Diese Erfahrung bildet die Basis für die Analyse von xyrelon.net.

Warum xyrelon.net unseriös ist

xyrelon.net weist mehrere sofort erkennbare Mängel auf. Erstens gibt die Plattform keine Handelsregisternummer an. Ohne diese Nummer lässt sich die rechtliche Existenz des Unternehmens nicht nachweisen. Zweitens fehlt jegliche Angabe zu einer Aufsichtsbehörde. Seriöse Broker müssen sich einer regulatorischen Stelle unterwerfen; xyrelon.net tut dies nicht. Drittens werden sämtliche Kontaktinformationen: E-Mail, Telefon, Adresse: nicht veröffentlicht. Ein Unternehmen, das Gelder entgegennimmt, muss zumindest eine erreichbare Kontaktmöglichkeit bieten. Viertens listet die Seite keinerlei Dienstleistungen auf, weder im Bereich des Tradings noch im Krypto-Handel. Stattdessen bleibt die Angebotsbeschreibung leer, was darauf hinweist, dass keine konkreten Produkte angeboten werden. Diese vier Punkte allein deuten stark darauf hin, dass xyrelon.net keine legitime Handelsplattform ist.

Wie der Betrug bei xyrelon.net abläuft

1. Erster Kontakt + Lockangebot

Die ersten Berichte über xyrelon.net stammen von Social-Media-Kampagnen. Die Plattform nutzt gezielte Anzeigen auf Facebook und TikTok, in denen angebliche „Erfolgsstorys“ präsentiert werden. Oft werden gefälschte Testimonials von vermeintlichen Influencern verwendet. In vielen Fällen erfolgt der Kontakt zunächst über Messaging-Apps. Dort werden potenzielle Anleger mit einem lockenden Angebot angesprochen: „Eröffnen Sie ein Konto und erhalten Sie einen kostenlosen Starter-Bonus“. Der Bonus ist in der Regel ein kleiner Betrag, etwa 250 Euro, der die Hemmschwelle senkt und Vertrauen schafft.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung präsentiert xyrelon.net dem Nutzer einen Bildschirm, der schnelle, hohe Renditen verspricht. Diese Gewinne sind jedoch rein simuliert. Die Plattform führt keine echten Handelsaufträge aus. Stattdessen werden in der Web-App fiktive Buchgewinne angezeigt, die keine Basis auf Marktbewegungen haben. Der Zweck ist klar: Vertrauen aufbauen und den Anleger dazu bringen, weitere Mittel einzuzahlen.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Ein sogenannter „Account-Manager“ übernimmt die Kommunikation. Über Wochen oder Monate baut er eine Beziehung auf und bietet vermeintlich exklusive Vorteile an: hohe Hebel, garantierte Profite, Zugang zu privaten IPOs. Die Taktik nutzt Zeitdruck und soziale Beweise. Die Plattform behauptet, dass die Angebote nur für kurze Zeit verfügbar seien. Dadurch wird der Anleger motiviert, größere Beträge einzuzahlen: häufig im Bereich von mehreren Tausend Euro bis zu Hunderttausend Euro.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Wenn ein Anleger versucht, seine Gewinne abzuheben, wird plötzlich die Forderung nach mehreren Gebühren erhoben. Diese Gebührenliste enthält:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr
  • Anti-Geldwäsche-Hinterlegung

Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine „Gebühr“ zahlt, verliert zusätzliches Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach den ersten Verlusten tauchen oft weitere Personen auf. Sie sind angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“. Diese Versprechen, das Geld zurückzuholen, sind reine Täuschung. Sie verlangen Vorauszahlungen für „Gebühren“, „Übersetzungen“ oder „Server-Zugriffe“. In Wirklichkeit handeln sie im Namen der ursprünglichen Betrüger und verkaufen die Daten an andere.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten: Jede weitere Einzahlung erhöht die Verluste.
  2. Beweise sichern: Screenshots von Konto-Transaktionen, E-Mails und Nachrichten sollten gespeichert werden.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank: Informieren Sie die Bank über die verdächtigen Transaktionen und bitten Sie um Rückbuchung.
  4. Melden Sie den Vorfall: Reichen Sie eine Strafanzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle ein und geben Sie alle gesammelten Beweise an.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scams: Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich nicht unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram.
  6. Informieren Sie sich: Nutzen Sie seriöse Quellen, um weitere Betrugsversuche zu erkennen und zu verhindern.

Sobald Sie diese Schritte befolgen, erhöhen Sie Ihre Chancen, den Verlust zu minimieren und rechtliche Unterstützung zu erhalten. Bleiben Sie wachsam und teilen Sie Ihre Erfahrungen, um andere zu warnen.

Zögern Sie nicht, sich bei weiteren Fragen an professionelle Ermittlungsstellen zu wenden. Ihre Sicherheit steht an erster Stelle.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei xyrelon.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei xyrelon.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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