Warnung vor ZENIYA (zeniya.pro): Betrugsmasche aufgedeckt
ZENIYA (zeniya.pro) ist ein betrügerisches Krypto-Broker-System. Sie verlieren Ihr Geld: stoppen Sie sofort. Auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) warnt seit dem 15. Mai 2026 ausdrücklich vor Zeniya unter dem Titel „Zeniya: Bafin warnt vor Angeboten auf der Website zeniya(.)pro“. Die vollständige BaFin-Warnung zu Zeniya steht auf der offiziellen Seite der BaFin zur Verfügung.

Achtung
Betrugsverdacht
Warum zeniya.pro unseriös ist
Die erste Spur, die sofort alarmiert, ist das Fehlen jeglicher regulatorischer Angaben. Auf der Website von zeniya.pro findet sich keine Handelsregisternummer, kein Hinweis auf eine Aufsichtsbehörde und kein Nachweis einer Lizenz. Für ein Unternehmen, das als Krypto-Exchange fungiert, ist das ein absolutes Minimum. Ohne eine gültige Lizenz dürfen keine Finanzdienstleistungen angeboten werden, und die Betreiber haben sich damit absichtlich außerhalb des gesetzlichen Rahmens positioniert.
Weiterhin ist die Kontaktaufnahme unvollständig. Es gibt lediglich eine E-Mail-Adresse (support@zeniya.pro), keine Telefonnummer und keine physische Adresse. Ein seriöser Broker bietet mehrere Kommunikationskanäle und einen klaren Standort. Der fehlende Telefonkontakt ist ein weiteres deutliches Warnsignal.
Auch die angebotenen Dienstleistungen zeigen Unstimmigkeiten. zeniya.pro bietet Kryptohandel, IEO, Finanzmanagement und Brieftasche an: ein breites Spektrum, das normalerweise von etablierten Börsen abgedeckt wird. Doch die Plattform listet keine Zahlungsmethoden auf, weder Banküberweisungen noch Kreditkarten, obwohl sie behauptet, Zahlungen zu akzeptieren. Ohne klare Zahlungswege wird deutlich, dass die Plattform nicht in der Lage ist, echte Transaktionen abzuwickeln.
Schließlich fehlt jede Form von Kundenvertrauen. Es gibt keine Kundenbewertungen, keine Erfolgsgeschichten, keine Auszeichnungen und keine Referenzen. Die einzige „Bonus“-Versprechen werden ohne Erklärung geliefert, und die Plattform präsentiert sich in mehreren Sprachen, um internationale Anleger zu täuschen. Diese Kombination aus fehlender Regulierung, mangelhafter Kontaktinformation und fehlenden vertrauenswürdigen Signalen macht zeniya.pro eindeutig unseriös.
Wie der Betrug bei zeniya.pro abläuft
Schritt 1: Erster Kontakt + Lockangebot
Die Masche beginnt meist mit einem gezielten Aufbruch. Die Plattform nutzt Social-Media-Kampagnen, die in mehreren Sprachen laufen, um ein breites Publikum anzusprechen. In den Anzeigen wird ein „exklusives Bonus-Angebot“ hervorgehoben, bei dem neue Kunden bei ihrer ersten Einzahlung einen Bonus in Kryptowährung erhalten. Oft wird dieser Bonus in Prozent der Einlage angegeben, ohne jedoch zu erklären, wie er ausgezahlt wird. Der erste Schritt ist die Einladung, sich anzumelden, und die Bereitstellung von Kontaktdaten.
Sobald die Anmeldung abgeschlossen ist, erhalten potenzielle Anleger einen Link zu einer Demo- oder Test-App. Diese App lässt sie ein kleines Kapital (etwa 250 €) einzahlen und zeigt sofort fiktive Gewinne. Die Plattform nutzt psychologische Tricks: Sie präsentiert die Gewinne in Echtzeit, lässt sie als „Konto-Aktivität“ erscheinen und betont, dass das Geld sicher und jederzeit verfügbar ist. Dieser erste Erfolg baut Vertrauen auf und macht die Nutzer bereit, mehr Geld einzuzahlen.
Schritt 2: Vorgetäuschte Gewinne
Nach der ersten Einzahlung wird die Plattform den Nutzer mit scheinbar hohen Renditen konfrontiert. Die Oberfläche zeigt, wie das Kapital in wenigen Tagen in mehrere Hundert Euro wächst. Diese Zahlen entstehen aus einer einfachen Software-Simulation, die die Daten manipuliert. Es werden keine echten Handelsaufträge ausgeführt, keine Börsenverbindungen hergestellt und keine Marktpreise abgefragt. Stattdessen zeigt die App einen statischen Gewinn, der sich bei jeder Anzeige vergrößert.
Das Ziel ist klar: Vertrauen schaffen. Der Nutzer sieht, dass das System funktioniert, obwohl es nicht funktioniert. Die Plattform nutzt die Illusion von Stabilität und Erfolg, um die Anleger dazu zu bringen, ihr Kapital zu erhöhen. Sie betont, dass die Gewinne aus dem „Trading-Algorithmus“ stammen, ohne die eigentliche Logik preiszugeben. Diese Vorgehensweise ist typisch für Betrugsplattformen, die ihr Publikum manipulieren, indem sie fiktive Gewinne als Beweis für ihre Glaubwürdigkeit verwenden.
Schritt 3: Drängen zu weiteren Einzahlungen
Der nächste Schritt ist das Ausnutzen des aufgebauten Vertrauens. Die Plattform stellt einen „Account-Manager“ vor, der dem Nutzer persönliche Beratung anbietet. Über mehrere Wochen hinweg wird der Nutzer mit vermeintlichen „exklusiven“ Trading-Strategien, „Insider-Tipps“ und „VIP-Konten“ konfrontiert. Dabei wird ständig betont, dass höhere Hebel (bis zu 1:500) und höhere Einlagen zu noch höheren Renditen führen. Die Plattform setzt Zeitdruck ein, indem sie behauptet, dass bestimmte Angebote nur für kurze Zeit verfügbar sind.
Die psychologische Technik ist einfach: Sobald jemand eine Investition tätigt, ist er emotional engagiert und sucht nach Bestätigung seiner Entscheidung. Durch das Versprechen von garantierten Profiten und exklusiven Zugängen wird der Nutzer in eine Abhängigkeit geführt. Oft werden Anlegern 5 000 bis 50 000 € empfohlen, um von den angeblichen Vorteilen zu profitieren. Manche Opfer geben sogar mehr als 500 000 € aus, weil die Plattform ihnen das Gefühl gibt, Teil eines erfolgreichen Insider-Netzwerks zu sein.
Schritt 4: Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren
Wenn der Anleger seine Gewinne oder sein ursprüngliches Kapital auszahlen möchte, wird plötzlich ein neuer Haken gesetzt. Die Plattform fordert eine Reihe von Gebühren, die angeblich notwendig sind, um die Auszahlung durchzuführen. Die Gebührenliste kann so aussehen:
- Transaktionsgebühr
- Steuervorauszahlung
- Versicherungsgebühr
- KYC-Verifizierungsgebühr
- Konto-Aktivierungsgebühr
Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung. Seriöse Anbieter ziehen Kosten immer vom Guthaben ab, nie umgekehrt. Die angeblichen Gewinne existieren nicht real. Wer in dieser Phase eine “Gebühr” zahlt, verliert zusätzlich dieses Geld, und es kommt trotzdem keine Auszahlung. Das ist die letzte Melkphase des Scams.
Schritt 5: Recovery-Scam-Nachfolge
Nach den ersten Verlusten tauchen häufig „professionelle“ Helfer auf. Das können angebliche Anwälte, Behördenmitarbeiter oder „Krypto-Forensiker“ sein, die behaupten, das Geld zurückzuholen. Sie nutzen das Vertrauen der Betroffenen, um Vorleistungen zu erheben: Gebühren für „Übersetzungen“, „Server-Zugriffe“ oder „Rechtsberatung“. In Wahrheit handelt es sich um dieselben Täter, die die Daten weiterverkaufen. Seriöse Anwälte und Behörden melden sich NIEMALS unaufgefordert per WhatsApp oder Telegram. Ignorieren Sie diese Angebote: sie sind ein weiterer Teil des Betrugs.
Was Betroffene jetzt tun sollten
- Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Sobald Sie bemerken, dass die Plattform versucht, Sie zu neuen Einzahlungen zu bewegen, stoppen Sie sofort. Jede weitere Einzahlung erhöht Ihre Verluste ohne Aussicht auf Rückzahlung.
- Beweise sichern. Speichern Sie sämtliche E-Mails, Screenshots, Transaktionsprotokolle und alle Kommunikationsnachweise. Diese Unterlagen sind entscheidend, falls Sie rechtliche Schritte einleiten oder die Plattform melden wollen.
- Bank bzw. Krypto-Börse kontaktieren. Informieren Sie Ihre Bank oder die Plattform, auf der Sie Ihre Kryptowährungen gelagert haben, über die verdächtigen Transaktionen. Bitten Sie um Sperrung der Konten, um weitere Auszahlungen zu verhindern.
- Strafanzeige erstatten. Melden Sie den Betrug bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle oder bei der zuständigen Finanzaufsichtsbehörde. Nutzen Sie die gesicherten Beweise, um den Fall zu dokumentieren. Ein offizielles Verfahren erhöht die Chance, die Täter zu identifizieren.
- Recovery-Scam-Versuche ignorieren. Angebote von „Rechtsanwälten“ oder „Behörden“ per WhatsApp, Telegram oder E-Mail sind ein Zeichen für weitere Betrugsmaschen. Schließen Sie die Kontaktwege sofort ab und melden Sie die Anfrage bei den entsprechenden Behörden.
Sichern Sie sich jetzt Ihre Daten und melden Sie jede verdächtige Aktivität. Bleiben Sie wachsam, denn die Betrüger sind immer auf der Suche nach neuen Opfern.
Geldverfolgung und Sperrung
Auch bei zeniya.pro gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.
In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.
Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.


Über den Ermittler
Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.
Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.