Broker Betrug melden: So meldest du es richtig!

Betrügerische Broker sind wie Raubtiere, die in den Weiten des Finanzmarktes lauern. Wer allerdings gut vorbereitet ist und die Top-Warnzeichen und Schutzstrategien kennt, kann ihnen entkommen.

Schritt 1: Ruhe bewahren

Bevor Sie Ihre Wut in einer impulsiven Email freisetzen, atmen Sie durch. Panik ist der Spielplatz der Betrüger. Schauen Sie sich zuerst unsere Handlungsanweisungen für Opfer an.

Schritt 2: Sammeln Sie Beweise

Bevor Sie einen Fall von Brokerbetrug melden, ist es unerlässlich, dass Sie über ausreichende Beweise verfügen, die Ihre Behauptungen stützen. Dies ist eine der wichtigsten Anzeichen von Brokerbetrug, die richtig gemeldet werden sollten.

Unterlagen und Kommunikation

  1. E-Mails und Korrespondenz: Sichern Sie alle E-Mails und sonstige Kommunikation zwischen Ihnen und dem Broker. Auch wenn es sich dabei um „normale“ Gespräche handelt, könnten sie später von Bedeutung sein.
  2. Verträge und Geschäftsbedingungen: Wenn Sie einen Vertrag mit dem Broker geschlossen haben, dann speichern Sie diesen auf mehreren Geräten. Vergessen Sie nicht, auch die AGBs zu sichern, die zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses galten.
  3. Kontoauszüge und Transaktionen: Dokumentieren Sie sämtliche Ein- und Auszahlungen. Dazu gehören auch Screenshots, die den Zeitpunkt der Transaktion und den Betrag deutlich zeigen.

Technische Beweise

  1. Screenshots: Machen Sie Screenshots von Ihrem Dashboard, von Transaktionshistorien und anderen relevanten Informationen auf der Broker-Website.
  2. Videos: Wenn möglich, nehmen Sie ein Video Ihres Bildschirms auf, während Sie Transaktionen durchführen oder wenn etwas Ungewöhnliches passiert.
  3. IP-Logs und Geräteinformationen: In einigen Fällen kann auch Ihre IP-Adresse und die Geräteinformation nützlich sein, um die Interaktion mit der Broker-Plattform zu dokumentieren.

Zeugenaussagen

  1. Chatverläufe mit anderen Nutzern: Falls Sie in Foren oder Chaträumen mit anderen Tradern über Ihre Erfahrungen gesprochen haben, könnten diese Konversationen auch als Beweismittel dienen.
  2. Expertenmeinungen: Manchmal kann die Meinung eines unabhängigen Dritten, der als Experte auf dem Gebiet des Online-Handels gilt, von großem Wert sein. Lassen Sie sich ggf. ein Gutachten erstellen.

Rechtliche Aufbewahrung

  • Digitale und physische Kopien: Bewahren Sie alle Beweise sowohl digital als auch in gedruckter Form auf. Bei digitalen Kopien verwenden Sie Cloud-Dienste und externe Festplatten.
  • Datum und Zeitstempel: Vergewissern Sie sich, dass alle Beweismittel mit einem Datum und einer Uhrzeit versehen sind. Dies kann später die Glaubwürdigkeit Ihrer Beweise stärken.

Schritt 3: Anzeige bei der Polizei

Ja, Sie haben richtig gehört. Einen Betrug sollten Sie immer bei der Polizei melden. Die Polizei ist zwar nicht für die Regulierung von Finanzmärkten zuständig, aber sie kann den Fall an die zuständigen Behörden weiterleiten.

Schritt 4: Finanzbehörden informieren

In Deutschland wäre das die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht), in Großbritannien die FCA (Financial Conduct Authority). Diese Institutionen können zwar nicht direkt Ihr Geld zurückholen, aber sie können den Broker mit Sanktionen belegen oder gar die Lizenz entziehen.

Wussten Sie schon? Einige betrügerische Broker zeigen Warnzeichen, die Sie beachten sollten.

Schritt 5: Professionelle Hilfe suchen

Nachdem Sie den Betrug der Polizei gemeldet und sämtliche Beweise gesammelt haben, ist es an der Zeit, die Finanzbehörden einzuschalten. In Deutschland wäre das beispielsweise die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), im Vereinigten Königreich die Financial Conduct Authority (FCA).

Vorbereitung für die Meldung

  1. Erstellen Sie einen detaillierten Bericht: Halten Sie alle relevanten Informationen in einem umfassenden Bericht fest. Dies sollte all das beinhalten, was Sie bereits für die Polizei vorbereitet haben, jedoch noch ausführlicher.
  2. Konsultieren Sie einen Experten: Ein rechtlicher Beistand mit Fachkenntnissen im Finanzsektor kann Ihnen dabei helfen, den Bericht so zu formulieren, dass die Finanzbehörden alle nötigen Informationen erhalten. Unsere Seite über Handlungsanweisungen für Opfer gibt Ihnen hierzu nützliche Tipps.
  3. Organisieren Sie alle Beweismaterialien: Stellen Sie sicher, dass alle Beweismittel zugänglich und leicht zu durchsuchen sind. Sortieren Sie diese chronologisch und nach Relevanz.

Einreichen der Meldung

  1. Finden Sie den richtigen Ansprechpartner: Je nach Land und Art des Betrugs gibt es verschiedene Abteilungen und Anlaufstellen. Informieren Sie sich vorab.
  2. Formulare und Anträge: Häufig gibt es vorgefertigte Formulare für die Meldung von Betrugsfällen. Füllen Sie diese sorgfältig aus.
  3. Fügen Sie alle Beweismittel bei: Neben dem Bericht sollten auch alle gesammelten Beweise eingereicht werden. Stellen Sie sicher, dass diese den Anforderungen der Behörde entsprechen.
  4. Betonen Sie die Dringlichkeit: Manchmal ist Zeit ein kritischer Faktor. Stellen Sie die Dringlichkeit des Falls klar, wenn es Anzeichen gibt, dass der Betrüger weiterhin aktiv ist.

Nachbereitung

  • Bestätigung und Nachverfolgung: Sobald Sie die Meldung eingereicht haben, sollten Sie eine Bestätigungsnummer oder ähnliches erhalten. Bewahren Sie diese gut auf und verfolgen Sie den Status Ihres Falls.
  • Zusammenarbeit mit den Behörden: Seien Sie bereit, weitere Fragen zu beantworten und eventuell auch an offiziellen Untersuchungen teilzunehmen.

Das Melden bei einer Finanzaufsichtsbehörde wie der BaFin oder der FCA ist ein entscheidender Schritt. Sie sind spezialisiert auf solche Fälle und können daher effektive Maßnahmen ergreifen. Auch können solche Meldungen dazu beitragen, dass zukünftige Betrügereien verhindert werden und Sie helfen dabei, die dunkle Seite des Tradings ein kleines Stück sicherer zu machen.

Zusammengefasst sollten Sie nie unterschätzen, wie wichtig es ist, aktiv zu werden und den Fall sowohl bei der Polizei als auch bei den Finanzbehörden zu melden. Nur so kann ein effektiver Kampf gegen Brokerbetrug geführt werden. Und vergessen Sie nicht, wir sind immer hier, um Ihnen wirklich zu helfen.

Zusätzliche Tipps

Falls Sie weitere Fragen haben oder mehr Informationen benötigen, werfen Sie doch einen Blick auf unsere umfassende Sammlung von Artikeln.

Was tun, wenn man Opfer wurde?

Wenn Sie Opfer eines betrügerischen Brokers wurden sollten Sie SOFORT handeln. Folgende Sofortmaßnahmen sollten Sie so schnell wie möglich durchführen:

  • Speichern Sie alle Kommunikationsdaten wie Mailverkehr, Chatnachrichten und Telefonnummern von den Tätern.
  • Prüfen Sie die schwarze Liste von betrügerischen Brokern und gleichen Sie ab, ob Ihr Finanzdienstleister dort genannt wird. 
  • Sichern Sie Ihr Onlinebanking und Ihre Konten zu Krypto-Börsen vor Fremdzugriffen. Ändern Sie die Passwörter und Zugangsdaten!
  • Nehmen Sie keine weiteren Einzahlungen vor und akzeptieren Sie keine Gelder oder Kryptowährungen von unbekannten Personen.
  • Sichern Sie alle Transaktionsdaten und Kryptoadressen.
  • Suchen Sie sich einen spezialisierten Ermittler, der die Zahlungen bis zu den Tätern verfolgen kann und die Webseiten, E-Mails der Täter etc. technisch analysiert und Beweise gegen die Täter sammelt.

Ihre Zahlungen können in der Blockchain verfolgt werden

Mit Hilfe von spezieller Software, können Zahlungen in der Blockchain nachverfolgt werden. Mit diesem Verfahren ist es möglich in Erfahrung zu bringen, wo ihr Geld hingeflossen ist. Mit Hilfe der Polizei und der Staatsanwaltschaft können die Gelder unter gewissen Voraussetzungen eingefroren werden. 

Mittels einer zusätzlichen technischen Analyse der Website der Betrüger und diverser Betrugsdatenbanken können umfassende Ermittlungen bezüglich der Identität der Täter durchgeführt werden.

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Über den Autor

Anton Hochnadel ist ein ehemaliger Ermittler einer Spezialeinheit der Polizei für Finanzermittlungen. Er hat zusammen mit dem LKA Blockchain-Analysen für zahlreiche Anlagebetrugstaten durchgeführt. Zudem ist er studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Experte. Als Polizist hat er bereits zahlreiche Anlagebetrugsfälle begleitet und Transaktionen der Täter verfolgt. Als IT-ler und ehemaliger Polizist ist er in der Welt der Kryptowährungen zu Hause. Jetzt berät er Anlagebetrugsopfer und Kanzleien im Bereich Brokerbetrug und Betrug mittels Kryptowährungen.

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