Alicerce Monvex (alicerce-monvex.net) im Faktencheck

Veröffentlicht: ·Von Anton Haverkamp·4 Min. Lesezeit·
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Alicerce Monvex (alicerce-monvex.net) ist ein betrügerisches Trading-Portal. Alle Versprechen von hohen Renditen und automatisiertem Handel sind reine Fiktion.

Screenshot der Webseite Alicerce Monvex (alicerce-monvex.net)

Achtung

Betrugsverdacht

Screenshot der Webseite alicerce-monvex.net

In meinen Jahren bei der Finanzermittlungs-Spezialeinheit habe ich mehr als 500 Fälle von Anlagebetrug analysiert. Dabei habe ich gelernt, dass Betrüger häufig dieselben Muster wiederholen: fehlende Registernummer, keine Aufsichtsbehörde, unrealistische Renditen und manipulierte Erfolgsgeschichten. Diese Erkenntnisse nutze ich heute, um Ihnen klar und sachlich darzulegen, warum Alicerce Monvex (alicerce-monvex.net) nicht vertrauenswürdig ist.

Warum alicerce-monvex.net unseriös ist

Die Website von Alicerce Monvex (alicerce-monvex.net) weist mehrere auffällige Unstimmigkeiten auf. Erstens fehlt eine Handelsregisternummer und es wird keine Aufsichtsbehörde genannt. In der Finanzwelt ist die Angabe einer gültigen Lizenz zwingend erforderlich; deren Abwesenheit ist ein klares Warnsignal. Zweitens werden auf der Plattform ausschließlich portugiesische Texte verwendet, obwohl die Zielgruppe weltweit angesprochen wird. Das deutet darauf hin, dass die Seite nicht für einen internationalen Markt ausgelegt ist. Drittens wird ein Mindestbetrag von 250 € verlangt, doch die Zahlungsoptionen sind nicht spezifiziert; keine Banküberweisung, keine Kreditkarte, keine bekannte Kryptowährung wird angeboten. Viertens verspricht die Plattform „até 5 000 euros por mês“, also bis zu 5.000 € monatlich. Solch hohe Renditen sind ohne konkrete Basis oder reale Handelsgeschäfte unmöglich. Fünftens gibt es keine Referenzen zu einer echten Aufsichtsbehörde, keine Zertifikate und keine Bewertungen auf Trustpilot oder ähnlichen Plattformen. Alle diese Punkte zusammen ergeben ein klares Bild: Alicerce Monvex (alicerce-monvex.net) ist ein betrügerisches Trading-Portal, das darauf abzielt, Anleger zu täuschen.

Standort-Check zu Alicerce Monvex

Die angebliche Adresse lautet „Alicerce Monvex Office“. In offiziellen Handelsregistern taucht diese Adresse nicht auf. Es gibt keine Nachweise dafür, dass ein registriertes Unternehmen dort existiert. Die Angabe wirkt somit wie ein Platzhalter, der nur den Eindruck von Legitimität erwecken soll.

Unter der angegebenen Anschrift in DZ ist tatsächlich OSM-Kategorie railway:station ("Tafourah - Hauptpostamt") verortet, kein für einen Broker geeignetes Büro oder Firmensitz.

Die forensische Auswertung legt zwei Widersprüche offen. Der Hosting-Anbieter ist in den USA registriert, der behauptete Sitz liegt dagegen in DZ. Die Telefon-Vorwahl gehört zu Portugal, die Adresse aber zu DZ. Wer Adresse, Server und Vorwahl bewusst auseinanderzieht, will Strafverfolgung erschweren. Genau dieses Muster prägt die Mehrzahl der von uns dokumentierten Betrugsfälle.

Adresse
DZ
Server-Standort
unbekannt
Telefon-Vorwahl
Portugal

Wie der Betrug bei alicerce-monvex.net abläuft

Die Masche von Alicerce Monvex (alicerce-monvex.net) folgt einem fünfstufigen Prozess, der sich in jeder Phase auf psychologische Manipulation stützt. Jeder Schritt ist darauf ausgelegt, Vertrauen aufzubauen und anschließend die Opfer zur Zahlung weiterer Beträge zu bewegen.

1. Erster Kontakt + Lockangebot

Zunächst wird das Opfer über Social-Media-Ads, Telegram-Gruppen oder gefälschte „Anlageberater“ kontaktiert. Die Werbung ist auf Portugiesisch, nutzt ansprechende Grafiken und hebt das „Lockangebot“ hervor: eine kleine Erstinvestition von 250 €. Das Angebot klingt verlockend, weil es als „sicherer Start“ präsentiert wird. Die Plattform verspricht, dass der erste Einsatz in wenigen Tagen hohe Renditen generiert. Dieser Schritt zielt darauf ab, die Hemmschwelle zu senken und die Opfer emotional zu binden.

2. Vorgetäuschte Gewinne

Nach der ersten Einzahlung loggt sich das Opfer in ein Dashboard ein, das scheinbar automatische Trades ausführt. Die Plattform zeigt sofort einen Gewinn von 800 € oder sogar 1.200 €. Diese Zahlen entstehen jedoch aus einer internen Datenbank, die zufällig hohe Gewinne simuliert. Es gibt keine echten Orderblöcke, keine Verbindung zu einer Börse und keine Nachweise über reale Transaktionen. Der Benutzer sieht lediglich hübsche Zahlen, die seine Erwartungen steigern. Dieses Vorgehen ist ein klassischer „Fake-Profit-Mechanismus“, der das Vertrauen festigt.

3. Drängen zu weiteren Einzahlungen

Sobald ein positiver Eindruck entstanden ist, wird ein „Account-Manager“ kontaktiert. Der Manager bietet VIP-Konten, Hebelboni von 1:500 und exklusive „Insider-Tipps“ an. Es wird betont, dass nur ein begrenztes Kontingent verfügbar sei und dass die Möglichkeit, von den hohen Renditen zu profitieren, sich schnell erschöpfen könnte. Durch diese Dringlichkeit wird das Opfer dazu bewegt, weitere Beträge zwischen 5.000 und 50.000 € einzuzahlen. In manchen Fällen gehen die Summen sogar bis zu 500.000 €, wenn das Opfer überzeugt ist, dass sein Geld nun „verfügbar“ ist.

4. Auszahlungswunsch und Forderung von Gebühren

Sobald ein Opfer die Auszahlung verlangt, tauchen plötzlich Gebühren auf. Die Liste der Forderungen umfasst:

  • Transaktionsgebühr
  • Steuervorauszahlung ans Finanzamt
  • Versicherungsgebühr gegen Transaktionsrisiko
  • KYC-Verifizierungsgebühr
  • Konto-Aktivierungsgebühr

Die Behauptung lautet: „Zahlen Sie diese Gebühren NICHT. Sie sind frei erfunden. Eine seriöse Bank oder ein lizenzierter Broker würde NIEMALS Auszahlungs-Gebühren in dieser Größenordnung verlangen, und schon gar keine Vorauszahlung vor Auszahlung.“ Diese Warnung ist eindeutig: Die angeblichen Gewinne existieren nicht, und jede Zahlung führt zu einem weiteren Verlust. Der Betrugszyklus endet hier, wenn das Opfer versucht, sein Geld zurückzuerhalten.

5. Recovery-Scam-Nachfolge

Nach dem ersten Verlust tauchen neue „Experten“ auf: angebliche Anwälte, Forensiker und Behördenmitarbeiter. Sie versprechen, die verlorenen Gelder wieder einzuholen, und fordern dafür Vorauszahlungen für „Reparatur- und Wiederherstellungs-Services“. Diese Zahlungen werden häufig in Kryptowährung verlangt, um die Herkunft der Gelder zu verschleiern. In Wirklichkeit sind die Personen meist Teil der gleichen Gruppe, die Alicerce Monvex (alicerce-monvex.net) betreibt. Der Schritt dient dazu, die Opfer noch einmal zu belästigen und zusätzliches Geld zu erpressen.

Was Betroffene jetzt tun sollten

  1. Sofort keine weiteren Zahlungen leisten. Jede neue Summe erhöht das Risiko, komplett zu verlieren.
  2. Alle Belege sichern. Screenshots von Transaktionen, E-Mails und Chatverläufen sollten archiviert werden. Diese dienen später als Beweismaterial.
  3. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Börse. Informieren Sie sie über die verdächtigen Transaktionen. Sie können ggf. die Zahlungen rückgängig machen oder Sperren einleiten.
  4. Reichen Sie Strafanzeige bei der Polizei ein. Nutzen Sie Ihre Erfahrung, indem Sie alle gesammelten Beweise einreichen. Die Ermittlungen können weitere Opfer schützen.
  5. Ignorieren Sie Recovery-Scam-Anrufe. Seriöse Anwälte oder Behörden melden sich niemals unaufgefordert via WhatsApp. Jede Aufforderung zu Vorauszahlungen ist ein Hinweis auf ein weiteres Opfer-System.

Die Plattform Alicerce Monvex (alicerce-monvex.net) arbeitet ohne gültige Lizenz und ohne Nachweis von regulierenden Behörden. Alle Versprechen von hohen Renditen und automatisiertem Handel sind betrügerisch. Jede Interaktion mit der Plattform sollte sofort beendet werden.

Wenn Sie bereits Opfer geworden sind, handeln Sie jetzt: sichern Sie Ihre Beweise, informieren Sie Ihre Bank und melden Sie die Straftat bei der Polizei.

Das Netzwerk hinter Alicerce Monvex

Alicerce Monvex ist Teil eines Netzwerks von 99 ähnlichen Plattformen. Diese Plattformen teilen häufig die gleiche technische Infrastruktur, die gleiche Domain-Registrierung oder die gleichen Betreiber. Nach dem Auffliegen eines Mitglieds im Netzwerk werden die übrigen Plattformen oft umbenannt oder neu markiert, um die Verdächtigungen zu verschleiern.

und 93 weitere technisch verbundene Seiten.

Geldverfolgung und Sperrung

Auch bei alicerce-monvex.net gilt: Die Täter sitzen häufig im Ausland. Am wichtigsten ist deshalb, das Geld zu verfolgen, bevor es endgültig verloren ist. Zahlungen mittels Kryptowährungen lassen sich mit spezialisierter Software bis zu den Auszahlungs-Börsen verfolgen. In der Vergangenheit konnten wir damit bereits Gelder sperren, bevor es zu spät war. In mehreren Fällen konnten wir auf diesem Weg sogar Tätergruppierungen ausfindig machen.

In einem Fall konnten wir die Gelder bis zu einem Krypto-Zahlungsanbieter verfolgen, insgesamt wurden 52.000 € gesperrt. In einem anderen Fall hat ein Geschädigter zunächst 250 € investiert und nach weiteren Einzahlungen und angeblichen Gebühren am Ende 110.000 € gezahlt. Durch schnelles Handeln konnten wir auch hier eine Sperrung der Gelder erreichen.

Was mir die Erfahrung mit solchen Fällen zeigt: Schnelles Handeln ist extrem wichtig. Je früher die Spur aufgenommen wird, desto höher die Chance auf eine Sperrung. Wenn Sie betroffen sind, kontaktieren Sie uns für eine kostenlose Ersteinschätzung.

Blockchain-Analyse zur Verfolgung von Krypto-Zahlungen bei alicerce-monvex.net
Anton Haverkamp, ehemaliger Finanzermittler der Polizei

Über den Ermittler

Anton Haverkamp ist ehemaliger Finanzermittler einer Spezialeinheit der Polizei und war dort hauptverantwortlich für Kryptowährungen und die Nachverfolgung digitaler Zahlungen. In Zusammenarbeit mit dem LKA hat er zahlreiche Anlagebetrugs-Fälle bearbeitet und mit spezialisierter Software Geldflüsse bis zu den Verantwortlichen verfolgt.

Als studierter Wirtschaftsinformatiker und IT-Forensik-Experte berät er heute Opfer von Brokerbetrug und Krypto-Betrug sowie Kanzleien und Strafverfolgungsbehörden.

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